Der Tod als Brücke der Bewusstseinserweiterung

Der Tod als Brücke der Bewusstseinserweiterung

Der Tod nach islamischem Verständnis dient als Brücke der Bewusstseins- bzw. Wahrnehmungserweiterung. Der Tod ist zunächst einmal die Trennung von diesem irdischen Leben und stellt eine Art Übergang ins Jenseits dar. Er ist ein Hilfsmittel, um uns die Realität dieser Welt kenntlich zu machen. Er hilft uns dabei zu verstehen, dass diese Welt kein beständiger, sondern vielmehr ein vergänglicher Ort ist. Mit dem Tod geht eine Neuausrichtung des Weltlichen einher, also des irdischen Daseins. Es geht darum im Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit zu leben. Doch dieses Bewusstsein fehlt uns oft im Leben, was wiederum dazu führt, dass wir mit vielen Prüfungen im Leben nicht umzugehen wissen, bzw. diese uns sehr ein- und mitnehmen, sodass wir stagnieren oder gar resignieren.

Daher ist die ständige Erinnerung an den Tod bzw. die Jenseitslehre, ein wichtiger Aspekt im Leben von uns Menschen, weil wir dadurch eine innere Stärke entwickeln können, welche uns standhaft alles ertragen und geduldig unseren Weg weitergehen lässt. Der Tod ist für uns jedoch oft mit etwas Negativem konnotiert, jedoch ist es oftmals eine Frage mit welchen Augen wir auf etwas blicken, denn man kann in allem etwas Positives sehen.

Oft besteht aufgrund der fehlenden Einsicht bzw. der mangelnden Vorkehrungen, die wir für die kommende Welt getroffen haben, eine Angst vor dem Tod, wobei der Tod doch in Wahrheit die Begegnung mit Gott darstellt. Wenn es etwas gibt, was unausweichlich ist, dann, dass der Tod uns alle erreichen wird und die besten Vorbereitungen, die wir dafür tun können jene sind, für diese Welt so zu tun, als würden wir auf ewig in ihr leben und für unser Jenseits so zu tun, als würden wir morgen diese Welt verlassen. So lässt es sich dann auf dieser Welt friedlicher leben, weil die Welt nicht mehr in uns lebt. 

Weisheiten und Lehren des Quran

Weisheiten und Lehren des Quran

Viele Menschen fragen sich in den Zeiten der Erschwernis, bzw. wenn Leid und Übel sie heimsuchen, wo denn die Gerechtigkeit Gottes sei. Wieso lässt Er Leid und Übel zu? Im heiligen Quran befinden sich viele Lehren und Weisheiten, welche uns, wenn wir denn tiefer über die Verse des heiligen Quran reflektieren würden, von großem Nutzen in unserem Alltag sein würden.

Die Geschichte, welche sich zwischen dem Propheten Moussa (as) und Khidr abspielt ist ein wunderbares Beispiel dafür. In der Sure al Kahf wird auf diese Geschichte in den Versen (65-82) eingegangen. Eine der Lehren, die wir aus diesem Ereignis ziehen können ist, dass die göttliche Gerechtigkeit gekoppelt an das Jenseits ist. Wir können Khidr in den Versen des heiligen Qurans als jenen sehen, der die göttliche Gerechtigkeit widerspiegelt, welche für uns nicht sichtbar ist, weil ein Schleier zwischen uns und der verborgenen Welt liegt. Gott hat jedoch Wissen über alles und niemand wird davonkommen, ohne, dass mit ihm abgerechnet wird, sei es bereits im Diesseits oder erst im Jenseits.

Eine weitere Lehre, die wir aus der Geschichte ziehen können wird durch das Verhalten vom Propheten Moussa (as) ersichtlich. Uns fehlt oftmals die Geduld im Leben, um gewisse Lehren zu verstehen bzw. auch beim Streben nach Wissen. Dies stellt jedoch ein Hindernis beim Lernen dar, da das Streben nach Wissen der Geduld, dem Vertrauen und der Demut bedarf, denn der Kern des Wissens ist die Demut. Der Prophet Moussa (as), der als der Wissendste seiner Zeit galt, begegnete schließlich jemandem, der ein Wissen erhalten hat, welches er nicht besaß. Die Lehre, welche wir daraus ziehen können ist, dass jeder Mensch etwas weiß, was wir nicht wissen und wenn wir meinen über eine andere Person zu stehen, versperren wir uns vielleicht den Weg, um neues zu lernen.

Das Gemeinschaftsgefühl im Monat Ramadan

Das Gemeinschaftsgefühl im Monat Ramadan

In einigen Tagen beginnt der heilige Monat Ramadan, welcher durch seine Besonderheit auch der Monat der Gemeinschaft ist. Wir alle sind die Gäste Gottes in diesem gesegneten Monat. Doch aufgrund der immer noch bestehenden Pandemie wird er dieses Jahr erneut geprägt sein von gewissen Maßnahmen. Diese Maßnahmen schränken unser Gemeinschaftsgefühl, welches wir sonst gewohnt sind, ein. Hier stellt sich nun jedoch die Frage, ob und wie wir dennoch ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und spüren können. Manchmal machen wir Menschen nämlich vieles davon abhängig, ob etwas im Äußeren sichtbar, bzw. für uns physisch greifbar ist. Vieles kann jedoch auch die physischen Dimensionen überschreiten und die Grenzen auflösen, welche wir uns selbst meistens setzen.

Wir alle sind Gäste in diesem Monat Ramadan. Eingeladen von demselben Gastgeber, von Gott, um von Seiner Tafel speisen zu können. Wir wurden alle ohne Ausnahme eingeladen, um uns im Meer Seiner Liebe reinzuwaschen, unsere Lasten, Sünden und unsere Sorgen loszulassen, um mit neuer Lebensenergie durch dieses Leben zu schreiten. Vielleicht sind wir alle dieses Jahr erneut größtenteils physisch getrennt voneinander, doch spüren und erleben dadurch umso mehr die seelische Verbundenheit, welche im Herzen mündet und uns alle vereint, weil wir eben alle die Gäste desselben Gastgebers sind. Und vielleicht liegt der Segen darin, eine innere Stärke zu entwickeln, welche uns dann als Gemeinschaft wahre Stärke verleiht. Möge Gott uns diesen Monat erneut erleben lassen, uns vergeben, wir all jene nicht vergessen, die nicht mehr unter uns weilen und wir die Gemeinschaft äußerlich, als auch innerlich stärken, indem wir uns als Teil eines Ganzen verstehen.

Im Wechsel der Nacht – Schicksalsschläge meistern

Im Wechsel der Nacht – Schicksalsschläge meistern

Der Frühlingsbeginn markiert den Zeitraum im Leben von uns Menschen, welcher uns lehrt, dass keine Tage gleich bleiben und wir nicht auf ewig in ein und derselben Situation verharren werden. So liegen in der Natur Zeichen für uns Menschen, die uns zu verstehen geben sollen, dass wir uns in einem stetigen Wandlungsprozess befinden und wie wir Schicksalsschläge meistern können.

Im heiligen Quran heißt es, dass mit der Erschwernis die Erleichterung kommt (94:6). Die Saat gedeiht nicht allein durch die Sonnenstrahlen, sondern bedarf auch dem Regen, um wachsen zu können. So ist es auch mit uns Menschen, wir können nicht wachsen, ohne geprüft zu werden. Viele verfallen oftmals jedoch in ein Loch während bzw. nach der Prüfung. 

Wenn gewisse Dinge im Leben von uns Menschen nicht nach Plan laufen, dann stimmt das uns Menschen oft sehr negativ und aus dieser Negativität finden wir oftmals nur schwer wieder heraus, wobei diese Situationen uns vielleicht lehren sollen, dass der Ausgang einer Sache nicht in unseren Händen liegt. Gott möchte uns dabei helfen, den Segen in einer Sache zu sehen.

Musa und Khidr

Er (swt) möchte uns lehren, dass wir die Dinge nicht oberflächlich betrachten sollen, sondern möchte Er (swt) uns durch all diese Situationen eine Einsicht mitgeben. So wie in der Geschichte des Propheten Musa (as) und Khidr (as). Wir sollen Dinge nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild beurteilen, sondern in die Tiefen eintauchen. Denn auch wenn der Mensch immer wieder von Prüfungen und Schicksalsschlägen heimgesucht wird, die zunächst keinen Sinn zu ergeben scheinen, so lehrt uns Gott, dass Er (swt) der Allwissende ist und in allem eine Weisheit steckt. Und so heißt es: „Wir werden ihnen Unsere Zeichen am Gesichtskreis und in ihnen selbst zeigen, bis es ihnen klar wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr über alles Zeuge ist?“ (Quran 41:53)

Barmherzigkeit auch gegenüber Tieren

Barmherzigkeit auch gegenüber Tieren

Die Bedeutung der Barmherzigkeit gegenüber allen Lebewesen im Islam ist leider viel zu wenig bekannt. Im Quran heißt es wiederholt, dass Gott der „Barmherzigste aller Barmherzigen“ (z.B. Sure 12,64) ist, am Anfang jeder Sure (bis auf eine) wird Er als „der Allerbarmer“, „der Barmherzige“ bezeichnet. Ein gläubiger Mensch wird die Barmherzigkeit Gottes nicht erfahren, wenn er (oder sie) nicht selbst barmherzig ist. Das geht aus zahlreichen Hadithen hervor. So heißt es bei Bukhari kurz und knapp: „Wer sich nicht erbarmt, dem wird sich nicht erbarmt.“ (Bukhari 22,107) In einem Hadith : „Den Barmherzigen ist Allah barmherzig. Seid barmherzig gegenüber denen, die auf Erden sind, dann sind auch die im Himmel (Allah und die Engel) euch gegenüber barmherzig.“ (Abû Dâwûd, Adab, 58)

Diese geforderte Barmherzigkeit gilt ausdrücklich gegenüber allen Lebewesen, d.h. auch gegenüber Tieren. So gilt im Islam das Verbot Tiere zu quälen, nicht einmal eine Ameise (z.B. An-Nawawi, Riyadus Salihin, 1610), Tiere aus Spaß oder „sportlichen Gründen“ als Zielscheibe zu missbrauchen (Ebenda, 1601) oder Tiere einzusperren, um sie zu töten (Ebenda, 1602). In einem anderen Hadith berichtet Ibn Masud, wie Gefährten des Propheten (saws) einem Vogel zwei Küken wegnahmen, als sich der Gesandte kurz entfernte. Daraufhin wurde der Prophet zornig und sagte: „Wer hat dieses (Rothuhn) mit seinen Kindern erschreckt? Bringt ihm seine Kinder zurück!“ (Ebenda, 1610).

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Christchurch

Christchurch

Am 15. März 2019 starben 51 unschuldige Menschen (Kinder, Frauen und Männer) in Christchurch (Neuseeland) durch einen Rechtsterroristen. Mit einem Sturmgewehr ermordete er sie kaltblütig, während sie sich zum Freitagsgebet versammelt hatten. Der Jüngste unter ihnen war gerade einmal drei Jahre alt und der Älteste unter ihnen 71 Jahre. Der Terroranschlag, wurde auf zwei Moscheen ausgeübthinterließ neben den Opfern auch viele Verletzte und gebrochene Herzen zurück. Eines der ersten Opfer, denen der Rechtsterrorist das Leben nahm, grüßte diesen zuvor noch, indem er ihm sagte „Hello Brother“. Der Mann in der Moschee ging vom Guten aus und starb in Frieden, weil der Frieden in seinem Herzen war. Der Islam ist eine Religion des Friedens, was uns immer wieder durch solche Menschen gezeigt wird, die den Frieden in ihren Herzen tragen, egal wie die äußeren Umstände auch aussehen mögen.

In Neuseeland galt die meiste Aufmerksamkeit den Verstorbenen und ihren Hinterbliebenen. Man wollte dem Terroristen nicht noch mehr Aufmerksamkeit geben, als er bereits bekam. Dieser Tag in Christchurch darf nicht in Vergessenheit geraten, weil er uns zeigt, wozu hasserfüllte Ideologien imstande sind. 51 Menschen starben durch den Hass eines Menschen. Neuseeland hat uns durch diesen Akt gezeigt, wie man mit Empathie den Menschen begegnet und es als Selbstverständlichkeit zu sehen, das Land zu einem Ort der Sicherheit für alle Bürger/innen machen zu wollen.

Mögen die Opfer in Frieden ruhen und Gott den Hinterbliebenen viel Kraft und Geduld geben.

„Betretet sie in Frieden und in Sicherheit.“ Quran (15:46)