Wahlsieg der „Postfaschisten“: Meloni, Italien und der Islam

Die Siegerin der gestrigen Wahl in Italien und wahrscheinliche neue Ministerpräsidentin des Landes, Giorgia Meloni, ist für ihre Islamfeindlichkeit bekannt. Für die 45-jährige Chefin der postfaschistischen Partei „Fratelli d’Italia“, in deren Parteilogo die Flamme als Symbol erscheint, das an die auf dem Grab Mussolinis brennende Lampe als ewiges Licht erinnert, gehört der Islam nicht zu Europa. Die Jahrhunderte andauernde Präsenz des Islam in Spanien und auf dem Balkan wird nicht zur Kenntnis genommen.

Stattdessen finden sich solche Aussagen in ihren Wahlkampfreden: „Wenn Sie sich durch das Kruzifix angegriffen fühlen, sollten Sie hier nicht wohnen. Die Welt ist riesig und voller islamischer Nationen, in denen Sie kein Kruzifix finden werden… Wir werden gegen die Islamisierung Europas kämpfen, weil wir nicht die Absicht haben, ein muslimischer Kontinent zu werden.“ Meloni will insbesondere jede weitere Zuwanderung aus Nordafrika unterbinden.

Vergessene Geschichte

Im nordafrikan. Libyen hatte sich Mussolini übrigens einst das „Schwert des Islam“ übergeben lassen – man sollte sie einmal mit den Verbrechen der italienischen Besatzer gegenüber den Muslimen in Nordafrika konfrontieren. In der Cyrenaika fand von 1929 bis 1934 ein Genozid statt, bei dem nach seriösen Historikern mindestens 100.000 Libyer den italienischen Besatzern zum Opfer fielen, Schätzungen gehen bis zu 1/3 der Bevölkerung der Cyrenaika aus! Als Muammar al-Gaddafi am 10. Juni 2009 zum ersten offiziellen Besuch in Italien eintraf, trug er demonstrativ das Foto des gefangenen Omar Mukhtar, Führer des militär. Widerstands gegen die Italiener, an seiner Uniform.

Giorgia Meloni ist übrigens auch Mitglied im „Aspen Institute“, einem mächtigen „Think-Tank“ der Rockefeller Gruppe. Natürlich steht sie daher auch für eine Unterstützung der Ukraine.

In Italien leben heute ca. 1,2 Millionen Muslime – das sind ca. 2% der Bevölkerung. Das sind weitaus weniger Muslime als in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich. Die italienische Staatsbürgerschaft besitzen nur ca. 50.000 Muslime, unter denen nur wenige Konvertiten sind. Einer der bekanntesten Konvertiten ist heute Torquato Cardilli, der ehemalige italienische Botschafter in Saudi-Arabien. Europas größte Moschee befindet sich übrigens in Rom (Bild). Dort kommen Schiiten, Sunniten und Sufis zum Freitagsgebet zusammen. 

Bild: Moschee in Rom, Wikimedia Commons

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