Al-Zawahiri angeblich getötet – ist Al-Qaida am Ende?

Gestern Abend verkündete US-Präsident Joe Biden in einer Fernsehansprache, dass der US-Geheimdienst CIA den Nachfolger von Osama bin Laden, den derzeitigen Chef von al-Qaida, Aiman al-Zawahiri, mit einem gezielten Drohnenangriff getötet habe. Der Aufenthaltsort Al-Zawahiris lokalisierte man in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Genehmigung der Operation zur Tötung Al-Zawahiris kam bereits letzte Woche vom US-Präsidenten und die Ausführung geschah am Sonntag.

Mit der Tötung Al-Zawahiris haben sich die USA eines ehemaligen Verbündeten entledigt. Der aus einer angesehenen Familie stammende Ägypter al-Zawahiri war Arzt und diente einst als Chirurg in der ägyptischen Armee. Im Jahr 1985 ging er zunächst über Saudi-Arabien nach Pakistan und kam dann nach Afghanistan, um sich dort dem Kampf der Mudschahedin gegen das prokommunistische Regime bzw. die sowjetischen Truppen im Land anzuschließen. In dieser Zeit lernte er auch Osama bin Laden kennen, der neue Kämpfer für den Krieg anwarb.

In diese Zeit fällt auch die Gründung von al-Qaida. Was war bzw. was ist al-Qaida? Der legendäre deutsche Journalist Peter Scholl-Latour hat immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass „al Qaida“ („die Datenbank“) ursprünglich nichts anderes war als eine Computerdatei von Tausenden von Kämpfern, die der US-Geheimdienst CIA v.a. in den reichen Golfstaaten rekrutierte, um sie nach Afghanistan zu schleusen und dort zur Schwächung der damaligen UdSSR bzw. zum Kampf gegen deren Truppen auszurüsten, auszubilden und in den Kampf zu schicken. (vgl. auch Al Qaeda: The Base, von Pierre-Henry Bune, ehem. franz. Geheimagent).

Es war wie so oft in der Geschichte: Die USA erschufen ein Monster (wie z.B. auch Saddam).

Al-Qaida rückt in den Hintergrund

Al-Qaida hat jedoch schon lange keine Bedeutung mehr für die USA und hat auch an Anziehungskraft für junge verblendete Männer in der arabischen Welt und anderswo verloren. Nach der angeblichen Tötung bin Ladens im Jahr 2011 verkündete US-Präsident Obama das Ende des Kampfes gegen den Terror, die USA würde sich jetzt auf Südostasien konzentrieren.

In diesen Tagen spitzt sich die Gefahr eines Krieges mit der VR China vor dem Besuch Nancy Pelosis in Taiwan erheblich zu, heute werden vier weitere US-Kriegsschiffe in Richtung China beordert. Al-Qaida wird einfach nicht mehr gebraucht, um die Menschen im Westen zu erschrecken. Das machen jetzt jeden Abend im Fernsehen die bösen Russen und Chinesen.

(Bild: Reuters)

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