Familienministerin Anne Spiegel und das falsche Familienbild

Die Regierung ist nicht lange im Amt und ein Skandal jagt den nächsten. Erst letzte Woche die verlorene Impfpflichtdebatte, die die Ampelkoalition unbedingt durchbringen wollte und nun der Rücktritt der Familienministerin Anne Spiegel.

Anne Spiegel, Familienministerin der neuen Koalition und frühere rheinland-pfälzische Umweltministerin musste sich zu Schulden kommen lassen, in Folge Deutschlands größter Flutkatastrophe seit Jahrzehnten, Urlaub genommen und in Bezug dessen gelogen zu haben. Nach Rücktrittsrufen der Medien, der CDU und der AfD trat sie am 11. April 2022 zurück. In einer scheinbar emotionalen Ansprache erklärte sie ihre Beweggründe: Ihre vier Kinder und ihr 2019 erkrankter Ehemann brauchten Ruhe, der nach ihrer Aussage die Betreuung der Kinder übernehmen wollte und deshalb seinen Job kündigte.

Warum musste es zu so einer Situation kommen?

Unser aktuell eingeimpftes Familienbild zeigt die Linie doch ganz klar: Die Frau muss arbeiten gehen und das so schnell wie möglich nach der Entbindung. Sie muss doch Ihre Freiheit haben arbeiten gehen zu dürfen, anstatt sich um die Betreuung der Kinder kümmern zu müssen. Die Kinder können ja genauso gut vom Vater betreut werden und er kann den Alltag mit Kind und Kegel wuppen. Oder noch besser, beide Eltern gehen arbeiten, verdienen noch mehr Geld und keiner passt auf die Kinder auf, die Kita oder Oma regelt alles im Normalfall. Das nennt man das neue Paradebeispiel eines neuen Familienbildes.

Genau so ein Familienbild wird von der aktuellen Regierung forciert, denn wenn nach aktuell geplantem Koalitionsvertrag nur ein Elternteil arbeiten gehen würde, bekäme diese Familie eine Abstrafung in Form der Steuerklasse 4 verdonnert anstatt der Steuerklasse 3. Wenn aber schnellstmöglich beide arbeiten gehen würden dann könnte man die Steuerklassen 3 und 5 erhalten. Um so „wirtschaftliche Unabhängigkeit mit Blick auf alle Familienformen“ zu stärken. Hier werden jedoch nur Karriere Versessene gestärkt.

Das Ruder haben die Falschen in der Hand

Und genau solch ein Familienbild vertritt nämlich ironischerweise unsere Familienministerin Anne Spiegel. Durch ihren gestrigen Auftritt gab es unzählige Kommentare, ganz nach dem Motto: Wie unfair die Gesellschaft doch sei von einer Frau, einer Ministerin mit vier Kindern und einem kranken Ehemann so viel zu erwarten. Und dass das alles doch verständlich sei, wie sie reagiert hätte. Ja sie habe gelogen, aber so schlimm sei es ja nun nicht, uns haben doch schon alle Politiker belogen und betrogen und mussten auch nicht zurücktreten.

Auf einmal wird das Frauenbild doch wieder gewandelt und die Frau ist diejenige, die sich um Familie und Haushalt kümmert. Laut Spiegels eigener Aussage war es jedoch eigentlich Ihr Ehemann, der für all das zuständig war und es liebe. Aber sagen wir mal sie musste alles alleine schaffen: Karriere, Familie, kranker Mann. Wieso nimmt man dann solch Ämter überhaupt an und unterstützt die Familie nicht in vollem Maße? Das wäre ja eigentlich die Aufgabe einer Familienministerin, Familien zu unterstützen, die Aufgaben einer Familie zu meistern und sich nicht zu überfordern. In einer idealen Gesellschaft müsste sie doch ein Vorbild in ihrer Aufgabe sein, in dem, wie sie ihre Familie managt.

Auswirkungen nicht vorhersehbar

Es gibt unzählige Frauen die gerne zuhause auf ihre Familie achten und nicht im Vordergrund stehen wollen oder Karriere machen müssen um ihren Selbstwert zu erkennen. Was ist mit diesem Teil der Gesellschaft? Diesen Teil diskriminiert und kritisiert man aufs schärfste. Es sei altertümlich. Es seien alte Rollenbilder. Warum? Warum darf eine Frau nicht auch gerne zuhause die Familie meistern und das voller Stolz tun?

All das sind sind leider die traurigen Auswirkungen worauf unsere Gesellschaft mit ihrer Frauenquote, Frauen Karriere, wirtschaftliche Unabhängigkeit und Ähnliches steuert. Das Beispiel Anne Spiegel sind nur kleine Anzeichen der Zerstörung dieses wichtigen Familienbandes, und die großen Auswirkungen wird Deutschland noch zu spüren bekommen müssen, um vielleicht eine Kehrtwende einzuleiten, die dann aber schon zu spät ist.

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