
Inmitten wachsender Spannungen im Nahen Osten haben sich Vertreter der Islamischen Republik Iran und der Vereinigten Staaten heute, am 6. Februar 2026 in Muskat, Oman, zu einer neuen Runde indirekter Gespräche getroffen.
Die Verhandlungen finden in einer politisch hoch angespannten Zeit statt: US-Truppen und Kriegsschiffe sind in der Region verstärkt stationiert, während die Rhetorik zwischen Washington und Teheran in den letzten Monaten schärfer wurde als je zuvor.
Historischer Vorlauf: Misstrauen durch geplatzte Verträge und Krieg
Das gegenwärtige Gesprächsklima ist tief geprägt von historischem Misstrauen. Die USA hatten im direkten Auftrag von US-Präsident Donald Trump 2018 den internationalen Atomvertrag – offiziell „Joint Comprehensive Plan of Action“ (JCPOA) – einseitig aufgekündigt, obwohl der Iran über Jahre seine Verpflichtungen nachweisbar zuverlässig erfüllt hatte. Mit dieser Entscheidung wurde ein massiver Wiederaufbau von Sanktionen gegen den Iran aufgegeben und die tiefe Spaltung zwischen Teheran und Washington vorangetrieben.
Hinzu kommt die Eskalation im Sommer 2025: Kurz vor einer geplanten sechsten Runde von Atomgesprächen griff Israel den Iran an. Ziel der Angriffe waren führende Köpfe des iranischen Militärs und der Nuklearwissenschaft. Die gezielten Angriffe töteten die Zielpersonen und ihre Familien in ihren Wohnhäusern. Zivilisten wurden ebenfalls bei den Angriffen getötet. Das Resultat der Angriffe: Der 12-Tage-Krieg, bei dem der Iran primär Militärziele in Israel angriff. Ein Ende des Krieges ergab sich unter anderem nach einem US-Luftangriffen auf iranische Nuklearanlagen. Das brachte die diplomatischen Bemühungen zum Erliegen und verstärkte das iranische Misstrauen gegenüber westlichen Absichten erheblich.
Viele iranische Entscheidungsträger sehen nun die Notwendigkeit, irgendeine Sicherheit gegen wiederholte einseitige Aktionen der USA oder Verbündeten zu erreichen.
Muskat: Mediator Oman und das Format der Gespräche
Die Gespräche in Oman werden indirekt geführt, das heißt: Iranische und US-Vertreter treten nicht gemeinsam an einem Tisch auf, sondern konsultieren sich getrennt über den omanischen Außenminister Sayyid Badr bin Hamad Al Busaidi.
Iran betont, dass die Gespräche sich ausschließlich auf das Atomprogramm und damit verbundene Sanktionen konzentrieren sollen und keine weiteren Themen – etwa Irans Raketenprogramm oder regionale Politik – aufgenommen werden dürfen.
Offiziell führen Iranische Seite Außenminister Seyed Abbas Araghchi und sein Team die Gespräche; auf US-Seite sind der Sondergesandte Steve Witkoff und auch Jared Kushner, Berater des US-Präsidenten, beteiligt.
Misstrauen bleibt zentraler Konfliktpunkt
Ein grundlegendes Hindernis bleibt das tiefe Misstrauen des Iran gegenüber der US-Regierung. Tehran verweist wiederholt auf vergangene Erfahrungen, bei denen Washington Vereinbarungen gebrochen oder militärische Maßnahmen gegen iranische Interessen unterstützt hat – besonders im Zusammenhang mit der erwähnten israelischen Offensive im Vorjahr.
Für den Iran ist klar, dass jede künftige Vereinbarung nur dann Bestand haben kann, wenn sie dauerhafte Zusicherungen, verifizierbare Mechanismen und echte wirtschaftliche Vorteile für Teheran enthält.
Und der Krieg? Ein Damoklesschwert
Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Eskalation zu einem erneuten Krieg erfolgt ist, ist der Kontext angespannt: Die massive Präsenz von US-Militäreinheiten und das Risiko weiterer militärischer Zwischenfälle legen nahe, dass ein Scheitern der Muskat-Gespräche die Region erneut destabilisieren könnte.
