Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq äußerte sich in einem Interview islamfeindlich und sagte einen bewaffneten Widerstand der Franzosen voraus.

Muslime sollen aufhören die Franzosen zu bestehlen und zu attackieren  

In dem sechsstündigen Interview mit dem französischen Philosophen Michel Onfray hatte Houellebecq Widerstand der „alteigesessenen Franzosen“ gegen die fortschreitende Islamisierung der Gesellschaft vorausgesagt. Zuerst lobte er die chinesischen Migranten. Auch wenn sie nach 30 Jahren kein Französisch könnten, störe sich niemand an ihnen, weil sie keine Straftaten begingen. Anders sieht es bei den Muslimen aus. Diese seien gewalttätig.

„Ich glaube, der Wunsch der französischen Stammbevölkerung ist nicht, dass die Muslime sich assimilieren, sondern dass sie aufhören, uns zu bestehlen und zu attackieren, kurz gesagt, dass ihre Gewalttätigkeit abnimmt, dass sie das Gesetz und die Menschen respektieren. Eine gute Lösung wäre es auch, wenn sie einfach abhauen.“

Er beobachtet, dass sich Menschen bewaffnen und an Schießständen üben. Diese Menschen seien keineswegs Hitzköpfe. Jedoch wird es seiner Meinung nach zu Widerstandsaktionen kommen, wenn ganze Gebiete unter islamistischer Kontrolle geraten.

  • „Attentate und Schießereien werden in Moscheen oder in Cafés stattfinden, die von Muslimen besucht werden, kurz, es wird umgekehrte Bataclans geben.“

Er bezieht sich damit auf den vom IS beanspruchten Anschlag im Jahre 2015 auf den Pariser Konzertsaal „Bataclan“. Die bewaffneten Angreifer töteten insgesamt 89 Menschen. Zudem starben 39 weitere Menschen bei Angriffen ihrer Komplizen auf Cafés und Restaurants in der Nachbarschaft.

Schriftsteller Houellebecq bezeichnete den Islam als „dümmste aller Religionen“

Houellebecq bezeichnete sich selbst einst als „Teilzeit-Islamophob“. Bereits im Jahre 2002 beschrieb er den Islam als „dümmste aller Religionen“. Am 20.Januar 2015 revidierte er jedoch, dass der Islam die dümmste aller Religionen sei: „…dem sei nicht so, er habe mittlerweile den Koran gelesen.“ Auch setzt Houellebecq den Islam nicht gleich mit dem Terror im Namen des Islam und meinte dazu:

„Eine durchschnittliche Interpretation des Koran führt keineswegs zum Dschihadismus. Um den Koran so zu deuten, muss man schon sehr unredlich, sehr unanständig sein“

Pariser Moschee-Rektor erstattet Anzeige gegen den Schriftsteller

Sowohl jetzt als auch damals im Jahre 2002 erstatte der Rektor der großen Moschee in Paris, Chems-eddine Hafiz eine Anzeige gegen den französischen Schriftsteller. Damals hatte das Gericht seine Klage abgewiesen, da er eine Religion als Doktrin angegriffen hat, welches das französische Gesetz erlaubt. Dieses Mal könnte er jedoch bessere Chancen haben, so der Literaturwissenschaftler Niklas Bender. Denn nun greift er eine Bevölkerungsgruppe an, die er generell als problematisch darstellt. Hafiz kritisiert in seiner Erklärung die „erstaunliche Brutalität“ der Auslassungen von Houellebecq. Diese schüren den Hass auf Musliminnen und Muslime.

Ironischerweise kritisieren einige die Anzeige gegen den französischen Schriftsteller. Der Moschee-Rektor erzeuge durch seine Strafanzeige ein Klima der Einschüchterung und der Zensur. Er propagiere eine neue „Gedankenpolizei“. Houellebecq sei zur „Zielscheibe“ gemacht worden, so der Philosoph Alain Finkielkraut.

 „Wenn es hier um Aufhetzung zum Hass geht, dann nicht in Houellebecqs Worten, so schockierend sie auch sein mögen, sondern in der gerichtlichen Strafverfolgung, die gegen ihn angestrengt wird“. Houellebecq würde zwar das „Schlimmste“ in Betracht ziehen, es sich aber nicht „wünschen“, so Finkielkraut.

Hetze gegen Muslime und Migranten sorgte bereits in der Vergangenheit für blutige Anschläge

In dem im Jahre 2015 erschienen Buch „Unterwerfung“ von Houellebecq, zeigten sich bereits die gesellschaftlichen Ausmaße, die er sich ausmalte. Ein Islamist wird darin französischer Präsident, wenngleich als kleineres Übel zum rechtsradikalen Kandidaten. Er führt die Scharia (islamische Rechtsordnung) ein und beendet die ausschweifende Lebensart, für die Frankreich bekannt ist. Die Geschichte wird aus der Sicht von François beschrieben. Dieser glaubt an nichts außer an seine eigenen Bedürfnisse. Am Ende konvertiert er zum Islam, welches die eigene „Unterwerfung“ widerspiegelt.

Dieser Roman zeichnet für die Europäer ein düsteres Bild, in der die Gesellschaft gegen ihren Willen komplett umgekrempelt wird. Diese Schwarzmalerei und das Schüren von Ängsten sorgten für die Anschläge in Hanau, Christchurch oder Oslo.

Auch in Frankreich, einen Tag vor Weihnachten 2022, hatte ein Franzose in Paris zwei Männer und eine Frau kurdischen Ursprungs erschossen und seine Tat mit seinem Hass gegen alle „nichteuropäischen Ausländer“ begründet.

In Deutschland spricht man vor allem nach der letzten Silvesternacht über die Migranten und ihre fehlende Integrationswilligkeit. Während einige versuchen eine sachliche Debatte zu führen und das Problem zu lösen, nutzen andere die Chance, rechtspopulistisches Gedankengut zu verstreuen. Letzteres erhöht die immer größer werdende Abneigung gegen Migranten und Muslime in der Gesellschaft. Über gesellschaftliche Probleme muss man sachlich diskutieren, ohne Feindbilder zu schaffen und pauschalisierende Urteile zu treffen. Nur so kann man Lösungen finden, die langfristig zu einer Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenlebens führen.

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Fronteiras do PensamentoMichel Houellebecq no Fronteiras do Pensamento Porto Alegre 2016 (30895029365) (cropped)CC BY-SA 2.0