„Die Israelis begannen einfach auf uns zu schießen, als wäre es eine Falle gewesen. Sobald wir zu den Hilfslieferungen liefen, fingen sie an auf uns zu schießen.“ So ein Augenzeuge des Massakers.1 Erste Zahlen sprechen von mehr als 100 Toten und über 700 Verletzten.2 In den deutschen Mainstream Nachrichten finde sich wenige Worte über dieses Massaker. Man lobpreist die Israelis für ihr humanitäres Engagement. Zu dem Vorfall von heute Morgen wird berichtet, dass sich die israelische Armee von den hungernden Palästinensern bedroht gefühlt hatte, als diese zu den Hilfslieferungen eilten.3 Das Ergebnis: über 100 getötete palästinensische Männer und Frauen.
Das israelische Militär beschreibt in einem kurzen Statement auf X, ehemals Twitter, dass heute Morgen mehrere Palästinenser die ankommenden LKW mit Hilfslieferungen umzingelten und ausbeuteten. Die vielen Toten und Verletzten sind ein Resultat des Gedrängels und davon, dass einige von den LKW überfahren wurden. Das Video zeigt jedoch deutlich Gewehrschüsse auf die Menge. Bilder zeigen Tote durch Schusswunden.4 Dies wird durch zahlreiche Augenzeugen bestätigt. „Wir sterben, weil wir Mehl für unsere Kinder holen möchten“, berichtet einer der Verletzten.5
„Gesundheitswesen in Gaza bricht zusammen“ berichtet die Tagesschau.6 Der Direktor des Kamal Adwan Krankenhauses in Nordgaza, Dr. Hossam Abu Safiya, berichtet auf Al-Jazeera, dass es keine Operationssäle mehr gibt. Er und sein Team können nur noch erste Hilfe leisten.7 Gestern wurde noch davon berichtet, dass vier Neugeborene an Unterernährung und Dehydration in diesem Krankenhaus gestorben sind.8 Ein „Zusammenbrechen“ des Gesundheitssystems ist eine starke Verzerrung der Realität, wenn selbst in Krankenhäusern nur noch erste Hilfe geleistet werden kann.
Der internationale Gerichtshof forderte Israel am 26. Januar 2024 dazu auf, die Lage für die Zivilisten in Gaza deutlich zu verbessern. Zivilisten sollen besser geschützt werden und Hilfslieferungen müssen zugelassen werden. Ob sich etwas an der Lage in Gaza seit diesem für Israel bindenden Urteil des Internationalen Gerichtshof geändert hat, ist anzuzweifeln. Derzeit berichtet Netanjahu davon, das israelische Militär hätte bislang mehr als 12.000 Hamas-Kämpfer getötet.9
Diese Zahl geht nur schwer in den offiziellen Zahlen auf. Derzeit wird von mehr als 30.000 Toten gesprochen, davon 12.500 Kindern. Mindestens 8000 Menschen gelten als vermisst.10 Unter den mehr als 100.000 Verletzten, viele Menschen, vor allem Kinder mit Verstümmelungen. Die erlittenen Traumata innerhalb der Bevölkerung und vor allem bei den Kindern können nicht gezählt werden. Für Heilung und Behandlung gibt es bis dato noch keine Aussicht. Der Ruf nach Hilfe wird von der internationalen Staatengemeinschaft überhört und ignoriert. „Verhungert oder sterbt im Kugelhagel.“ Das sind die Optionen, die die Welt den Palästinensern in Gaza im Moment zu geben scheint.
„Palästinensische Frauen und Mädchen werden berichten zufolge willkürlich in Gaza hingerichtet, oft gemeinsam mit ihren Familienmitgliedern, inklusive ihrer Kinder“, berichtet die UN am 19. Februar 2024. Mit diesen Worten beginnt der von den Vereinten Nationen veröffentlichte Artikel zu einem Bericht, dass Frauen und Mädchen von der israelischen Armee sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt werden.1
Hala Khreis wurde am 12. November 2023 während der Evakuierung auf offener Straße kaltblütig erschossen und ist wahrscheinlich nur ein grausames Beispiel dafür, worauf UN-Bericht hinweist.2 Auf dem Video, der den Mord an ihr dokumentiert, ist zu sehen, wie ihr Enkel die weiße Flagge hochhält. Hala, seine Großmutter hält ihn an der anderen Hand und wird nach wenigen weiteren Schritten erschossen.
Die Vereinten Nationen äußern in dem Nachrichtenartikel ihre Besorgnis über die willkürliche Inhaftierung von hunderten Frauen und Mädchen aus Gaza und dem Westjordanland durch das israelische Militär seit dem 7. Oktober. Unter ihnen befinden sich unter anderem Menschenrechtsaktivistinnen, Journalistinnen und medizinische Hilfskräfte. Die Inhaftierten berichten von grausamen Zuständen, erniedrigende Behandlung und davon, dass sie geschlagen wurden, ihnen Menstruationsbinden, Nahrung und medizinische Versorgungen verweigert wurden.
Schockierender sind die Berichte von vielen der Frauen und Mädchen, dass sie während ihrer Haft Opfer von verschiedenen Formen sexueller Belästigung und Gewalt geworden sind. Zwei von ihnen sprechen von Vergewaltigung, andere sprechen davon, dass ihnen mit Vergewaltigung gedroht wurde. Einige israelische Soldaten sollen herabwürdigende Fotos von den inhaftierten und gepeinigten Frauen gemacht haben, die sie anschließen im Internet verbreiteten. Ebenfalls führt der Bericht die Sorge an, dass viele palästinensische Frauen und Mädchen seit Beginn der israelischen Offensive nicht mehr auffindbar sind, nachdem sie von der israelischen Armee mitgenommen wurden.
Gewalt und sexuelle Übergriffe gegenüber palästinensischen Frauen und Mädchen sind keine Seltenheit, ebenso wenig wie die Inhaftierung von Kindern. Wie die UN am 11. Mai 2020 berichtete, befanden sich bis Ende März 2020 knapp 200 Kinder in israelischer Haft.3
Wir fragen uns häufig, wann diese Grausamkeiten in der Welt ein Ende finden. Fragen sollten wir uns ebenfalls, ob die sanften Verurteilungen unserer Regierungen ausreichen, Menschenleben zu retten und sie vor psychischem und physischen Schaden zu bewahren. Wozu haben wir internationales Recht, den internationalen Gerichtshof und hunderte Meetings der Nationen zu der aktuellen schrecklichen Lage, wenn das Ergebnis ihrer Urteile und Meinungen nichts weiter ist als Ignorieren des Aggressors. Diese Urteile sind wertlos, wenn der Aggressor ungehindert und ungestraft seine kriminellen Überfälle fortführen kann, während er die internationale Gemeinschaft und ihre Führung ignoriert und diese nichts tun außer zuschauen.
Die Trauer in Deutschland sitzt tief heute, am 19. Februar. An diesem Tag vor vier Jahren wurden neun junge Menschen in Hanau ermordet. Das Motiv des Mordes war Rassismus. Für die meisten von uns geht der Alltag normal weiter, auch wenn wir mit den hinterbliebenen trauern. Für sie ist jedoch seit vier Jahren alles anders. Nichts wird jemals so sein wie davor. Niemand kann den Opfern und ihren Familien je das Leben zurückgeben.
„Dieser Mordanschlag weckt die Politik und die Gesellschaft auf“, dachte man. „Dinge werden sich ändern“, sagte man. Doch was wurde seitdem wirklich unternommen? Übergriffe mit rassistischen Motiven sind in Deutschland eine Ausnahme, möchten einige meinen. In den Medien wird häufig nur am Rand darüber berichtet, wenn muslimische Frauen wegen ihres Kopftuchs attackiert werden. Fremdenfeindliche Übergriffe sind jedoch bei vielen der Alltag, auch wenn sie noch so klein sind. Vielmehr lesen wir in den Hauptschlagzeilen, wie schlecht sich Zuwanderer in den letzten 60 Jahren integriert haben. Als Bild der Schlagzeile eine Frau mit Kopftuch oder andere Bilder, die widerliche Klischees bedienen. Das sind keine Berichte, die in der Gesellschaft zu einem gemeinsames Wir beitragen, sondern Artikel, die die Verkaufs- und Klickzahlen der jeweiligen Zeitungen und Medien erhöhen sollen, indem sie auf die Sensationsgier der Menschen abzielen. Das Ergebnis: Nicht das Wohl der Menschen und das Gemeinschaftsgefühl der Bevölkerung wächst zusammen, sondern die Spaltung innerhalb der Gesellschaft wächst. Vielleicht sollten sich diejenigen, die an den Hebeln unseres Landes sitzen, darüber Gedanken machen, ob diese Art der Berichterstattung einen Beitrag zu Frieden leistet. Waren Medien nicht zur Aufklärung aufgerufen, die zu Zusammenhalt führt?
Wir können uns innerhalb der Bevölkerung weiter trennen und weniger als ein Wir denken. So ist es wahrscheinlich einfacher, im Falle einer Katastrophe einen Schuldigen zu finden, auf einen Feind zeigen zu können und eine mögliche Schuld, Verantwortung oder Betroffenheit von sich zu weisen. „War ein schrecklicher Einzelfall eines grausamen Rassisten, den wir verurteilen.“, könnte es dann heißen. Die Verurteilung ist einer der ersten Schritte, was ist mit der Verbesserung der Lage? Wenn man heute Kinder aus Migrationsfamilien fragt, ob sie sich tatsächlich als vollen Teil der deutschen Bevölkerung, unserer Gesellschaft sehen, wird die Antwort gelinde gesagt sicher nicht immer positiv ausfallen. Traurig, dass unsere Regierungen nach fast 65 Jahren Einwanderungsgeschichte immer noch keinen Weg gefunden haben, die die Probleme der Integration, des teilweise beidseitigen Hasses und des Rassismus ansatzweise lösen. Derzeit spürt man eher, dass sich die Probleme seit Jahren verhärten.
Heute trauert hoffentlich ganz Deutschland. Ist es eine Trauer wegen der Opfer durch ihre Familien, die nicht erlauben, dass man den Anschlag auf ihre Kinder vergisst oder ist es eine Trauer, die uns an unsere Probleme innerhalb unserer Gesellschaft erinnert und uns motiviert, diese zu lösen?
Sie waren neun Menschen von uns, unserer deutschen Gesellschaft. Gökhan, Sedat, Said, Mercedes, Hamza, Vili-Viorel, Fatih, Ferhat und Kaloyan. Man wird euch nicht vergessen. Möget ihr ewig in Frieden ruhen.
Seit wenigen Tagen ist die Feuerpause beendet, um die sich Katar und Ägypten durch Verhandlungen bemüht hatten. Bei einer UN-Resolution, bei der zu eine „sofortige, dauerhafte und anhaltende humanitäre Waffenruhe“ sowie den „ununterbrochenen, ausreichenden und ungehinderten“ Zugang von lebensrettenden Gütern und Dienstleistungen für die Zivilisten, die in der Enklave eingeschlossen sind, gerufen wurde,[1] stimmten 14 Länder gegen eine Feuerpause, unter anderem Österreich, Tschechien, Ungarn und Kroatien. 44 Länder enthielten sich, unter anderem Deutschland, Ukraine und Polen. Für eine sofortige Feuerpause stimmten 121 Länder, unter anderem die Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg.[2] Die Abstimmung fand am 27. Oktober 2023 statt und war eine formelle Reaktion der Vereinten Nationen auf die Eskalation der Gewalt seit dem 7. Oktober.
An jenem Tag erklärte die Hamas Israel den Krieg und feuerte mindestens 3000 Raketen vom Gazastreifen aus ab.[3] Sie drangen auch in die israelischen Siedlungen ein und nahmen Geiseln. Ein Anführer der Hamas, Mohammed Deif, sagte, der Angriff sei eine Reaktion auf die 16-jährige Blockade des Gazastreifens, die israelischen Militäroperationen im Westjordanland im letzten Jahr und die eskalierende Gewalt in Al Aqsa durch die israelischen Soldaten und Siedler.[4] Die Israelische Armee reagierte, wenn auch etwas zeitversetzt, mit massiven Luftangriffen auf Gaza, die zahlreiche zivile Opfer forderten und die Infrastruktur zerstörten. Die Gewalt breitete sich auch auf das Westjordanland, Ostjerusalem und die nordisraelisch-südlibanesische Grenze aus. Laut der UN sind über 1,82 Millionen Menschen innerhalb des Gazastreifens auf der Flucht.
Laut dem Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) liegt die Zahl der getöteten Palästinenser mittlerweile weit über 15.000, von denen 70% Frauen und Kinder sind und über 40.000 Verletzte.[5] Die Erfassung der Zahl der getöteten Palästinenser erweist sich als herausfordern, wenn man sich auf die deutschen Medien bezieht. Es herrscht entweder eine kontroverse Debatte darüber, wie glaubwürdig die Zahlen sind, oder es wird sehr verhöhnend von einer „hohen Zahl an Toten und Verletzten“ gesprochen. Die Würdigung der Kriegsopfer ist ein wesentlicher Aspekt der Menschenrechtspraxis, die die Grundlage des deutschen Grundgesetzt darstellt. Die Würdigung der Menschenrechte manifestiert sich auch in der Angabe der Anzahl der Opfer. Gemäß dem internationalen Völkerrecht sind die Identifizierung und Registrierung von Toten sogar vorgeschrieben.
Ferner ist eine derartige Situation ein Hindernis für eine objektive und ausgewogene Berichterstattung über den Krieg und ein Beweis für ein gänzlich fehlendes palästinensisches Narrativ. Wiederum ist das Schweigen über die palästinensische Geschichte, Identität und Rechte eine Form der Unterdrückung, Diskriminierung und Kriminalisierung der Palästinenser und verletzt die grundlegenden Prinzipien des Journalismus, weil sie nur eine einseitige Berichterstattung ermöglicht.
Auch die Struktur der Berichterstattung unterscheidet sich, wenn über den Krieg gesprochen wird. Das zeigt sich deutlich an einem der neuesten Artikel des Auswärtigen Amts, dass Reiseinformationen beinhaltet. Am 30. November 2023 heißt es bereits in der Überschrift, dass „mehr als 1.200 Menschen getötet“[8] wurden, wobei sich die Zahl auf die israelischen Opfer bezieht und seit dem 7. Oktober unverändert ist. Im nächsten Absatz wird diese Zahl wiederholt und zusätzlich die 200 Geiseln erwähnt, die von der Hamas festgehalten werden. Erst im letzten Absatz des Artikels findet sich eine knappe Erwähnung der palästinensischen Seite, die besagt, dass „die humanitäre Lage in Gaza katastrophal ist. Es gibt tausende Tote und Verletzte.“[9] Dabei wird keine präzise Zahl genannt und auch nicht klar gemacht, dass diese Menschen durch israelische Angriffe getötet wurden, sondern lediglich, dass sie tot sind. Bei einer allgemeinen Suche auf der Seite der Bundesregierung nach der Zahl 1200 werden 56 Ergebnisse angezeigt und lediglich die israelischen Opfer betreffen. Hingegen gibt es keine ansatzweisen Schätzungen zu den palästinensischen Opferzahlen, die nach Angaben der Vereinten Nationen schon mehr als 10.000 betragen.
Journalisten, die sich um eine palästinensische Perspektive bemühen, werden bedroht oder getötet. Das Komitee zum Schutz von Journalisten zählt für diesen Krieg bereit 61 getötete Journalisten durch Israel, davon sind 54 palästinensischer, 4 israelischer und 3 libanesischer Herkunft. Laut dem Komitee handelt es sich um den tödlichsten Monat für Journalisten, der jemals aufgezeichnet wurde. Hinzu kommen 19 Verhaftungen von Journalisten.[6] Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen ruft den Internationalen Strafgerichtshof auf, wegen Kriegsverbrechen zu ermitteln und hat bereits Strafanzeige erstattet.[7]
Es ist ferner laut deutscher Medien nicht erlaubt und „antisemitisch“[10], den anhaltenden Krieg gegen Gaza als genozidal zu beschreiben, obwohl die UN vor einem möglichen Völkermord durch Israels Handlungen im Gazastreifen warnt. Sie beziehen sich unter anderem auf die öffentlichen Aufrufe zur Vernichtung der Palästinenser, absichtliche Aushungerung und die Zerstörung lebensnotwendiger Infrastruktur in Gaza. Dabei fordern 19 UN-Sonderberichterstatter um sofortiges Eingreifen.[11]
Ein schwerwiegendes Kriegsverbrechen, das Israel begangen hat, ist die Zerstörung von medizinischen Einrichtungen, die einen klaren Verstoß gegen die Genfer Konventionen darstellt. Diese Konventionen schützen die Zivilbevölkerung und das medizinische Personal in Kriegszeiten und verbieten Angriffe auf Krankenhäuser, Ambulanzen und andere Gesundheitsdienste. Ein Beispiel dafür ist das Bombardement des al-Ahli Krankenhauses in Gaza am 17. Oktober. Dieses Ereignis erregte internationale Aufmerksamkeit, weil es zunächst unklar war, wer dafür verantwortlich war. Über die restlichen Zerstörungen von medizinischen Einrichtungen in Gaza gab es jedoch kaum mediale Aufmerksamkeit, obwohl die humanitäre Situation dort katastrophal ist. In einem neuesten Artikel von „The Guardian“ werden mehr als 200 Beweise, darunter Videos, Fotos, Nachrichtenaufnahmen und Satellitenbilder vom 21. Oktober bis zum 11. November analysiert und aufgezeigt, die verursachte Schäden durch die Israelische Armee an 10 Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen im Gazastreifen untersuchen. [12]
Die deutschen Medien zeigen sich realitätsfremd, als ob sie keinen Zugang zu internationalen Nachrichtenquellen hätten. In einem Artikel über den UN-Vorwurf, dass Israel Kriegsverbrechen begehe, heißt es: „Wenn sich ein Staat wehre, gebe es zwar völkerrechtliche Spielregeln, diese Spielregeln halte Israel aber absolut ein, was auch führende deutsche Völkerrechtler bestätigt hätten.“[13] Diese Aussage ignoriert jedoch die zahlreichen Beweise und Berichte, die das Gegenteil nahelegen, die unter anderem oben genannt wurden.
Eine differenziertere Debatte findet in Großbritannien statt, wo die Medienberichterstattung über den Israel-Palästina-Konflikt kritischer und ausgewogener ist. Eine Studie des Muslim Council of Britain’s Centre for Media Monitoring (CfMM) kritisierte gewisse Wörter im Zusammenhang mit einer gleichmäßigen Berichterstattung wie z.B. die Verwendung von Begriffen wie „Räumung“ oder „Eigentumsstreit“, um die illegalen Siedlungspläne in Sheikh Jarrah (Ostjerusalem) zu beschreiben, sowie die Verwendung von Begriffen wie „Zusammenstöße“ und „Konflikt“, um die Gewalt in der Al-Aqsa-Moschee zu beschreiben.[14]
Um die Sichtbarkeit der palästinensischen Narrativen zu erhöhen, gibt es mehrere Ansätze. Ein möglicher Ansatz ist die Unterstützung und der Schutz der palästinensischen Journalisten und Medienunternehmen, die von den israelischen Behörden und Siedlern Zensur und Gewalt ausgesetzt sind. Diese Journalisten und Medien bieten eine alternative und authentische Informationsquelle zur Lage und den Perspektiven der Palästinenser. Ein weiterer Ansatz ist die Erleichterung des Zugangs und des Austauschs von palästinensischen Journalisten und Medien mit westlichen Journalisten und Medien, die sich häufig auf israelische Quellen und Erzählungen stützen. Diese Journalisten und Medienunternehmen würden von der Zusammenarbeit und der Vielfalt der palästinensischen Journalisten und Medienunternehmen profitieren und eine umfassendere und differenziertere Berichterstattung über den Krieg bieten.
Für Deutschland ist es wichtig, den Nahostkonflikt und seine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu verstehen. Die Sichtweise ist immer auch – bewusst oder unbewusst – geprägt von den etablierten Diskursen und historischen Großnarrativen über die Zeit des Nationalsozialismus. Diese beeinflussen sich zum Konflikt im Nahen Osten äußern zu können oder zu dürfen. Oftmals dominiert hier eine moralische Haltung, die sich nicht aus einer differenzierten Sachkenntnis, sondern aus einem unhinterfragten Wertekanon ergibt. Diese Moral ist jedoch oberflächlich und leer. Vielleicht hilft der Blick auf die zwei Narrative aus Israel und Palästina, um auch in Deutschland weniger moralisierend und mit mehr Sachkenntnis das eigene Großnarrativ weiterzuentwickeln.
Auf dem Hauptstadt-Portal „berlin.de“ war über 10 Jahre lang ein Aufklärungsbuch für Kinder zwischen 6-12 Jahren über die Prostitution aufrufbar. Mit äußerst vulgären Ausdrücken und obszönen Bildern wollte man Kinder über die Prostitution in Berlin „aufklären“.
„Die Männer bei Rosi machen nicht Liebe, sondern Sex wie im Fernsehen!“
Das Buch „Rosi sucht Geld“ stand seit 2013 kostenlos zum Download zur Verfügung. In dem Buch geht es um Prostituierte, käuflichen Sex und die Verwendung von Kondomen. Die Geschichte handelt von Maryam, ein Grundschulkind mit syrischen Eltern, die neugierig ist, was denn die Frauen so machen, die da fast jeden Tag halb nackt an der Straße stehen. Zielgruppe dieses Buchs seien Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Es entstand vor über zehn Jahren mit Senatsgeldern. Bekanntheit erlangte dieses Buch nach all den Jahren durch einen bekannten Podcast im Internet.
Auf 72 werden den Kindern die oben genannten Themen sehr anschaulich erklärt.
„Mama macht Liebe mit Papa, aber die Männer bei Rosi machen nicht Liebe, sondern Sex wie im Fernsehen!“ Das alles wird mit sehr geschmacklosen und pornografischen Skizzen untermalt. Dabei ist dieser eine Satz noch einer der harmloseren in diesem Buch.
„Das Buch ist katastrophal und absolut nicht kindgerecht“, kritisiert die CDU-Bezirksverordnete Daniela Fritz (40). „Prostitution wird verharmlost, Gewalt und Kriminalität am Straßenstrich ebenso. Ein absolutes Unding!“
Das Buch ist mittlerweile nicht mehr verfügbar
Die Bezirksbürgermeistern Stefanie Remlinger verteidigt das Buch und seine Entstehung.
„Es wurde ausschließlich an Erwachsene ausgegeben, die selbst entschieden, wie und ob sie es verwenden wollen.“ Warum es überhaupt entwickelt wurde? „Familien, die im Kurfürstenkiez wohnen, hatten das Bezirksamt Mitte gefragt, was sie ihren Kindern sagen sollen“, so die Rathaus-Chefin.
Das Buch wurde nun von der Seite entfernt. Es hätte nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt und Erwachsene hätten das Buch nicht genutzt. Fakt ist aber, dass erst durch den bekannten Podcast und dem Eklat das Buch entfernt wurde. Schon vor 10 Jahren hat man, durch Steuergelder finanziert, Inhalte veröffentlicht, die mehr als verstörend sind. Kindern tatsächlich solche Inhalte zuzumuten, ist nicht nur verantwortungslos, sondern gleicht einer Kindeswohlgefährdung. Es ist schade, dass erst reagiert wird, wenn bekannte Influencer und Menschen mit ihrer Reichweite solche Werke anprangern. Es zeigt aber umso mehr, wie wichtig es ist, stets aufmerksam zu bleiben und solche Inhalte publik zu machen, damit die Kinder vor solchen Anblicken und Inhalten verschont bleiben.
In Berlin versammelten sich rund 1000 Menschen am Potsdamer Platz als Hunde verkleidet. Dabei identifizieren sich alle Teilnehmer selbst als Hunde. Sie bellten und jaulten um die Wette. Für viele ein harmloses Treffen, da niemand zu Schaden kommt und es Privatsache ist, wie jemand auftreten möchte.
Schüler identifiziert sich als Fuchs
„Furries“ sind Menschen, die sich als realistische Tiere verkleiden und auch deren Verhalten adaptieren. Solche Furries haben sich also in Berlin versammelt, um ihrer „wahren Identität“ Ausdruck zu verleihen. Für viele noch normaldenkende Menschen ist solch ein Anblick und solch eine Geräuschkulisse mehr als verstörend, gerade wenn leicht beeinflussbare Kinder zusehen können. Viele Bürger haben leider wie so oft eine „ist mir egal Haltung“. Solange nämlich keiner einen Schaden mitnimmt, oder man selber nicht belästigt wird, soll jeder tun und lassen können was er wolle. Aber diese Haltung ist eines der Gründe für den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft. Natürlich ist solch ein Aufmarsch schädlich für die Gesellschaft und natürlich hat dies einen negativen Einfluss auf Kinder und Jugendliche, wenn sowas öffentlich einfach toleriert wird.
Kürzlich erst machte eine Schule in Schottland Schlagzeilen, in der sich ein Schüler als Fuchs identifizierte. In einer Schule in Wales berichtete man von einer Schülerin, die im Unterricht „miauen“ durfte. Ein anderer Klassenkamerad trug einen Umhang und behauptete, ein Mond zu sein. Kinder fantasieren oft und nehmen Rollen von Superhelden oder anderen Wesen an. Es war für die Erwachsenen aber eigentlich bis jetzt immer klar, dass es nur Fantasien und Spielereien sind. Heutzutage werden Kinder durch solche Veranstaltungen wie in Berlin manipuliert und verunsichert. Nehmen sie dann tatsächlich solche Rollen an, wird man dazu aufgefordert, sich ernsthaft mit ihren Identitäten auseinanderzusetzen.
So wies in den obengenannten Fällen der britische Premierminister Rishi Sunak die Schulleiter an, sich mit den Identitäten auseinanderzusetzen. Solange solche Menschen an der Macht sind und die Politik solch ein Verhalten unterstützt und die Mehrheit dieses weiterhin ohne jegliches Aufbegehren hinnimmt, wird sich die westliche Gesellschaft immer weiter gen Abgrund bewegen.
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