Zivilcourage war gestern

Ein Mangel an Zivilcourage führte in Italien zum Tode eines 39-jährigen nigerianischen Straßenhändlers. Ein 32-jähriger Italiener prügelte ihn am helllichten Tage zu Tode. Die Tat geschah in einer belebten Einkaufsstraße im Zentrum einer italienischen Stadt. Jedoch kam niemand dem Mann zu Hilfe. Stattdessen filmten Passanten die Tat. In dem Video sind einige Stimmen zu hören, dass der Täter aufhören und dass jemand die Polizei rufen soll.

Täter entwendet dem Opfer sein Handy

Der mutmaßliche Täter verfolgte sein Opfer, brachte ihn mit dessen Krücke zu Fall und schlug dann mehrmals zu. Anschließend nahm er das Handy des Mannes mit. Daraufhin nahm die Polizei den Mann wegen des Verdachts auf vorsätzliche Tötung und Raub fest.

Zivilcourage hätte das Leben des Mannes retten können

Die Tatsache, dass solch eine fürchterliche Tat am helllichten Tag, in einer belebten Straße passieren konnte, spricht Bände. Durch den aktiven und rechtzeitigen Eingriff der Passanten, hätte der Tod des Mannes verhindert werden können. Eine Gesellschaft, die sich nicht für die Gerechtigkeit einsetzt und tatenlos zusieht wie Ungerechtigkeit vor den eigenen Augen passiert, ist zum Scheitern verurteilt.

Der heilige Koran sieht es als Pflicht, das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten

Im heiligen Koran, in der Sure 3 im Vers 104 heißt es:

„Und es soll aus euch eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Verwerfliche verbietet. Jene sind es, denen es wohl ergeht.“

Im Islam ist verpflichtend das Leben eines anderen zu retten, unter Umständen selbst wenn man selbst zu Schaden kommen könnte. Einen eigenen Nachteil in Kauf zu nehmen, um für das Rechte einzutreten, ist auch in der Definition des Wortes Zivilcourage enthalten. Wie ist es dann in solch einem Fall, in der es offensichtlich genug Menschen gab, die gemeinsam hätten eingreifen können und in der ein eigener Schaden gar nicht bis kaum gegeben war, wenn sich genug für den Mann eingesetzt hätten? Eine Gesellschaft, die abstumpft und in der Lage ist zuzusehen, wie ein Mensch einen anderen Menschen vor den eigenen Augen zu Tode prügelt, ist eine Gesellschaft die äußerlich lebendig, aber innerlich tot ist.

Das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten und die Zivilcourage haben verschiedene Ausdrucksformen

Natürlich ist es nicht immer geboten einzuschreiten. Oft ist es besser die Polizei zu rufen und auf Abstand zu bleiben. Beispielsweise wenn eine große Gruppe öffentliches Gut zerstört und aggressiv auftritt. Hier ist es zum eigenen Schutz weitsichtiger nicht direkt einzugreifen.

In dem Fall des todgeprügelten Mannes hingegen, waren alle notwendigen Bedingungen für ein direktes Eingreifen gegeben.

Auch in Deutschland gehen des Öfteren Nachrichten rum, in der Menschen attackiert oder offensichtlich bedroht werden, ohne dass die Mitbürger eingreifen. Natürlich gibt es aber glücklicherweise auch viele Menschen, die in solchen Situationen Hilfe rufen und oder direkt eingreifen.

Wenn wir als Gesellschaft vor allem menschlich und moralisch vorankommen wollen, dann müssen wir uns auf dieses koranische und menschliche Grundprinzip zurückbesinnen. Eine Gesellschaft, die das Rechte gebietet und das Verwerfliche verbietet.

Zivilcourage
Quelle: https://www.polizei-beratung.de/

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