Westliche Doppelmoral: Vom guten und vom bösen Terrorismus

Es ist noch nicht lange her, da mussten Muslime im Westen nach Bombenanschlägen damit leben, dass man sie pauschal als potentielle Terroristen verdächtigt. Wenn sich auch nach dem „Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages“ eine allgemein gültige und akzeptierte Definition des Terrorismus … nicht finden“ lässt, so schien es doch Konsens, dass Bombenanschläge auf nicht-militärische, d.h. zivile Ziele, eine Form des Terrorismus darstellen. Um so mehr sollte es überraschen, dass der Terroranschlag auf die Krim-Brücke, bei dem auch zivile PKW in den Abgrund gerissen bzw. der Tod zahlreicher unschuldiger Zivilisten in Kauf genommen wurde, nicht nur in Kiew bejubelt wurde. Es erfolgte nicht nur keine Verurteilung oder gar Maßregelung derer, die sich ganz offen zur Durchführung des Anschlags bekannten (wie auf der Website des ukrain. Verteidigungsministeriums), sondern man zeigte im Westen sogar Verständnis, Genugtuung und offene Freude. Offizielle von NATO-Staaten jubelten (v.a. in Polen) und gratulierten sogar (wie z.B. der estnische Außenminister).

Terror legitim?

Ist also Terror für die politisch Verantwortlichen im Westen legitim? Das ist so neu nicht. Der frühere US-Präsident Reagan, der u.a. die „Contras“ in Nicaragua unterstützte, äußerte sich einst wie folgt: „One man’s terrorist is another man’s freedomfighter (Des einen Terrorist ist des anderen Freiheitskämpfer.)“. Die von den USA unterstützten Gruppen (wie z.B. die „Contras“ in Nicaragua oder die Mujaheddin in Afghanistan von 1980-1988, also in der Zeit, als sie gegen die Sowjetunion kämpften) waren für den Westen natürlich „Freiheitskämpfer“, obwohl im Contra-Krieg 1981-1990 ca. 60000 Zivilisten durch die Contras zu Tode kamen und Folterungen und Entführungen zweifelsfrei zu ihren Methoden gehörten.

Als sich die Kämpfer in Afghanistan gegen den Westen wandten, wurden aus den „Freiheitskämpfern“ dann „Terroristen“. Was folgt daraus? Der Westen bezeichnet „Terrorismus“ als einen Gewaltakt gegen zivile Ziele , wenn er von den „Feindstaaten“ erfolgt oder den Interessen der USA zuwiderläuft. Wenn es im eigenen Interesse ist, hat man damit nicht das geringste Problem. Trifft es die USA oder Israel, dann haben diese Staaten ein Recht auf einen „Krieg gegen den Terror“. Ihre Luftangriffe als angebliche Reaktion beklatscht man sogar noch darauf. Wenn jetzt Russland allerdings auf den Anschlag reagiert, werden sie Zeder und Mordio schreien, Russland des Staatsterrorismus bezichtigen und dies zum Anlass für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine nehmen.

Bild: Freude und Stolz über den Anschlag auf die Krim-Brücke in Kiew

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