Die chinesische App TikTok ist längst fester Bestandteil im Alltag der Jugendlichen. Jedoch darf der negative Einfluss dieser und anderer Apps auf das Verhalten der Jugendlichen nicht unterschätzt werden. Die chinesische Regierung hat bereits Maßnahmen durchgesetzt. Im Westen scheint man bewusst oder unbewusst eine ganze Generation zu Grunde gehen zu lassen.
TikTok manipuliert die Jugendlichen durch vorgeschlagene Videos und Inhalten
Am 15. Juli 2021 würgte sich eine achtjährige Grundschülerin in ihrem Kinderzimmer in Temple, Texas, mit einem Seil so lange, bis sie ohnmächtig wurde und starb. Dies passierte alles im Zuge der sogenannten „Blackout-Challenge“ (Ohnmachts-Herausforderung), die auf der bekannten App TikTok viral ging. Polizisten ermittelten anhand der Daten auf ihrem Smartphone, dass die Unterhaltungsapp dem kleinen Mädchen im Minutentakt ein „Challenge“-Video nach dem anderen anzeigte. Ähnliches geschah auch mit einem kleinen Jungen aus England, bei dem vor kurzem die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet wurden und er kurze Zeit später verstarb.
Nach einer Klage gegen TikToks Mutterfirma Bytedance sperrte diese die „Blackout-Challenge“. Außerdem zeigt die App nun einen Warnhinweis an. Die Firma wehrt sich gegen die Vorwürfe, denn schon vor der Zeit von TikTok haben Jugendliche solche Mutproben ausprobiert. Jedoch liegt der Unterschied bei TikTok und anderen Plattformen der sozialen Medien darin, dass den Kindern durch den Algorithmus, der schon nach einigen Minuten auf der Plattform die Vorlieben festlegt, ständig Wiederholungen und Empfehlungen über dieselben Themen gezeigt werden, sodass sie dadurch animiert werden, dies nachzumachen. Die Form der Kurzvideos, die es mittlerweile bei fast allen gängigen sozialen Plattformen gibt, setzen gewisse Verhaltensmuster in die Gehirne der Kinder und Jugendlichen.
Zudem werden falsche Vorbilder geschaffen. Die erfolgreichsten Akteure auf der Plattform zeigen überwiegend Inhalte zum Thema Aussehen oder Tanzen. Durch den Aufbau der App ist es auch sehr schwer mit dem Konsum aufzuhören. Gerade bei Stress oder Langeweile entwickelt man Mechanismen, in denen man häufiger zum Smartphone greift und sich solche Inhalte anschaut.
Die chinesische Regierung hat strikte Gesetze für die Nutzung solcher Apps erlassen
Offiziell darf TikTok erst ab 13 Jahren genutzt werden. Zusätzlich brauchen alle Nutzer unter 18 Jahren eine Einverständniserklärung der Eltern. Aber wie bei vielen anderen Apps, fragt TikTok bei Installation nur nach einem Geburtsdatum. Dadurch kann man ungestört auch als kleines Kind die App nutzen.
Die chinesische Firma Bytedance agiert währenddessen in China ganz anders. Dort hat nämlich die Regierung Gesetze für die Nutzung von sozialen Medien erlassen, die gewisse Gefahren vorbeugen sollen. So muss Bytedance bei der TikTok-Schwesterplattform „Douyin“ den Empfehlungsalgorithmus offenlegen, verändern und ihren Einfluss auf die Jugend für Bildung nutzen. Außerdem gibt es eine Funktion, in der man personalisierte Empfehlungen abschalten kann.
Jugendliche Nutzer gaben in einer von den Universitäten in Toronto und Yinchuan erhobenen Studie an, dass sie in der chinesischen App keine Tanzvideos, sondern eher Inhalte wie Koch- oder Handwerktipps, Lernunterlagen oder naturwissenschaftlichen Demonstrationen sehen.
Andere Vorgaben der chinesischen Regierung für Douyin sind, dass Jugendliche nicht mehr von ihren Vorbildern angeregt werden dürfen ihnen Geldgeschenke zu machen. Auch die sogenannten Challenges, die extremes Verhalten propagieren oder die Gesundheit gefährden sind verboten.
Kinder unter 14 Jahren dürfen die App nur 40 Minuten am Tag nutzen. Zudem wird der Videostream mit Pausen in der Länge von fünf Sekunden und Ermahnungen gegen Suchtverhalten unterbrochen. Dies funktioniert in China, da man sich in den Appstores mit echtem Namen und echtem Geburtsdatum registrieren muss. Der Jugendmodus in China ist mit ganz anderen Inhalten gefüllt. Beispielsweise wissenschaftliche Experimente, aber auch Geschichtsvideos, die zu Parteidoktrin in China passen.
Die Jugendschutzfunktion im Westen ist nur optional und nicht vorgegeben
Auch bei TikTok gibt es die Möglichkeit einer Jugendschutzfunktion. Jedoch ist es wie in China keine Pflicht und solange die Funktion nicht eingeschaltet wird, nutzt sie auch nichts. Eltern müssen sich aktiv damit auseinandersetzen, was ihre Kinder wie lange konsumieren. Die meisten Eltern nehmen sich aber leider nicht die Zeit und zeigen kein Interesse für das was ihre Kinder konsumieren.
Dadurch gibt man die Erziehung in andere Hände und kann nicht mehr kontrollieren, wohin die Kinder abgleiten. Fremde Agenden können dadurch durchgesetzt werden und eine ganze Gesellschaft geht zu Grunde, während eine andere Gesellschaft durch Regeln voranschreitet. Ob dies nun eine gezielte Politik von China ist, den Westen zu manipulieren, oder der Westen selbst keine Maßnahmen gegen die Gefahren im Netz durchsetzt bzw. vielleicht sogar selbst hervorrufen möchte, spielt beim Endkonsumenten keine Rolle.
Andere soziale Medien ziehen nach und machen es TikTok gleich
Der Trend auf anderen Plattformen ist schon lange auf die Form der Kurzvideos übergangen. Sei es Instagram, YouTube oder andere Plattformen. Überall gibt es die Möglichkeit sich sehr kurze Videos anzuschauen. Dementsprechend arbeitet auch hier der Algorithmus und zeigt dem Zuschauer, anhand seines Wiedergabeverlaufs, ähnliche Inhalte. Ziel ist es den eigenen Einfluss nicht an die chinesische Plattform zu verlieren und die eigenen Ziele und Agenden durch die amerikanischen Plattformen durchzusetzen. Deswegen gibt es amerikanische Firmen, die durch Kampagnen versuchen, dem Ruf der chinesischen App zu schaden. Zu Präsidentschaftszeiten von Donald Trump sollte TikTok verboten werden. Dies ist aber nie in Kraft getreten und wurde von Joe Biden aufgehoben.
Fakt ist, dass wir es mit einer großen Gefahr für Groß und Klein zu tun haben, in der jeder Einzelne dafür sorgen muss, sich selbst und seine Familie zu schützen. Und dies geht nur, wenn wir unser und das Verhalten unserer Kinder bewusst und genau beobachten und präventiv agieren. Die Devise lautet deswegen, soziale Medien bewusster zu konsumieren und das reale Leben interessanter zu machen.
Fatima Payman, 27 Jahre alt, ist eine australische Politikerin mit afghanischen Wurzeln. Sie wurde am 20.06.2022 als Senatorin für West-Australien gewählt. Das macht sie zu ersten kopftuchtragenden Muslima im australischen Parlament.
Fatima Payman flüchtete als Kind mit ihren Eltern aus Afghanistan
Mit nur 5 Jahren floh Fatima Payman mit ihren Eltern vor der Taliban nach Pakistan. Ihr Vater fuhr im Jahre 1999 mit dem Boot nach Australien. Dort übte er dann Dienstleistungsberufe aus, bis er sich die Immigration seiner Frau und vier Kinder nach Australien leisten konnte. Mit acht Jahren und als Älteste der vier Kinder kam Fatima Payman schließlich nach Australien. 18 Jahre später und mit 27 Jahren ist Fatima Payman die drittjüngste Senatorin in der australischen Geschichte und die aktuell jüngste aktive Senatorin.
Fatima Payman möchte das Tragen des Kopftuches normalisieren
Sie hat es sich zu Aufgabe gemacht, mehr Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln in die Politik zu involvieren bzw. ihr Interesse für die Politik zu wecken. Außerdem möchte sie die Bildung junger Kinder und den Klimawandel verbessern. Hinzu kommt, dass sie das Tragen des Kopftuches normalisieren möchte. Dies bedeutet, dass es nicht mehr im Vordergrund einer Person steht, ob sie ihren Kopf bedeckt oder nicht. Einzig und allein ihre Kompetenz sollte ausschlaggebend für das Ausüben eines Berufs sein.
Das Kopftuch ist in Deutschland immer noch ein Hindernis für das Ausüben vieler Berufe
Solch eine Situation wie in Australien scheint in Deutschland noch in weiter Ferne zu liegen. Eine kopftuchtragende Lehrerin, Polizistin oder Staatsanwältin ist kaum vorstellbar. Wie ist es dann, wenn eine Ministerin mit Kopftuch in den deutschen Bundestag gewählt werden würde? Leider ist der aktuelle Stand in Deutschland so, dass für viele Menschen das Kopftuch immer noch ein Zeichen mangelnder Integrationsbereitschaft darstellt. Hinzu kommt, dass man mit dem Kopftuch schlechte Deutschkenntnisse assoziiert. Deswegen wird oft dieser Vergleich gebracht, dass solange eine Muslima mit Kopftuch die Schule oder den Gerichtssaal putzt, dies kein Problem darstellt. So bald sie aber an den Lehrerpult oder in den Gerichtssaal möchte, stellt dies eine nicht überwindbare Problematik dar. Wenn man wirklich die muslimische Frau aus ihrer „Unterdrückung“ helfen möchte, sollte sie dann nicht in der Lage sein, jeden Beruf auszuüben den sie möchte? Würde man sie dadurch nicht stärken?
Auch das Argument der Wichtigkeit der Neutralität an solchen Arbeitsplätzen wird wieder nach eigenem Interesse ausgelegt. So ist eine Frau mit Kopftuch niemals neutral und kann auch nicht neutral auftreten. Eine Transgender-Frau ist aber neutral und präsentiert keine Ideologie nach außen. Das Tragen von religiösen Symbolen bedeutet nicht gleich, dass die Person nicht in der Lage ist in ihrem Beruf neutral zu sein und alle Menschen gleich zu behandeln. Genauso ist es nicht immer so, dass Menschen die neutral auftreten auch unvoreingenommen sind. Wir brauchen also als Gesellschaft andere Maßstäbe, um festzustellen, ob jemand für einen Beruf geeignet ist oder nicht und ob er diesen auch neutral ausüben kann. Die richtige Kompetenz und die individuelle Prüfung sind vielleicht solche Maßstäbe.
Anfang August 2022 verurteilte ein saudi-arabisches Gericht die 34-jährige Salma El-Shehab zu 34 Jahren Haft, gefolgt von einem 34-jährigem Reiseverbot. Menschenrechtsinitiativen stellen fest, dass dieses Urteil die bislang längste bekannte Strafe für eine Aktivistin in Saudi-Arabien darstellt. Ihr Verbrechen: Gelegentlich hatte Salma, welche der Glaubensrichtung der diskriminierten schiitischen Minderheit in Saudi-Arabien angehört, sich auf Twitter solidarisch mit Regime-kritischen Menschenrechtsaktivisten gezeigt und sich für ein gerechteres System in Saudi-Arabien eingesetzt.
Unzählige Inhaftierungen und Hinrichtungen von Unschuldigen ohne Folgen
Dass das Königreich Stimmen, die ihm gegenüber kritisch eingestellt sind, buchstäblich mundtot macht, zeigen die unzähligen Inhaftierungen und Hinrichtungen von Zivilisten der unterschiedlichsten Alters- und Personengruppen in Saudi-Arabien. Der Weltgemeinschaft wurde dies 2018 mit der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten, Jamal Khashoggi, im saudi-arabischen Konsulat in der Türkei am ehesten verdeutlicht. Untersuchungen schlussfolgerten, dass der de facto Regent, Kronprinz Mohammed bin Salman (auch MBS genannt), den Mord in Auftrag gegeben habe. Auf der Welle der Empörung reitend, beteuerten Führungspersönlichkeiten der westlichen Staaten Konsequenzen für das Königreich, die soweit ausblieben.
Nach wie vor tritt MBS als vermeintlicher „Reformierer“ auf, der angeblich liberalere Werte im Königreich etablieren möchte. Gleichzeitig geht er erbarmungslos mit allen Menschen um, die seinen Vorstellungen gegenüber kritisch eingestellt sind. Und so folgte dieses drakonische Urteil zu Salma El-Shehab nur kurze Zeit nachdem US-Präsident Joe Biden dem Königreich einen Wieder-Annäherungs-Besuch abgestattet hat. Bei diesem Besuch kam es zu neuen wirtschaftlichen Abkommen zwischen den beiden Ländern. Letztlich wog das Öl erneut mehr, als das Blut unschuldiger Menschen. Derartige Normalisierungen der Beziehungen zu MBS und der Saudischen Regierung sind eine unausgesprochene Akzeptanz ihrer Menschenrechtsverletzungen.
Salma El-Shehabs Urteil ist unverhältnismäßig und nicht nachvollziehbar
Es heißt, mit Salma El-Shehab hätte Saudi-Arabien kürzlich hunderte weiterer Frauen wegen ihrer Beiträge auf den sozialen Medien verurteilt. Fragwürdig ist, wieso Salma El-Shehab ein derart hohes Strafmaß bekommen hat. Dabei hatte El-Shehab nur rund 2500 Follower auf Twitter und führte ein hauptsächlich unpolitisches Leben. Die Mutter von zwei jungen Kindern lebte zuletzt in Leeds, wo sie dabei war, ihr PhD Studium abzuschließen.
Die saudischen Behörden nahmen El-Shehab im Januar 2021 fest. Sie verurteilten sie zunächst zu sechs Jahren Haft, da sie Twitter genutzt hätte um „die öffentliche Ordnung zu stören und die Sicherheit und Stabilität des Staates zu destabilisieren“. El-Shehab fechtete das Urteil an. Sodann wurde sie von einem Sondergericht für Terrorismus und Verbrechen der nationalen Sicherheit mit der 34-jährigen Haftstrafe, gefolgt von einem 34-jährigen Reiseverbot verurteilt.
Khalid Aljabri, ein Saudi, der im Exil lebt und dessen Schwester und Bruder im Königreich festgehalten werden, sagte im „Guardian“, der Fall El-Shehab bestätige die Ansicht Saudi-Arabiens, dass abweichende Meinungen mit Terrorismus gleichzusetzen seien:
„Salmas drakonische Verurteilung vor einem Terrorismusgericht wegen friedlicher Tweets ist die jüngste Manifestation der rücksichtslosen Unterdrückungsmaschinerie von MBS. Genau wie die Ermordung von Khashoggi soll ihre Verurteilung Schockwellen innerhalb und außerhalb des Königreichs auslösen. Wagen Sie es, MBS zu kritisieren, und Sie werden am Ende zerstückelt oder in saudischen Kerkern landen.“
Salma El-Shehab berichtete über diverse Verletzungen ihrer Rechte und ihrer Würde während ihrer Haft, die das Gericht nicht berücksichtigte.
Twitter lehnt eine Äußerung zu dem Fall Salma El-Shehab ab
Twitter lehnte es ab, sich zu dem Fall zu äußern. Außerdem antworteten sie nicht auf Fragen des „Guardian“, welchen Einfluss Saudi-Arabien auf das Unternehmen hat. Das Königreich gehört nämlich zu den bedeutenden Investoren von Twitter. Dies wäre insofern wichtig zu klären, da die Möglichkeit besteht, dass El-Shehab über die Meldung eines Twitter-Users an eine Saudische Überwachungs-App ins Visier der Saudischen Behörden geraten ist.
Auf ihrer Twitter-Seite habe El-Shehab einen angehefteten Tweet eines Gebets, in dem sie um Vergebung bittet, wenn sie jemals gegen das Recht eines anderen Menschen verstoßen hat, ohne es zu wissen und Gott bittet, ihr zu helfen, der Ungerechtigkeit abzuschwören und denen zu helfen, die sich ihr stellen.
Der Tweet ende mit „Freiheit für politische Gefangene und für jede unterdrückte Person auf der Welt“.
Das fordern und wünschen wir auch für Salma El-Shehab.
Die Gendersprache, also den Gebrauch geschlechtergerechter Formulierungen zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter in der Sprache, wird vielerorts bereits verwendet. Jedoch fordern immer mehr Institutionen die Verwendung der Gendersprache, auch auf persönlicher Ebene, trotz fragwürdiger Rechtsgrundlage.
35% aller Unternehmen nutzen in ihrer externen Kommunikation die Gendersprache
Das ifo-Institut veröffentlichte im Juli 2021 eine umfassende Befragung für den Bereich der freien Wirtschaft. Laut der Erhebung nutzen 35% aller Unternehmen in ihrer externen Kommunikation die Gendersprache; in der internen Kommunikation sind es 25%. In einer anderen Umfrage der „Wirtschaftswoche“ vom Juni 2022 gaben 28 von 40 befragten Dax-Konzernen Auskunft über die Verbindlichkeit der Nutzung der Gendersprache. Zwei Drittel der 28 Unternehmen haben eigene Leitlinien, bei einem Viertel der Konzerne sind sie auch verpflichtend.
Rechtsgrundlage für die Verpflichtung der Gendersprache ist nicht eindeutig
Der Arbeitsrechtler Arnd Diringer äußert sich zu der Rechtsgrundlage der Verwendung der Gendersprache. „Solang es nur um Textbausteine beispielsweise für die Website eines Unternehmens geht, wird der Arbeitgeber die Verwendung von Gendersprache im Rahmen seines Direktionsrechts wohl verlangen können“. Jedoch ist es nicht zulässig, wenn Unternehmen Mitarbeiter verpflichten, auch dann die Gendersprache zu nutzen, wenn sie mit eigenem Namen und nicht dem Namen des Unternehmens auftreten. „Eine persönliche Unterwerfung unter eine bestimmte Weltsicht oder Ideologie, und nichts Anderes ist das Gendern, darf von Arbeitnehmern nicht verlangt werden“, so Diringer. „Anders ist es nur in Tendenzbetrieben, also Unternehmen, bei denen nicht wirtschaftliche, sondern politische Ziele im Vordergrund stehen.“
Das Einhalten der Gendersprache fließt an mancher Uni in die Note ein
An den Universitäten hält man auf der Verwaltungsebene die Gendersprache ein. Dies wird auch von vielen Landesgleichstellungsgesetzen im Grundsatz vorgeschrieben. Einzelne Fakultäten erlassen eigene Leitfäden, die von ihren Angehörigen erwarten, geschlechterneutral zu kommunizieren. Ein Fall an der Uni Tübingen sorgte jedoch für Aufsehen. In den Bearbeitungshinweisen zu einer Hausarbeit in einem Pflichtmodel der katholisch-theologischen Fakultät wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung der geschlechterneutralen Sprache in den schriftlichen Arbeiten in die Korrektur einfließt und dementsprechend bei der Notenvergabe eine Rolle spielt. Drei Studenten die sich weigerten dies umzusetzen seien im Erst- und Zweitversuch durchgefallen. Erst im letzten Anlauf hätten zwei von Ihnen nachgegeben und somit bestanden.
Eine kleine Minderheit zwingt der Mehrheitsgesellschaft seine Ideologie auf
Laut dem dgti (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.) liegt die Anzahl der Transgender Personen in Deutschland bei 0,6% der Gesamtbevölkerung. Der Gebrauch des generischen Maskulinums stellt für sie, aber auch beispielsweise für eingesessene Feministinnen, ein Problem dar. Bei diesen Bewegungen geht es nicht mehr um das bloße Einfordern von Respekt, Toleranz und Akzeptanz in der breiten Gesellschaft. Eine kleine Minderheit zwingt 99,4% der Gesellschaft ihre Ideologie auf, sodass die komplette Sprache angepasst werden soll.
Es geht soweit, dass man im Studium oder auf dem Arbeitsplatz mit harten Folgen für den eigenen Werdegang rechnen muss, wenn man sich dieser Ideologie nicht unterordnet. Es wird solange psychischer und sozialer Druck ausgeübt, bis der Widerstandswille bricht. Problematisch ist dies vor allem in der gesprochenen Sprache. Ständig auf die Gendersprache achten zu müssen, erschwert das Führen und dem Zuhören eines flüssigen Gespräches.
Die aggressive Art die diese Bewegung mit sich bringt, wird nicht bei der Sprache aufhören. Sie werden früher oder später immer mehr Einschnitte in das Entscheidungsrecht der Bürger fordern. Man stelle sich vor die fünf Millionen Muslime würden der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland aufzwingen wollen, dem anderen Geschlecht bei der Begrüßung nicht mehr die Hand zu reichen.
In einem Zeitraum von neun Monaten wurden in der US-amerikanischen Stadt Albuquerque 4 Muslime ermordet. Drei der Morde geschahen innerhalb von 2 Wochen. Die muslimische Gemeinschaft fürchtete sich und ging von einer gezielten Jagd auf Muslime aus. Nun verhaftete die Polizei einen Verdächtigen, der selbst Muslim ist. Eine Chance die Einheit der Muslime zu zerstören.
Motiv des Verdächtigen scheint die Eheschließung seiner Tochter mit einem Schiiten zu sein
Es wird spekuliert, dass der Auslöser der Morde, die Heirat der Tochter des Verdächtigen war. Die Tochter, die aus einer sunnitischen Familie stammt, heiratete nämlich einen Mann aus einer schiitischen Familie. Diese Entscheidung gefiel dem Vater jedoch nicht. Aufgrund dessen wird angenommen, dass er sich Männer ausgesucht hat, die einen Familiennamen trugen, die typisch für Schiiten sind. Zwei der Ermordeten hießen nämlich Hussain mit Nachnamen, der Dritte hieß Hussein und der Vierte Ahmadi.
Die Morde eignen sich als Instrument, um die Einheit unter den Muslimen zu zerstören
Es spielt keine Rolle, ob der Verdächtige der wahre Mörder und oder sein Motiv seine Abneigung gegenüber schiitischen Muslimen ist. Allein die Tatsache, dass die Medien solch eine Nachricht und Spekulation verbreitet, kann dazu führen die Einheit unter den Muslimen zu zerstören. Solche Spekulationen dienen vor allem der Spaltung unter den Muslimen, da sie negative Gefühle auf beiden Seiten hervorrufen und dadurch Abneigungen entstehen können. Deswegen ist es überaus wichtig, solche Nachrichten mit Vorsicht zu genießen und nicht emotional darauf zu reagieren, egal welcher islamischen Denkrichtung man angehört.
Es ist nicht richtig das falsche Handeln eines Einzelnen auf die Angehörigen derselben islamischen Denkrichtung zu übertragen. Daher ist es immer gut zu sehen, dass es genug Muslime gibt, die sich nicht von solchen Nachrichten beeinflussen lassen. So hat sich beispielsweise die muslimische Gemeinschaft in Albuquerque am ersten Freitag seit der Verhaftung des Verdächtigen getroffen, um das Gemeinschaftsgebet zu verrichten. Dabei beteten Sunniten und Schiiten Seite an Seite und Schulter an Schulter.
Die Einheit der Muslime ist an starkes Mittel, um die eigenen Interessen durchzusetzen
Neben der Wichtigkeit der Einheit der Muslime für das friedliche Zusammenleben untereinander, dient die Einheit als wichtigstes Mittel in der Durchsetzung der eigenen Interessen. Wenn die Muslime in Deutschland Hand in Hand zusammenarbeiten würden, könnte so viel mehr Druck auf die Politik ausgeübt werden. Im Jahre 2021 waren von den 5.5 Millionen Muslimen rund die Hälfte wahlberechtigt. Eine solch hohe Zahl ist für jeden Politiker Grund genug, die Interessen dieser Wähler nicht ohne weiteres unbeachtet zu lassen. Dadurch würden Aktionen, wie die vor kurzem stattgefundene Koranverbrennung in Hamburg nicht ohne Konsequenzen an den Menschen vorbeiziehen und eine viel höhere Aufmerksamkeit bekommen.
Es ist also wichtig, sich auf die Gemeinsamkeiten statt auf die Unterschiede zu konzentrieren. Jeder Muslim, unabhängig der Denkschule, möchte in Deutschland frei und ohne Sorge seine Religion ausleben. Außerdem wird es kein Muslim gutheißen, wenn jemand seine Religion oder die Heiligkeiten des Islams beleidigt oder schändet. So ist die einzige Lösung, um dies in Deutschland zu ermöglichen, die Einheit der Muslime, damit sie gemeinsam für ihr Recht eintreten.
Am vergangenen Freitag attackierte ein junger Mann den Schriftsteller Salman Rushdie, Verfasser des Buches „die satanischen Verse“, bei einer Lesung im US-Staat New York mit einem Messer und verletzte ihn schwer. Laut aktuellen Berichten, ist er auf dem Weg der Besserung.
Die satanischen Verse und das Rechtsurteil Ayatollah Chomeinis
Salman Rushdie veröffentlichte im Jahre 1988 das Buch „die satanischen Verse“. Der Titel bezieht sich auf Stellen im Koran, in denen drei vorislamische Göttinnen neben Allah gestellt werden. Die Offenbarung dieser umstrittenen Verse verpackt der Autor in eine Traumsequenz. Im weiteren Verlauf tauchen viele Persönlichkeiten auf, die bekannten islamischen Personen ähneln. So wird dem Propheten Muhammad (der Friede sei mit ihm und seiner Familie) der Name Mahound gegeben. Dieser Name wurde im mittelalterlichen Europa für einen Dämonen oder Gott verwendet, den die Muslime angeblich anbeteten.
Viele Muslime sahen den Inhalt dieses Buches als tiefe Beleidigung gegen den Islam und den heiligen Persönlichkeiten an und demonstrierten dagegen. Rushdie bestritt den Islam mit diesem Buch schmähen zu wollen. Er plädierte aber auf sein Recht, seine Meinung frei äußern zu dürfen. Die Verbreitung des Buches führte dann zu dem bekannten Rechtsurteil des Gründers der islamischen Republik Iran, Ayatollah Chomeini. In diesem erklärte er Salman Rushdie und all diejenigen die bei der Veröffentlichung mithelfen für vogelfrei. Das genaue Urteil lautete wie folgt:
„Ich erkläre allen stolzen Muslimen weltweit, dass der Verfasser des Buches Satanische Verse gegen den Islam, den Propheten und den Koran ein Buch verfasst, gedruckt und veröffentlicht hat. Auch die informierten Verleger solcher Inhalte sind zum Tode verurteilt. Ich fordere die mutigen Muslime auf, überall wo sie diese finden, sie sofort hinzurichten, damit sich niemand mehr traut die Heiligtümer der Muslime zu beleidigen. Jeder [Muslim], der auf diesem Wege stirbt, ist ein Märtyrer, so Gott will. Darüber hinaus, falls jemand den Aufenthaltsort des Verfassers kennt, ihn jedoch nicht persönlich hinrichten kann, soll er die Bevölkerung informieren, damit dieser [Rushdie] seinen Lohn bekommt.“
Das Rechtsurteil veränderte den Alltag von Salman Rushdie
Durch das Rechtsurteil, war Salman Rushdie gezwungen für viele Jahre unterzutauchen. Einige seiner Verleger wurden Opfer von Angriffen. Erst seit einigen Jahren traut sich Rushdie wieder in die Öffentlichkeit. In den USA, so sagt er, fühle er sich sicher. Das Rechtsurteil spiele auch keine große Rolle mehr in seinem Leben.
Ist der Zeitpunkt des Angriffs nur ein Zufall oder gut kalkuliert?
Nach dem Angriff auf Rushdie, gab es viele Solidaritäts- und Genesungsbekundungen seitens vieler Prominente und Politiker. Rushdie wird unter anderen für seinen Mut und seine Widerstandsfähigkeit gelobt. Der britische Premier-Kandidat, Rishi Sunak, verlangte indes Sanktionen gegen den Iran. Schließlich wurde bis heute das Todesurteil nicht zurückgenommen. Er fügte noch hinzu, dass die potenzielle Einigung mit dem Iran im Atomstreit „möglicherweise in einer Sackgasse angekommen“ sei. Der israelische Regierungschef Jair Lapid sah die Schuld an dem Angriff auch bei der Führung des Irans.
Die Frage die von einigen Analytikern aufkommt ist, ob dieser Angriff nicht doch Teil eines durchgedachten Schachzugs darstellt. Rushdie tritt seit längerem wieder in der Öffentlichkeit auf. Jedoch nun, wo eine mögliche Lösung im Atomstreit mit dem Iran greifbar scheint, wird Rushdie angegriffen. Dadurch werden nun Stimmen laut, den Atomdeal mit Iran sofort abzublasen. Die iranische Regierung hat sich offiziell noch nicht zu dem Angriff geäußert. Es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Tagen entschieden wird.
Jedoch bleibt ein weiteres Problem, welches gelöst werden muss. Denn in Fällen wie in dem Fall von Salman Rushdie treffen zwei Prinzipien aufeinander, die in Deutschland eigentlich zum Recht und Pflicht eines jeden Bürgers gehören. Zum einen das Recht seine Meinung frei äußern zu dürfen. Zum anderen die Pflicht andere Religionsgruppen und ihre Heiligtümer nicht zu beleidigen und zu schmähen, wie erwähnt in §166 (StGB). Dies bedeutet, das geklärt werden muss, wo die freie Meinungsäußerung endet und wo die Schmähung von Religionsgemeinschaften beginnt. Dabei darf man nicht mit zweierlei messen, wie jüngst geschehen bei der Koranverbrennung in Hamburg. In dem Falle von Beleidigungen, muss man sinnlose Gewalt vermeiden und je nach Zeit und Umständen eine passende Reaktion auf diese Anfeindungen finden.
Quelle: von CK – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=89863543
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