Kinder als Opfer moderner Kriege: Die unbeantwortete Frage nach Verantwortung

Kinder gehören zu den tragischsten Opfern bewaffneter Konflikte. Doch mehrere aktuelle Berichte über militärische Operationen der USA und Israels im Nahen Osten werfen eine schwerwiegende Frage auf: Warum bleiben viele dieser gezielten Tötungen von Kindern international weitgehend ohne juristische Konsequenzen oder umfassende Aufarbeitung?

Im Angriff auf die Schule im iranischen Minab am ersten Tag des aktuellen Krieges wurden über 160 Kinder getötet. Ein Paradebeispiel für das Versagen der internationalen Gemeinschaft, Kriegsverbrechen konsequent zu verfolgen und anzuklagen. Ermittlungen und Sanktionen? Scheinbar fehl am Platz. Auch Verurteilungen westlicher Regierungen gibt es kaum – vor allem die deutsche Regierung verhielt sich gegenüber seinen Verbündeten still. Dies fördert das Gefühl von Straflosigkeit der Mächtigen bei solchen Taten. Kommen Israel und die USA wirklich mit allen Völkerrechtsverbrechen davon?

Auch im Gazastreifen zeigen mehrere dokumentierte Fälle, wie Kinder in Konflikten zu direkten Opfern werden. Der Tod der sechsjährigen Hind Rajab erregte weltweit Aufmerksamkeit. Das Mädchen befand sich mit Familienangehörigen in einem Fahrzeug, das unter Beschuss geriet. Laut Berichten hatten die israelischen Soldaten im Panzer direkten Sichtkontakt zu dem Fahrzeug. Dies hinderte sie nicht daran, die Familie mit kleinen Kindern zu töten. Der Leichnam von Hind Rajab wurde erst Tage später gefunden. Der Vorfall löste internationale Empörung aus und führte zu Fragen nach der Verantwortung der beteiligten militärischen Einheiten. Bis heute wurde allerdings weder der israelische Staat, noch die verantwortlichen Soldaten zur Rechenschaft gezogen.

Parallel dazu dokumentieren Recherchen die systematische Zerstörung von Bildungsinfrastruktur im Gazastreifen. Schulen und Universitäten seien wiederholt Ziel von Angriffen geworden oder durch Bombardierungen zerstört worden. Familien berichteten, dass es für Kinder in vielen Teilen des Gazastreifens praktisch keinen sicheren Ort mehr gebe – selbst Bildungseinrichtungen, die traditionell als Schutzräume gelten, seien nicht mehr sicher.

Diese Ereignisse werfen grundsätzliche Fragen nach der internationalen Reaktion auf. Während Kriegsverbrechen weltweit verurteilt werden sollen, kritisieren einige Beobachter, dass geopolitische Machtverhältnisse beeinflussen könnten, wie schnell und entschieden internationale Institutionen reagieren.

Diese Kritik wird auch in kulturellen und politischen Foren aufgegriffen. Bei der Verleihung des Goldenen Bären auf der Berlin International Film Festival erinnerten Redner an das Leid von Kindern in Gaza und im Libanon und forderten größere Aufmerksamkeit für die humanitären Folgen der Konflikte. Auch im Libanon wurden in den letzten drei Jahren immer wieder Familien mit Kindern unter Beschuss genommen, auch nach dem Waffenstillstandsabkommen. Von Verurteilung und Strafverfolgung fehlt bisher jede Spur.

Die zentrale Frage bleibt jedoch bestehen: Wenn Kinder zu Opfern militärischer Gewalt werden – unabhängig davon, wer die Angriffe ausführt – wer sorgt für Aufklärung und Verantwortung? Solange diese Frage unbeantwortet bleibt, warnen Beobachter, könnte die Wahrnehmung entstehen, dass internationale Normen zwar existieren, ihre Durchsetzung jedoch stark von politischer Macht und globalen Interessen abhängt. Die Mächtigen bleiben ungestraft. Dies gilt nicht nur für die militärischen Konflikte, sondern offenkundig auch für Macht-Eliten in zivilen Strukturen – Stichwort Epstein-Files.

Iran ernennt Ayatollah Sayyid Mojtaba Khamenei zum neuen Führer

Der Iran hat einen neuen Obersten Führer: Sayyid Mojtaba Khamenei wurde von der Versammlung der Experten zum dritten Führer der Islamischen Republik ernannt. Die Entscheidung erfolgte wenige Tage nach dem Tod seines Vaters Sayyid Ali Khamenei, der nach Berichten während der ersten Angriffswelle des Krieges mit den USA und Israel getötet wurde.

Die Wahl markiert einen historischen Moment für die Islamische Republik. Seit der Revolution von 1979 ist Sayyid Mojtaba Khamenei erst der dritte Führer des Landes, nach Sayyid Ruhollah Khomeini und seinem Sayyid Vater Ali Khamenei. Auch wenn sein Vater zuvor diese Position inne hatte, ist seine Ernennung keine Erbfolge und auch nicht auf den Wunsch seines Vaters erfolgt.

Öffentliche Loyalitätsbekundungen im ganzen Land

Unmittelbar nach der Ernennung kam es zu landesweiten Kundgebungen, bei denen Bürger ihre Unterstützung und Treue für den neuen Führer erklärten. Die Menschen sammelten sich in zahlreichen Städten in großen Mengen, darunter Teheran, Shiraz, Esfahan, Ahvaz, Tabriz und Hamedan.

Auch staatliche Institutionen signalisierten rasch Loyalität. Mitglieder des iranischen Parlaments erklärten, Sayyid Mojtaba Khamenei sei die „am besten geeignete Persönlichkeit“, um das Land in der aktuellen Krisensituation zu führen.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian begrüßte die Ernennung ebenfalls und äußerte die Hoffnung, dass das Land unter der neuen Führung eine Zukunft mit „nachhaltiger Unabhängigkeit, wissenschaftlichem Fortschritt und umfassender Entwicklung“ erreichen werde.

Wer ist Sayyid Mojtaba Khamenei?

Der neue Führer ist ein schiitischer Geistlicher und wurde 1969 geboren. Er studierte islamische Theologie in Qom und Teheran und war bereits seit Jahren eine einflussreiche Figur innerhalb der politischen und religiösen Strukturen des Landes. In theologischen Kreisen ist er bekannt für seine starken analytischen Fähigkeiten und seine innovative Herangehensweise.

Während des Iran-Irak Kriegs, meldete er sich 1987 freiwillig als 17-Jähriger sein Land und Volk an der Front zu verteidigen. Nach dem Krieg setzte er sein theologisches Studium fort.

Beobachter beschreiben ihn als einen Akteur, der lange im Hintergrund politischen Einfluss ausübte und enge Beziehungen zu konservativen religiösen Kreisen und sicherheitspolitischen Institutionen aufgebaut hat.

Westliche Medien waren bereits vor seiner Ernennung sehr fokussiert darauf, seine Person öffentlich zu verunglimpfen. Dieses Ereignis bereitet dem Westen scheinbar mehr Sorge als die Epstein-Files und die Fakten, dass Präsident Trump besondere Nähe zu dem verurteilten Sexualstraftäter Epstein pflegte.

Führung in einer Phase intensiver regionaler Spannungen

Die Ernennung erfolgt in einer besonders angespannten Phase. Der aktuelle militärischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten und Israel, der bereits zahlreiche Opfer gefordert hat und die geopolitische Lage im Nahen Osten massiv beeinflusst, erfordert besonderes politisches Geschick.

Vor diesem Hintergrund rief die Versammlung der Experten, sowie hohe religiöse Autoritäten des Landes die Bevölkerung zur Einheit und Unterstützung der neuen Führung auf. Einheit sei der wichtigste Faktor, die Aggression der USA und Israels erfolgreich zu überstehen.

Die Zukunft wird zeigen, in welche Richtung sich der Iran mit der neuen Führung entwickelt. Sicher ist, dass US-Präsident Trump mit der Entscheidung nicht glücklich sein dürfte. Der Zorn des US-Präsidenten bringt die Gefahr, dass die USA bereits daran arbeiten, auch Sayyid Mojtaba Khamenei auf schnellstem Weg umzubringen. Der Mord an Ayatollah Khamenei und der Krieg sorgten dafür, dass das gespalten geglaubte iranische Volk Einheit auf den Straßen demonstriert. Ein weiterer Mord könnte diese Einheit weiter bestärken. Ein schnelles Ende des Krieges rückt damit in weite Ferne.

Wer führt die USA? Israel oder der US-Präsident?

Hat Israel die USA erfolgreich zum Krieg gegen den Iran gedrängt? Die Frage, warum die Vereinigten Staaten den Krieg gegen den Iran begonnen haben, steht zunehmend im Zentrum der internationalen Debatte. Mehrere Aussagen führender US-Politiker sowie mediale Analysen legen nahe, dass die Entscheidung nicht ausschließlich aus eigenständigen amerikanischen Sicherheitsinteressen heraus getroffen wurde, sondern eng mit israelischen Planungen verknüpft war.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte bei einer Pressekonferenz, Iran habe die USA in Verhandlungen „hingehalten“ („playing us“) und die Angriffe seien aus Selbstverteidigung erfolgt. In einem weiteren Beitrag betonte Rubio, die Militärschläge seien notwendig gewesen, um einer Bedrohung zuvorzukommen (Präventivschlag). Gleichzeitig räumte Rubio ein, dass der Zeitpunkt der US-Angriffe zumindest teilweise von israelischen Planungen beeinflusst gewesen sei. Diese Aussage verstärkte Spekulationen, Washington habe sich in seiner militärischen Entscheidung eng an Tel Aviv orientiert.

US-Präsident Donald Trump widersprach später der Darstellung, Israel habe ihn „gezwungen“, den Krieg zu beginnen. In einem weiteren Video erklärte er, die Entscheidung sei seine eigene gewesen. Damit stehen zwei Narrative nebeneinander: Während Rubio einen Zusammenhang mit israelischen Planungen andeutet, weist Trump jede Darstellung zurück, wonach Israel maßgeblich Druck ausgeübt habe.

Auch innenpolitisch wächst Kritik. Mehrere US-Senatoren kritisierten, es habe „keine unmittelbare Bedrohung“ gegeben; vielmehr sei die Eskalation im Interesse einer israelischen Agenda erfolgt. Diese Darstellung steht im Kontrast zur offiziellen Begründung der US-Regierung, die auf präventive Selbstverteidigung verweist.

In der Bundespressekonferenz wich der Pressesprecher der Bundesregierung auf die Frage, ob der Angriff der USA völkerrechtswidrig mehrfach aus, indem er die Behauptung in den Vordergrund stellte, dass der Iran in der Vergangenheit mehrfach das Völkerrecht gebrochen habe. Die Kritik geht wie so oft nur in eine Richtung. Gegenüber den eigenen Partnern Israel und USA wird bei völkerrechtswidrigem Verhalten jedoch geschwiegen, ausgewichen und die Situation als „schwierig einzuordnen ohne eigene Erkenntnisse“ kategorisiert.

Die Eskalation zeigt erneut die enge außenpolitische Verflechtung Washingtons mit israelischen Interessen. Dort wird die These vertreten, dass unter der aktuellen US-Administration Israels strategische Prioritäten faktisch maßgeblichen Einfluss auf amerikanische Entscheidungen ausüben. Hat dies eventuell auch mit den Epstein-Files zu tun, in denen der US-Präsident häufig mit dem überführten Pädophilen Jeffrey Epstein in Verbindung gebracht wird? Denn starke Vermutungen legen nahe, dass Epstein für den israelischen Geheimdienst gearbeitet habe.

Fest steht: Die öffentliche Kommunikation der US-Führung wirkt widersprüchlich. Rubio spricht von Selbstverteidigung und verweist zugleich auf israelische Planungen; Trump betont eigenständige Entscheidungsgewalt. Ob die USA aus eigenem strategischem Kalkül handelten oder ob israelische Sicherheitsinteressen den Ausschlag gaben, ist in für die amerikanische Bevölkerung von Bedeutung. Wird US-Präsident Trump die Kinder von US-Amerikanern für israelische Interessen in einem möglicherweise langanhaltenden Krieg opfern?

Irans Außenminister Araghchi trifft IAEA-Chef Grossi

Mehrere Wochen vor der zweiten Runde indirekter Gespräche zwischen dem Iran und den USA über das iranische Atomprogramm haben sich Teheran und der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Mariano Grossi, in Genf zu technischen Konsultationen getroffen. Diese Gespräche dienen der Vorbereitung der bevorstehenden diplomatischen Runde und stehen im Zentrum eines sensiblen internationalen Verhandlungsprozesses.

Am 16. Februar 2026 trafen sich der iranische Außenminister Abbas Araghchi und Grossi in der Schweizer Stadt, um „technische Fragen im Rahmen der Zusammenarbeit mit der IAEA“ zu erörtern – insbesondere im Zusammenhang mit den iranischen Verpflichtungen und der Einbindung der IAEA in die nächsten Gespräche mit den USA. Laut dem iranischen Außenministerium standen dabei auch Aspekte der indirekten Verhandlungen mit Washington im Fokus. Grossi selbst erklärte, man habe „tiefgehende technische Diskussionen“ abgeschlossen, die als Vorbereitung für wichtige Verhandlungen dienten, die unmittelbar folgen sollen.

Araghchi wiederum betonte auf X, dass er mit „konkreten Ideen für ein faires und ausgewogenes Abkommen“ in Genf sei und dass Zugeständnisse unter Druck „nicht zur Debatte“ stünden. Seine Aussagen verdeutlichen, dass Teheran auf eine Vereinbarung zielt, die nicht durch einseitige Forderungen diktiert wird. Gleichzeitig unterstrich er, dass der Oman seine Rolle als Vermittler fortsetzen wird, da die Gespräche zwischen Iran und den USA indirekt geführt werden.

Diese Treffen folgen auf den offiziellen Ankündigungen, dass die zweite Runde indirekter Verhandlungen zwischen Iran und den USA in Genf am 17. Februar stattfinden soll. Araghchi reiste am 15. Februar in die Schweiz, begleitet von Experten und verbunden mit bilateralen Konsultationen mit dem omanischen Außenminister Badr al-Busaidi und weiteren internationalen Vertretern. Die Gespräche werden als Fortsetzung der Anfang Februar in Muskat begonnenen diplomatischen Bemühungen gesehen.

Der Hintergrund dieser diplomatischen Aktivitäten ist ein festgefahrenes Verhältnis zwischen Iran und internationalen Akteuren, insbesondere nach dem 12-tägigen Krieg von 2025, als israelische und US-Angriffe auf iranische Atomanlagen die vorherigen Gespräche zum Erliegen brachten. Iran betont wiederholt, dass sein Nuklearprogramm friedlich sei und es seine Rechte auf zivilen nuklearen Fortschritt wahrnehme. Dies wurde auch fortlaufend durch die IAEA bestätigt. Bei den aktuellen Gesprächen lehnt Teheran Bedingungen ab, die über das Atomprogramm hinausgehen, etwa Forderungen, auch das Raketen- oder Sicherheitsverhalten zu behandeln.

Gleichzeitig bleibt die Rolle der IAEA in der jüngeren Vergangenheit umstritten. Grossi hatte mehrfach betont, dass seine Berichte keine Hinweise auf ein iranisches Atomwaffenprogramm enthielten und dass sie lediglich den Stand des Programms widerspiegeln. Kritik an der IAEA hatte zugenommen, nachdem sie Abstand zu militärischen Angriffen auf iranische nukleare Einrichtungen nahm und von manchen iranischen Kreisen als nicht ausreichend unparteiisch bewertet wurde.

Technisch bleibt auch die Frage der Inspektionen zentral: Die IAEA fordert Zugang zu bedeutenden Anlagen, einschließlich derjenigen, die im vergangenen Jahr bombardiert wurden. Tehran hat erklärt, dass dazu spezifische Sicherheitsprotokolle notwendig wären, da diese Orte derzeit als unsicher gelten. Solche Detailfragen sollen in der Vorbereitungsphase der technischen Gespräche geklärt werden, damit die weitere diplomatische Runde zwischen Iran und den USA nicht ausschließlich auf politischen, sondern auch auf sachlich-technischen Grundlagen geführt wird.

Die Gespräche in Genf markieren daher nicht nur einen Schritt hin zu einer möglichen Einigung über Irans nukleare Zukunft, sondern auch einen Test für die Glaubwürdigkeit und Rolle der Internationalen Atomenergie-Organisation als Vermittler und technischer Prüfer in einem der zentralsten geopolitischen Konflikte unserer Zeit.

22. Bahman: Der Iran feiert seine Unabhängigkeit

Der Sieg der Islamischen Revolution von 1979. Der 22. Bahman ist ein offizieller Feiertag im Iran, der jährlich auf den 11. Februar fällt. Es war die Revolution, die zum Sturz der Monarchie und zur Gründung der heutigen Islamischen Republik führte.

Historisch fällt der 22. Bahman in die sogenannte „Fadschr-Dekade“ (Dahe-ye Fadschr). Dies beschreibt die zehn Tage zwischen der Rückkehr Ayatollah Ruhollah Khomeini aus dem Exil am 1. Februar und dem endgültigen Sieg über die Regierung des Schahs am 11. Februar.
In dieser Zeit vor 1979 hatten Massenproteste und Streiks die Autorität von Schah Mohammad Reza Pahlavi unterminiert, bis das Militär im Februar 1979 seine Loyalität aufgab und seine Herrschaft zerbrach.

Heute ist der 22. Bahman sowohl Nationalfeiertag als auch Anlass für großangelegte Versammlungen und Kundgebungen in Städten und Dörfern im ganzen Land. Die Veranstaltungen werden regelmäßig von landesweit tausenden Medienvertretern begleitet. Laut iranischen Nachrichtenagenturen werden es in diesem Jahr über 7 700 Journalisten und Fotografen dieses Ereignis begleiten.

Was wird gefeiert?

Am 22. Bahman wird nicht nur der Sturz einer politischen Ordnung gewürdigt, sondern die Revolution selbst wird gefeiert. Verstanden als eine Errungenschaft des unterdrückten Volkes gegenüber dem tyrannischen Oberhaupt. Die islamische Republik betont demnach in ihrer offiziellen Darstellung, dass dieser Tag die Befreiung von „ausländischer Einmischung“ und das Ende eines autoritären Regimes bedeutet. Ein Machtapparat, der langjährige Verbindungen zu westlichen Mächten, insbesondere den Vereinigten Staaten, pflegte.

Die 22-Bahman-Rallyes in den Straßen des gesamten Landes werden genutzt, um „die Entschlossenheit und den kollektiven Willen der Nation zu demonstrieren“, und in den offiziellen Erklärungen symbolisieren sie „die Kontinuität des Widerstands gegenüber äußeren Bedrohungen“.

Auch historisch hinterfragt wird, ob der revolutionäre Impuls weit über die iranischen Grenzen hinaus wirkte: Die Islamische Revolution entfachte ab 1979 eine Welle von Bewegungen in Südasien, Afrika und darüber hinaus, deren gemeinsame Themen Gerechtigkeit, Einheit und Widerstand gegen Unterdrückung waren.

Form und Stimmung der heutigen Feiern

Die Art und Weise, wie der 22. Bahman begangen wird, variiert über die Jahre. Jährlich ziehen große Fußmärsche mit Millionen von Menschen, von jung bis alt, in Kundgebungen und öffentlichen Zusammenkünften durch die Straßen der Städte im ganzen Land. In vielen Jahren, so auch zuletzt, tragen Menschen ihre Nationalflaggen, religiöse Symbole und politische Botschaften durch die Straßen. Teilweise werden auch militärische Errungenschaften oder Errungenschaften „der Revolution“ hervorgehoben – wie Technologie oder sozialer Fortschritt – je nach Schwerpunkt der offiziellen Feierprogramme.

Dabei dient der Tag sowohl der Erinnerung an das historische Ereignis von 1979 als auch der politischen Kommunikation: Regierung und staatliche Institutionen nutzen ihn, um aktuelle Perspektiven auf nationale Einheit, Unabhängigkeit und geopolitische Positionen zu vermitteln.

Der 22. Bahman bleibt ein zentrales Datum im politischen Kalender Irans: ein Tag, der den historischen Sieg der Revolution markiert und zugleich eine Bühne für aktuelle nationale Nachrichten und politische Botschaften bietet.