Die amerikanische Waffenlobby und ihre Gelder

Erst letzte Woche Mittwoch fand der Terroranschlag in einer amerikanischen Grundschule statt, bei dem neunzehn Grundschüler und zwei Lehrkräfte erschossen wurden. Dies hielt die NRA Waffenlobby der USA dennoch nicht davon ab, direkt am darauffolgenden Freitag, ihren Jahreskongress vierhundertfünfzig Kilometer vom Attentat entfernt abzuhalten.

Die Nerven liegen blank, Tatenlosigkeit und Machtlosigkeit werden immer unerträglicher und die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen sind Schussverletzungen. In einem Jahr gibt es mehr als sechzig Amokläufe bei denen unzählige Unschuldige sterben müssen.

Aber warum schaut man tatenlos zu und verändert nicht etwas in einem Land, dass vierzig Prozent aller Schusswaffen der Welt beherbergt, obwohl Amerika nur vier Prozent der globalen Bevölkerung ausmacht?

Es geht alles zurück auf das Jahr 1791. Dort steht in der Übersetzung vom 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“

Dies ist im englischen Original jedoch nicht eindeutig so geschrieben und daher wird seit Jahren über Kommasetzung und die Bedeutung diskutiert. Dennoch wurde dieser Teil dahingehend uminterpretiert, dass es zum Recht jedes einzelnen gehört Waffen zu besitzen und auf der Grundlage dieses Zusatzartikels entstanden Beschlüsse, die es so gut wie jedem Menschen erlauben Waffen zu tragen. Ganz besonders in Texas wo der letzte Amoklauf stattfand, hat eines der lockersten Waffengesetze.

Wie kommt es jedoch zu solchen lockeren Waffengesetzen?

1871 wurde die NRA National Rifle Association also ein Nationaler Gewehr-Verband gegründet. Damals noch bekannt für Schusswaffentraining der US-Veteranen, wurde es übernommen von Verfechtern, die ein uneingeschränktes Individualrecht auf Waffenbesitz fordern. Mittlerweile mit seinen fünf Mio. Mitgliedern und Geldern in Höhe von dreihundert Mio. Dollar pro Wahlkampf unterstützt diese Lobby im Besonderen die republikanischen Kandidaten. Wer also als Kandidat antritt und gegen die lockeren Waffengesetze sprechen sollte, der kann sich sicher sein den Wahlkampf nicht so zu überleben. Skandale und Verbrechen sind hier vorprogrammiert. Wer sich jedoch dafür ausspricht, kann sich der fließenden Gelder sicher sein.

Welche Politiker sind betroffen?

Hervor sticht auf jeden Fall der texanische Senator Ted Cruz, er erhielt ca. 442.000 Dollar von Waffenrechtsgruppen. Für ihn seien jedoch nicht Waffen das Problem, man könne ja Schulen sicherer machen, so äußerte er sich jedenfalls in einem Interview nach dem Attentat in Uvalde Texas. Und die Liste geht noch weiter:

  • Der Fraktionsvorsitzende Steve Scalise aus Louisiana erhielt als Unterstützung ca. 396.000 Dollar
  • Der texanische Senator John Cornyn 340.000 Dollar
  • Senator Lindsay Graham in South Carolina 284.000 Dollar
  • Senator Mitch McConnel in Kentucky 247.000 Dollar
  • Der Fraktionsvorsitzende Devin Nunes in California 228.000 Dollar
  • Senator Ron Johnson in Wisconsin 223.000 Dollar
  • Der Fraktionsvorsitzende Kevin McCarthy in California 220.000 Dollar
  • Wieder ein Fraktionsvorsitzender, diesmal in Texas Pete Sessions erhielt 208.000 Dollar
  • Und Montanas Fraktionsvorsitzender Steven Daines erhielt 198.000 Dollar

„Die Existenz des Bösen ist einer der allerbesten Gründe, gesetzestreue Bürger zu bewaffnen“, so der Republikaner Donald Trump auf dem Jahreskongress am Freitag. Er forderte auf, Sicherheitskräfte und Lehrer zu bewaffnen und aufzurüsten. Seit Jahren wird der Bevölkerung eingetrichtert, dass der beste Schutz die eigene Bewaffnung sei und so sind ca. 30% der Bevölkerung für das Recht von Waffenbesitz für den Einzelnen.

Neuseeland und Premierministerin Jacinda Ardern wiederum hat nach dem Christchurch Massaker 2019 die Waffengesetze verschärfen können, viele Waffen mussten abgegeben werden und halbautomatisierte Waffen und Sturmgewehre wurden komplett verboten.

Wayne LaPierre, seit dreißig Jahren Geschäftsführer der NRA Waffenlobby sagte:

„Das einzige, was einen bösen Menschen mit einer Waffe stoppen kann, ist ein guter Mensch mit einer Waffe.“

Und solange dieser Gedanke der Bevölkerung eingetrichtert wird, wird es weiterhin Massaker und Attentate auf Schulen geben und weiterhin Lehrer und Schüler, die täglich um ihr Leben bangen, Lehrer die sich und die Schüler mit eigenen Tricks und Ideen schützen müssen, weil es die Schule, der Staat und das Land nicht tun.

Bild von:

Von NRA – [1],
Logo, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=3966076

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