Terrorakt oder kein Terrorakt, das ist hier die Frage?

Am 2.Juli kam es zu einem Amoklauf in einem Einkaufszentrum in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dort soll der mutmaßliche „22-jähriger ethnische Däne“ drei Menschen getötet und über zwanzig Menschen verletzt haben. Schnell wurde ein Terrorakt ausgeschlossen und so auch in der deutschen Medienlandschaft kommuniziert.

Mutmaßlicher Täter sei psychisch krank

Der mutmaßliche Täter sei der Polizei bekannt gewesen. Dieser wurde in eine Psychiatrie eingewiesen. Bis zum 28.Juli soll er dort bleiben, denn auch den psychiatrischen Einrichtungen sei er kein unbekanntes Gesicht gewesen. Einem Bericht des dänischen Fernsehens zufolge, versuchte der junge Mann, kurz vor der Tat, eine Krisen-Hotline zu erreichen. Außerdem wurden Videos, die vom Verdächtigten im Internet vorhanden sind, bekannt. In diesen ist er mit einer Waffe zu sehen, während er Selbstmordgesten nachahmt. Außerdem spricht er von Psychopharmaka, die „nicht wirken“.

Angriff auf eine Bar für Homosexuelle in Oslo eindeutiger Terrorakt

Eine Woche zuvor am 25.6.2022 schoss ein Norweger mit iranischen Wurzeln in der norwegischen Hauptstadt Oslo in einer Bar für Homosexuelle umher. Dabei tötete er zwei Menschen und verletzte 21 Menschen. Genauso schnell wie in Dänemark ein Terrorakt ausgeschlossen wurde, wurde hier in diesem Fall ein islamistischer Terrorakt bestätigt. Der Täter soll Kontakte zu einem sogenannten Hassprediger der Islamistenszene gehabt haben.

Schubladendenken und Vorurteilbildung durch Berichterstattung

Die Medien schaffen durch die Berichterstattung und die unausgeglichene Benutzung gewisser Worte wie „Terrorakt“, „islamistisch motiviert“, „psychisch krank“ und ähnliches eine Stimmung, die zum Schubladendenken führt. Menschen die ihre Wurzeln in islamisch geprägte Länder haben und solch eine Tat begehen, wird primär der islamistische Terrorakt vorgeworfen. Hingegen sind Menschen, die eine ähnliche Tat begehen und keinen islamischen Hintergrund haben, psychisch krank. Dies zeigt deutlich, dass die Berichterstattung der Medien einen großen Teil dazu beitragen, die Menschen zu spalten und Vorurteile zu schüren.

Statt neutral und unvoreingenommen zu berichten, werden bewusst oder unbewusst Menschen dazu angeleitet, eine Abneigung für eine ganze Religion und ihrer Anhänger zu bekommen, weil diese mit der Zeit als Religion der Gewalt wahrgenommen wird. Eine Entwicklung die sich auch negativ auf die Sicherheit der Muslime auswirkt.

Schubladendenken
Foto: Fotolia/Michael Brown, Elenarts

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