Wir blicken zurück auf 365 Tage Mord. Ab heute würde jeder Tag ein Gedenktag. Wie vielen Kindern aus Gaza müssten wir jeden Tag widmen? Während die deutsche Regierungsspitze von steigendem Antisemitismus und dem Verteidigungsrecht Israels spricht, fallen weiter israelische Bomben auf Gaza und den Libanon. Die internationale Gemeinschaft schaut zu. Welchen Wert hat muslimisches Leben im Jahr 2024?
Am 7. Oktober 2023 griffen Kämpfer der Hamas und weiterer verbündeter Gruppen Israel an. Die Grenze zu Israel, die als die sicherste der Welt galt, wurde am frühen morgen scheinbar problemlos durchbrochen. Die Frage, wie es zu diesem schrecklichen Drama kommen konnte, stellt sich auch nach einem Jahr noch. 1200 Israelis fielen dem Überfall zum Opfer, über 250 Israelis wurden als Geiseln zurück nach Gaza gebracht. Die Folge war ein mittlerweile 365 Tage langer Krieg Israels gegen Gaza, das Westjordanland und gegen den Libanon.
Neben den Gräueltaten der israelischen Armee an Zivilisten in Gaza, kamen innerhalb des letzten Jahres auch Details ans Licht, wie viel Geheimdienste, Militär und Regierung über den geplanten Angriff am 7. Oktober 2023 wussten. Schockierend ist, dass detaillierte Pläne vorlagen. Diese Pläne sollen zeigen, wo genau und mit welchen Mitteln die Hamas die Zäune nach Israel durchbrechen werden, wie viele Geiseln sie nehmen werden und wo sie diese unterbringen. Verstärkte Aktivität des militärischen Arms der Hamas in den Wochen vor dem 7. Oktober wurden ignoriert, obwohl diese deutliche Übungen eines möglicherweise bevorstehenden Angriffs zeigten. Warum wurde Israel so leichtsinnig? Sollte dieser Angriff passieren?
Ebenfalls wurden in den vergangenen 365 Tagen vermehrt Aussagen israelischer Minister und Regierungsmitglieder nach einem Großisrael laut. Gaza, das Westjordanland und der Libanon sollen bevölkert werden. Die muslimische Bevölkerung soll aus den Gebieten vertrieben oder zu Not auch mit Hilfe von Atomwaffen ermordet werden. Verurteilt wurden diese Äußerungen und Pläne von deutscher Seite nicht. Sie wurden lediglich als völkerrechtswidrig betitelt. Israels internationale Partner sprechen sich für Menschenrechte aus, handeln seit 365 Tagen jedoch nicht gegen den Mord an den Muslimen in Palästina und Libanon, sondern fördern ihn. Ist etwas dran an dem Plan Großisrael und Unterstützt der Westen diesen Plan? Renommierte Experten wie Norman Finkelstein, Michael Lüders und Mehdi Hasan sagen, dass es glaubhafte Argumente für diese Annahme gibt.
Die Welt hält sich die Augen zu, weiß und sieht jedoch welches Leid der Zivilbevölkerung in Palästina und im Libanon angetan wird. Sie ignoriert es schlichtweg. In 20 Jahren werden wir unseren Enkelkindern sagen „Die Welt schaute zu“ und sie werden es nicht verstehen.
Am 1. Oktober 2024 greift der Iran israelisches Festland mit 200 ballistischen Raketen an. Israel und seine Partner behaupten, kaum Raketen seien durchgebrochen und Schaden konnte abgewendet werden. Bilder und Videos von letzter Nacht beweisen das Gegenteil. Ziel waren militärische Einrichtungen, keine Städte, keine zivilen Einrichtungen, kein Schlag gegen die zivile Bevölkerung. Die parallellaufende Bodenoffensive Israels scheiterte ebenfalls an einem Hinterhalt der Hisbollah. 4 Tote und mindestens 20 Verletzte beklagt das israelische Militär.
Der Iran übte gestern Vergeltung aus. Der Ermordungen von Ismail Haniye, Sayyid Hassan Nasrallah und dem iranischen General Abbas Nilforoushan sollten nicht ungesühnt bleiben. Der Iran feuerte laut eigenen Angaben 200 ballistische Raketen auf militärische Ziele. Im Visier waren drei große Militärflugplätze und das Mossad-Hauptquartier. F35-Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe, sowie Radaranlagen sollen zerstört worden sein. Aus Washington und Israel hört man wie gewohnt, dass es zu keinen Schäden kam. Man habe die meisten Raketen abfangen können. Lediglich eine Hand voll haben israelisches Staatsgebiet getroffen. Die Videos des Angriffs zeigen ein deutlich anderes Bild. Al-Jazeera, Al-Mayadeen und andere arabische Nachrichtendienste zeigten Livebilder, wie die iranischen Hyperschallraketen nacheinander ihre vermeintlichen Ziele treffen. Der Iron Dome schien bei diesen Raketen zu versagen.
In deutschen Medien ist wie gewohnt nur das Narrativ der eigenen Partner zu finden, keine unabhängige Betrachtung der Ereignisse der vergangenen Nacht. Worte darüber, dass der Iran bei seinem Vergeltungsschlag ausschließlich militärische Ziele angriff, findet man kaum in der deutschen Presse. Zivile Infrastruktur wurden bei den iranischen Angriffen bewusst und mit Achtung der internationalen Abkommen zum Kriegsgesetz nicht angegriffen. Israel hingegen scheint in Gaza und im Libanon ausschließlich Häuser von Zivilisten anzugreifen. Die Opferzahlen sprechen hier für sich. In fast 12 Monaten Gaza-Krieg kamen mehr als 42.000 Menschen durch israelische Bomben ums Leben. Die Mehrzahl der Opfer sind Frauen und Kinder. Die zivile Infrastruktur in Gaza, inklusive Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen wurden fast komplett dem Erdboden gleich gemacht. Im Libanon bahnt sich ein ähnliches Bild ab. Erst am vergangenen Montag wurden knapp 600 Menschen durch israelische Bomben ermordet.
Die Angriffe Israels auf den Libanon und die bewussten Angriffe auf Zivilisten, Schändungen palästinensischer Leichen und menschenrechtsverletztende Handlungen der israelischen Armee in Gaza wurden von der Bundesregierung nicht verurteilt, nicht einmal ermahnt. Bundeskanzler Scholz und Außenministerin Baerbock werfen dem Iran zum gestrigen Vergeltungsschlag gefährliche Eskalation vor. Wiederholt wird betont, dass Israel nun das Recht habe, sich selbst zu verteidigen und die Angriffe mit Vergeltungsschlägen und Rückhalt der USA und Deutschlands zu beantworten. Der Iran und der Libanon haben dieses Recht in den Augen der Bundesregierung scheinbar nicht.
Am gleichen Abend versuchten israelische Bodentruppen auf libanesisches Gebiet vorzudringen, jedoch ohne Erfolg. Unbestätigte Berichte sprechen von Verlusten auf israelischer Seite. Die Hisbollah, die in Deutschland als Terrororganisation gelistet ist, verkündet, dass ihre Angriffe auf israelische Kasernen und Bodentruppen dem Ziel gelten, ein Eindringen auf libanesisches Gebiet zu verhindern.
Sonja Jacobsen, Landesvorsitzende der FDP Hamburg, möchte die Blaue Moschee an der Alster zu einer Gedenkstätte für Opfer des Islamismus machen. Dass diese Moschee wie in der Vergangenheit aktiv von Muslimen für den Gottesdienst genutzt werden will, ist dabei unwichtig.
„Die Führung der islamischen Republik muss wissen, dass die Weltöffentlichkeit nicht vergisst. Der Drang nach Freiheit ist stärker als die Gewalt der Unterdrücker“, sagte Jacobsen.1 Die Weltöffentlichkeit vergisst ebenfalls nicht die bis dato über 41.000 Tote in Gaza durch israelische Bomben. Die Weltöffentlichkeit vergisst ebenfalls nicht, wer den Krieg in Gaza für Israel finanziert. „Der Drang nach Freiheit ist stärker als die Gewalt der Unterdrücker“ rufen Menschen in Gaza, im Westjordanland, in den islamischen Ländern, in den europäischen und amerikanischen Universitäten täglich. Die Weltöffentlichkeit sieht, wie täglich Kinder, Frauen und Männer ermordet werden und wie Frau Jacobsen, die FDP und alle anderen deutschen Parteien trotz des Schwurs „Nie wieder!“ das Abschlachten einer Bevölkerung zulassen.
Von der deutschen Regierung bleibt die überführte Vergewaltigung palästinensischer Gefangener ungeahndet. Vor Administrativhaft palästinensischer Kinder und Frauen verschließt die deutsche Regierung die Augen. Die Morde auf offener Straße in Gaza an Kindern und Frauen, die weiße Tücher als Zeichen des Friedens schwenken, werden von der Bundesregierung bewusst vergessen. Durch Bomben geköpfte palästinensische Kinder werden von der deutschen Regierung nicht wahrgenommen. Wenn Palästinenser von der israelischen Armee als menschliche Schutzschilder genutzt werden, wird es aktiv von der deutschen Regierung übersehen. Die politische Agenda der israelischen Führung wird aktiv von der Bundesregierung unterstützt und gefördert. Die Führung der deutschen Republik muss wissen, dass die Weltöffentlichkeit vergisst nicht. Der Drang nach Freiheit der Palästinenser ist stärker als die Gewalt der israelischen Unterdrücker.
Der Tod der Studentin Jina Mahsa Amini am 16.09.2022 war tragisch. Ist er, wie der Weste behauptet, als Folge von Gewalteinwirkung geschehen und nicht wie der Autopsiebericht der iranischen Regierung darlegt, medizinisch bedingt gewesen, so hätte er nicht passieren dürfen. Wie die deutsche Regierung jedoch die Ausschreitung im Nachlauf rechtfertigt bleibt ein Fragezeichen. In deutschen Medien als friedliche Proteste einer Bevölkerungsmehrheit für Freiheit dargestellt, waren die Proteste vergleichbar mit Aufständen, bei denen Tankstellen und Wohnhäuser angezündet wurde und Polizeibeamte gezielt umgebracht wurden. Davon jedoch aus den Mündern deutscher Politiker kein Wort. Stattdessen nutzt man den Namen dieser jungen Frau um in Deutschland anti-islamische Politik zu machen und Moscheen zu schließen. Hätte Mahsa Amini gegen die Schließung einer Moschee gestanden?
Die Heuchelei der westlichen, allen voran deutschen und amerikanischen Regierungen könnte heute größer nicht sein. Eigene Verbrechen werden gerechtfertigt, weil man auf der guten Seite der Moral stehe. Dabei klebt unter den Schuhen, die das behaupten das Blut vieler Millionen unschuldiger Zivilisten, darunter über 11.000 tote Studenten in Gaza.2
Der Krieg in Gaza wütet heute seit 11 Monaten. Frieden ist bisher nicht in Sicht. Sogar ein Waffenstillstand scheint fast unmöglich. Laut verschiedenen Aussagen scheint sich der israelische Premierminister konstant quer zu stellen, wenn es darum geht, die Waffen in Gaza ruhen zu lassen.
Am Morgen des 07. Oktober 2023 überfielen Kämpfer der Hamas und des Islamischen Jihad Israel. Über Luft und Land drangen sie von Gaza aus nach Israel ein, überfielen Dörfer und Städte, töteten zahlreiche Menschen und Soldaten und brachten 239 Geiseln zurück in die Tunnel Gazas. Wie die Kämpfer den Hochsicherheitsbereich zwischen Israel und Gaza von Land aus unbemerkt überqueren konnten, ist bis heute ein Rätsel. Die Grenze gilt als einer der meistgesicherten Grenzen der Welt. Eine Katze könnte sich dem Zaun nicht unbemerkt nähern und dennoch hatten die Kämpfer der aus Gaza Erfolg. Viele der Kämpfer begingen abscheuliche und zu verurteilende Gräueltaten bei diesem Angriff.
Darauf folgte Stunden später die erwartete israelische Offensive auf Gaza. Dieser Offensive sind bis heute tausende Menschen zum Opfer gefallen. Geplagt ist der Krieg von Skandalen und Kriegsverbrechen, begangen von der israelischen Armee an den Palästinensern. Zu viele, um sie zu zählen. Die Namen der Opfer würden den Rahmen sprengen.
Die Welt und vor allem der moralische Westen schauen seit dem Gegenangriff Israels nur zu oder beliefern die israelische Armee mit Waffen.
Gaza
Getötet: mindestens 40.878 Menschen, darunter fast 16.000 Kinder
Verletzt: mehr als 94.454 Menschen
Vermisst: mehr als 10.000 Menschen
Wie viele Menschen tatsächlich unter dem Schutt der zerbombten Häuser sind, ist bisher unbekannt. Einige Schätzungen gehen von weit mehr als 100.000 Toten aus.
Jede Stunde fallen laut Aljazeera 42 Bomben auf Gaza, werden 12 Gebäude zerstört, 15 Menschen (darunter 6 Kinder) getötet und 35 Menschen verletzt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwirkte bei Verhandlungen mit den Kriegsparteien in Gaza eine mehrstündige Feuerpause ab Sonntag, um Polio-Impfungen bei Kindern unter 10 Jahren in Gaza durchführen zu können.1 Noch hat sich das Virus nicht stark ausgebreitet, nur wenige Erkrankungsfälle sind bisher bekannt. Eine Infektion mit dem Virus führt nach anfänglichem Fieber zu Lähmungen und kann vereinzelt auch zum Tod führen.
Gemeinsam mit der UNICEF, dem Palästinensischen Gesundheitsministerium und UNRWA plant die WHO über 640.000 Kinder in Gaza zu impfen. Der Impfmarathon beginnt am Sonntag, dem 01. September. Drei Tage lang werden die Hilfsorganisationen die Möglichkeit haben die Impfungen über mehrere Stunden zu vergeben. 300 mobile Teams werden in Zentralgaza beginnen und nach drei Tagen in den Süden ziehen und schließlich auch den Norden versorgen. Vier Wochen später wird dann die zweite Dosis der Polio-Impfung vergeben. Das Ziel ist es, mehr als 90 Prozent der in Gaza lebenden Kinder zu impfen, damit eine Verbreitung des Virus verhindert wird. In Gaza haben die Organisationen glücklicherweise positive Erfahrungen mit Kinderimpfungen. Eltern brachten ihre Kinder in der Vergangenheit direkt zu den Impfstellen und Krankenhäusern, sodass eine Abdeckung von über 95 Prozent möglich war.
Durch die heftigen Kampfhandlungen, die mittlerweile fast elf Monate andauern, hat sich in den Trümmern von Gaza ein besonders günstiger Nährboden für Krankheitserreger ergeben. Leichen unter den verschütteten Häusern, Müll und verdrecktes Wasser beschleunigen die Entstehung von Krankheiten, die lebensverändernd oder tödlich sein können. Das gesamte Gebiet und seine Einwohner haben bereits mit der Ausbreitung verschiedener Infektionskrankheiten zu kämpfen. Die Hoffnung liegt nah, dass mit den Impfungen und die damit einhergehenden mehrstündigen Feuerpausen auch Hygieneartikel verteilt werden können. Zudem werden sich die Gesundheits- und Hilfsorganisationen einen Überblick verschaffen können, über die gesundheitliche Lage der Bevölkerung. Da diese Impfung speziell Kinder betrifft, bietet sie eine Möglichkeit, vermisste und verwaiste Kinder zu finden und diese zu versorgen und in Sicherheit unterzubringen.
In den vergangenen elf Monaten wurden in diesem Krieg mehr als 40.500 Palästinenser getötet, ein Großteil von ihnen Frauen und Kinder. Gaza gilt seit Beginn des Krieges als der tödlichste Ort an dem ein Kind leben kann.
Wir verwenden Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wir tun dies, um das Surferlebnis zu verbessern und (nicht) personalisierte Anzeigen anzuzeigen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn Sie nicht zustimmen oder Ihre Zustimmung widerrufen, kann dies bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigen.
Functional
Immer aktiv
The technical storage or access is strictly necessary for the legitimate purpose of enabling the use of a specific service explicitly requested by the subscriber or user, or for the sole purpose of carrying out the transmission of a communication over an electronic communications network.
Preferences
The technical storage or access is necessary for the legitimate purpose of storing preferences that are not requested by the subscriber or user.
Statistics
The technical storage or access that is used exclusively for statistical purposes.The technical storage or access that is used exclusively for anonymous statistical purposes. Without a subpoena, voluntary compliance on the part of your Internet Service Provider, or additional records from a third party, information stored or retrieved for this purpose alone cannot usually be used to identify you.
Marketing
The technical storage or access is required to create user profiles to send advertising, or to track the user on a website or across several websites for similar marketing purposes.