Der Fall Assange oder die Heuchelei des Westens

Während z.B. Nawalny ständig in den Medien hierzulande präsent ist, sitzt mitten in der „freien Welt“, im „aufgeklärten Europa“, in einem „Rechtsstaat“, nun schon seit zwei Jahren ein Mann Namens Julian Assange im Gefängnis, der in Wirklichkeit nichts verbrochen hat.

Sein Vergehen: Er veröffentlichte etwas, was den Mächtigen in den USA zufolge niemals an die Öffentlichkeit gelangen sollte, weil es ihre Taten offenlegte. Diesen Veröffentlichungen haben wir u.a. die Vorgehensweise im Gefangenenlager Guantanamo, Videos über Massaker an Zivilisten in Bagdad oder über das berüchtigte Abu-Ghraib-Gefängnis und Camp Bucca zu verdanken. Klar, dass das den Herrschenden in den USA nicht gefiel. Im April 2009 wurde wikileaks.de auch „ohne Vorwarnung durch die deutsche Registrierungsstelle DENIC gesperrt“.

Statt die Schuldigen für die aufgedeckten Verbrechen zu bestrafen, kam es zur Jagd der „westlichen Wertegemeinschaft“ auf den Mann, der sie aufdeckte. Jahrelang musste er in der ecuadorianischen Botschaft Zuflucht suchen. Die Mainstreammedien führten zunächst (inzwischen fallengelassene) Vergewaltigungsvorwürfe aus Schweden an, ein Auslieferungsbegehren der USA schlicht abgestritten.

Inzwischen drängen die USA mit Nachdruck ganz offen auf die Auslieferung, dort droht ihm sogar die Todesstrafe. Momentan befindet er sich in keinem normalen Gefängnis. Er sitzt nämlich wie ein Serienkiller oder Terrorist im berüchtigten Belmarsh-Hochsicherheitsgefängnis in London. Das bedeutet, dass er 23 Stunden am Tag in völliger Isolation verbringt. Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter für Folter, präsentierte am 2. Juli dieses Jahres, am Vorabend von Assanges 50. Geburtstag, ein Buch zu dieser Verfolgung mit dem Titel „Der Fall Assange. Geschichte einer Verfolgung“.

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