Die Doppelmoral des Westens

Ist es schon jemandem aufgefallen, dass die deutschen Medien bei Saudi-Arabien nie vom „Regime“ sprechen? Im Gegensatz etwa zum Mullah-Regime oder zum Assad-Regime? Fällt es nicht auf, dass es ein großes Geschrei um Nawalny gibt, aber der Mord an Khashoggi keine Empörung hervorrief? Fällt es nicht auf, dass die deutschen Medien den Krieg im Jemen, der nach UNO-Angaben eine der größten humanitären Katastrophen der Gegenwart darstellt de facto komplett ignorieren? Was wäre wohl los, wenn es um ein Land ginge, dessen Regierung dem Westen bzw. Israel kritisch gegenüberstünde? Ist das keine Doppelmoral?

Dann würden sie Tag und Nacht in Sondersendungen berichten – die Welt könne nicht länger zusehen, schweigen, man müsse um der Menschenrechte willen intervenieren. Verurteilt die deutsche Regierung wenigstens den Krieg der saudischen Machthaber im Jemen? Hier zeigt sich die Doppelmoral des Westens deutlich: Regierungssprecher Seibert rechtfertigte sogar die saudischen Angriffe im Jemen, weil es ein „Hilfsersuchen des legitimen Präsidenten Hadi gab“ (O-Ton).

Demnach hätte Putin das Recht gehabt, die ganze Ukraine zu besetzen, da es einen Hilferuf des Ex-Präsidenten Janukowitsch gab. Das saudische Regime ist eben ein Kumpan, der auch die Banden zu den Regime Change-Versuchen des Westens finanziert. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu war Ende letzten Jahres zu einem Geheimbesuch in Saudi-Arabien. Demnach soll ein Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien nach westlichen Medienberichten nur noch eine Frage der Zeit sein. Das Regime in Riad hat eben keine Skrupel, seine palästinensischen Brüder und Schwestern zu verkaufen.

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