KiKa-Moderator wird nach Teilnahme an einer Demo im Westjordanland entlassen

Matondo Castlo ist nach einer Teilnahme an einer als israelfeindlich eingestuften Demo als Moderator bei der Vorabendsendung „KiKa-Baumhaus“ entlassen worden. Dies passierte auch nachdem er klar und deutlich verkündete, dass die Teilnahme im Nachhinein falsch war und er sich erst recht nicht gegen Israel positionieren würde.

Artikel der „Bild“ reichte dem KiKa aus, um die Zusammenarbeit zu pausieren

Im Sommer war Matondo Castlo (29) laut eigener Aussage in einem Dorf in Israel, wo palästinensische Menschen leben. Dort half er bei der Renovierung einer Schule mit. Er war von der schwierigen Lage von den Kindern und Jugendlichen in dem Konfliktgebiet stark emotionalisiert. Aufgrund dessen, sei er spontan der Einladung gefolgt, an einer friedlichen Demo teilzunehmen. Diese Demo ist das Jugend-Festival in Farkha im Westjordanland, die jedoch als eine israelfeindliche Demo eingestuft ist. Die Klatschzeitung Bild berichtete über seine Teilnahme. Nur einen Tag nach Veröffentlichung des Artikels teilte der KiKa in einer Pressemeldung mit:

„Die Klärung des Sachverhaltes bedarf einer sorgfältigen und umsichtigen Prüfung. Wir haben uns im gegenseitigen Einverständnis entschieden, bis dahin die Zusammenarbeit mit Matondo Castlo ruhen zu lassen.“

Ein Artikel der Bild reichte also aus, um unverzüglich die Zusammenarbeit mit Castlo ruhen zu lassen.

Auch Politiker äußerten sich über seine Teilnahme

Nach Bekanntwerden von Castlos Demo-Teilnahme meldeten sich viele Politiker zu Wort. So äußerte sich CDU-Politiker Philipp Amthor (29) gegenüber „Bild“:

„Wer anscheinend keinen Anstoß daran nimmt, dass Kinder für Israelhass instrumentalisiert werden, erscheint mir nicht geeignet, in Deutschland den gebührenfinanzierten Bildungsauftrag zu erfüllen.“

Seit letzter Woche (5. Dezember) ist die Zusammenarbeit mit Castlo nach mehrmonatiger Pause endgültig beendet worden, teilte der öffentlich-rechtliche Fernsehkanal von ARD und ZDF für Kinder und Jugendliche mit.

Teilnahme an der Demo war ein Fehler und es wurde keine Positionierung gegen Israel beabsichtigt

Castlo selbst erklärte seine Teilnahme an der Demo schon im Sommer als „nicht politisch motiviert“, denn er „hasse niemanden“.

In seinem aktuellen Statement auf seiner Instagram-Seite spricht er über die Teilnahme an der Demo:

Die Teilnahme war aus heutiger Sicht falsch und wurde mir – was ich nicht für möglich gehalten hätte – zum Verhängnis…Ich wollte mit meiner Teilnahme an der Demonstration kein politisches Statement abgeben und mich erst recht nicht gegen Israel positionieren. Das habe ich sofort öffentlich erklärt und gegenüber dem KiKA mehrfach ausführlich dargelegt. Ich stand und stehe auf keiner Seite. Ich möchte Kinder unterstützen, fördern und glücklich machen und gebe alles für die Jugend.

Fall erinnert an Nemi El Hassan

Dieser aktuelle Fall erinnert an die Beendigung der Zusammenarbeit des WDRs mit Nemi el Hassan. Auch hier war es die Bildzeitung, die den Ruf von Nemi el Hassan zerstörte. El Hassan nahm vor Jahren an der bekannten Quds-Demo in Berlin teil. Sie entschuldigte sich, wie nun auch Castlo, an dieser Demo teilgenommen zu haben. Außerdem distanzierte sie sich von allen islamischen Zentren, denen politischer Aktivismus vorgeworfen wird, darunter auch das aktuell heißdiskutierte islamische Zentrum in Hamburg.

Diese beiden Fälle zeigen deutlich, dass jegliche Kritik an Israel, egal wie berechtigt sie auch sein mag, einem auch Jahre später zum Verhängnis werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich entschuldigt, zurückrudert und/oder sich von allem distanziert, was in den Medien und Politik als israelfeindlich angesehen wird. Eine Doppelmoral, die gerade in der aktuellen Diskussion bei der Fußball-WM in Katar rund um die „One Love“ Binde und der Forderung nach der freien Meinungsäußerung, mehr als ironisch ist.

KiKa
DanielSeMatondo CastloCC BY-SA 4.0

Exekution – Israelischer Polizist erschießt Palästinenser aus nächster Nähe

In einem Video, welches zu Zeit in den sozialen Netzwerken viral geht, ist zu sehen, wie ein israelischer Polizist im Westjordanland einen Palästinenser aus nächster Nähe erschießt. Die palästinensische Seite spricht von einer „kaltblütigen Exekution“ des 22-Jährigen am Freitag. Hingegen plädiert die israelische Seite auf legitime Selbstverteidigung.

Israelische Polizei schildert die Vorfälle vor der Erschießung des Palästinensers

Der Palästinenser soll mit einem Messer bewaffnet gewesen sein, so die israelische Polizei. Er soll zunächst versucht haben, in das Fahrzeug eines israelischen Paares einzudringen. Dabei soll ihm der Fahrer, der ein Armeeoffizier ist, durch Schüsse verletzt haben. Daraufhin habe der 22-jährige Palästinenser einem israelischen Polizisten in der Nähe eine tiefe Schnittwunde an der Schläfe hinzugefügt.

In dem kurzen Video, welches zu Zeit in den sozialen Netzwerken viral geht, ist dies alles nicht zu sehen. Zu sehen ist ein Polizist, der den jungen Mann (eindeutig erkennbar ohne Messer in der Hand) im Klammergriff um den Hals festhält, während zwei andere Palästinenser, ohne Gewalt anzuwenden, versuchen den jungen Mann aus seinen Händen zu befreien. Schließlich lassen die zwei Männer vom Polizisten ab, der nun mit dem jungen Mann rangelt. Dieser versucht das Gewehr des Polizisten von sich fernzuhalten. Als diese dann zu Boden fällt, zieht der Polizist eine Handwaffe. Der junge Mann versucht einige Schritte zurückzugehen und sich zu schützen, als der Polizist vier Kugeln auf ihn abfeuert. Die Menschen drum herum sind fassungslos und können nicht glauben, was sich gerade vor ihren Augen abgespielt hat.

Israelische Soldaten sollen Krankenwagen den Weg versperrt haben

Die Polizei teilte mit, dass der Polizist um sein Leben und das Leben anderer Menschen in der Umgebung gefürchtet hat. Sieht man sich das Video jedoch genau an, so ist klar zu erkennen, dass er die Situation ganz anders hätte lösen können. Spätestens als er die Handwaffe gezogen hat, sieht man ganz deutlich, dass der junge Mann sich nur noch selbst schützen wollte. Der Polizist hätte gar nicht erst die Waffe abfeuern müssen, vor allem nicht viermal aus nächster Nähe. Im Nachhinein wurde ebenfalls berichtet, dass israelische Soldaten palästinensische Krankenwagen darin gehindert haben sollen, zum Ort des Geschehens zu gelangen.

UN-Gesandter Tor Wennesland zeigt sich in einem Tweet auf Twitter „entsetzt“ von der Tötung des Palästinensers.

Solche Vorfälle müssen umfassend und schnell untersucht werden und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, forderte er.

Vermehrte Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinenser vermutlich auch aufgrund der israelischen Wahlen

Im Jahre 2022 sind bis dato 145 Palästinenser und 26 Israelis in der West Bank, Israel und Jerusalem getötet worden. Einer der möglichen Gründe für die vermehrten Gewaltauseinandersetzungen ist, dass die womöglich rechtsextremistischste Regierung in der israelischen Geschichte, mit dem ehemaligen Premierminister Netanjahu, in den nächsten Wochen ihre Arbeit beginnt, nachdem sie die Wahlen gewonnen hat.

Natürlich hat die Ermordung des Palästinensers in den deutschen Medien keine bis minimale Aufmerksamkeit bekommen. Die Tagesschau berichtet beiläufig über den Vorfall, ohne näher ins Detail zu gehen. Immer wieder zeigt sich, wo der Fokus der deutschen Medien und Politik liegt. Menschenrechte und das Einsetzten für diese, gelten nur da, wo es gerade passt und die Eigeninteressen sind. Durch solch eine Doppelmoral und ein Auftreten von moralischer Überlegenheit gegenüber Anderen, ist es mittlerweile nicht nur die deutsche Fußballnationalmannschaft, die international immer mehr an Ansehen verliert.

Palästinenser

Netanjahu: Revolution im Iran durch Zerstörung des islamischen Lebensstils

Benjamin Netanjahu, der kürzlich die Parlamentswahl in Israel gewonnen hat, ist bekannt für seine Feindschaft gegenüber den Iran. Bereits im Jahre 2002 hatte er eine Idee, wie man eine Revolution im Iran forcieren könnte: durch die Satellitenschüssel und der Übertragung von Serien, die den US-amerikanischen Lebensstil den iranischen Jugendlichen schmackhaft macht.

Die Revolution soll im Irak militärisch und im Iran durch Medienmanipulation umgesetzt werden

Laut Netanjahu unterschied sich Iran damals zu Irak dahingehend, dass im Iran hunderttausende Satellitenschüsseln in den iranischen Häusern angebracht waren. Diese sollte man laut Netanjahu nutzen, um in jedes iranische Haus Serien zu übertragen, die den US-amerikanischen Lebensstil glorifizieren. Er nannte bekannte Serien der 90er wie „Beverly Hills 90210“ und „Melrose Place“. Beide dieser Serien zeigen einen Lebensstil der glamourös, materialistisch und von promiskuitivem Sex geprägt ist. „Das ist ziemlich staatsgefährdendes Zeug“ sagte Netanjahu. „Die Kinder Irans würden diese schöne Kleidung, die sie in den Serien sehen, wollen. Sie würden die Swimming-Pools und den schicken Lebensstil wollen.“, fügte er hinzu.  Durch den Einfluss dieser Popkultur könnte man schließlich das konservative islamische Regime umstürzen.

Im Irak war dies im Jahre 2002 noch nicht möglich, da Satellitenschüsseln nicht weit verbreitet waren. Deshalb empfahl Netanjahu den militärischen Einmarsch, um die Regierung Saddam Husseins zu stürzen. Dies wurde auch so umgesetzt und ist im Endeffekt auch gelungen. Das Ziel der Revolution im Iran konnte man bis dato jedoch nicht erreichen.

Joe Biden verspricht die Befreiung Irans

Der US-Präsident Joe Biden gab jüngst bei einem Wahlkampftermin in Kalifornien das Versprechen, den Iran zu befreien. So sagte er: „Macht euch keine Sorgen, wir werden den Iran befreien.“ Er relativierte seinen Satz und fügte hinzu: „Sie werden sich ziemlich bald selbst befreien.“

Jeder der sich mit der US-amerikanischen Geschichte und Politik auskennt, weiß, dass die „Selbstbefreiung“ der, aus der Sicht der US-Amerikanischen Regierung, unterdrückten Völker, immer von ihnen gelenkt und manipuliert wird.

Die Propagandamaschinerie läuft mehr denn je auf Hochtouren

Bis heute kann man sehen, dass die Medien den „American Way of Life“ überall auf der Welt propagieren. Viele Jugendliche schauen sich diese Serien an und denken, dass alle in den USA solch ein Leben führen. Viele lassen sich davon blenden und verstehen nicht, dass es nur ein minimaler Prozentsatz ist, der sich solch einen Lebensstil leisten kann. Es gibt viele Menschen, die an der Armutsgrenze leben und in Gegenden leben, die eine hohe Kriminalitätsrate haben. Tendenz steigend.

Der US-Amerikanische Lebensstil, ist der einzige Lebensstil, der den Menschen komplett glücklich machen kann. Im Gegenzug wird der islamische Lebensstil stets so dargestellt, dass es den Menschen unterdrückt und ihn davon abhält glücklich im Leben zu sein. Der US-Amerikanische Lebensstil, den man in den Serien sieht, ist in Wirklichkeit nur dafür gut, dem Menschen ein Sklave seiner Triebe werden zu lassen. Ein Leben, das nur darauf ausgerichtet ist zu tun und zu lassen was man möchte. Die spirituelle Ebene des Menschen wird nicht nur außer Acht gelassen, sondern durch diesen Lebensstil maßgeblich geschädigt. Dieser Lebensstil steht stellvertretend für alle Lebensstile, egal wo sie auf der Welt ausgelebt werden, die die Triebe des Menschen und den Materialismus in den Fokus stellen und ein spirituelles und gottverbundenes Leben komplett ignorieren.

Im Islam hingegen, soll der Mensch ein in allen Aspekten erfülltes Leben führen. Es ist nicht verwerflich schöne Kleidung, ein schönes Haus und ähnliches zu besitzen. Jedoch sollte alles in Maßen geschehen und mit den Gesetzen Gottes nicht kollidieren. Denn Gott möchte, dass der Mensch aus eigenem Willen heraus ein Leben führt, welches ihm vor allem ein gutes Ende im Jenseits bereitet.  

Heute, in Zeiten der Sozialen Medien, läuft die Propagandamaschinerie mehr denn je auf Hochtouren, um den Menschen abzulenken, zu blenden und ihm von seinem eigentlichen Lebenssinn abzuhalten. Es bedarf einer gewissen Weitsicht und Entschlossenheit, dies zu erkennen und aktiv dagegen zu handeln. 

Revolution

Extremistischste Koalition in der Geschichte Israels

Vergangene Woche berichteten wir über die Wahlen des neuen israelischen Parlaments und die bevorstehende Koalition Netanjahus mit dem rechten Parteienblock, welcher rechtsextreme Politiker des Religiösen Zionismus miteinschließt. Inoffizielle Koalitionsgespräche finden bereits statt, noch bevor der israelische Präsident Netanjahu mit der Regierungsbildung beauftragt hat. Es wird erwartet, dass die kommende Koalition den illegalen Siedlungsbau und die de facto Vertreibung der Palästinenser noch stärker vorantreiben wird, als bislang. Reham Owda, Journalistin und Politikwissenschaftlerin aus Gaza kommentierte den Wahlsieg gegenüber Reuters wie folgt: „Mit Netanjahu wird der Slogan lauten, kein Frieden, keine Zwei-Staaten-Lösung, mehr Siedlungen, und der Fokus wird auf dem Iran liegen.“

Noch nie war eine Koalition Israels so extremistisch

Von dieser neuen Koalition, welche als die bislang extremistischste in der Geschichte des israelischen Staates bezeichnet wird, werden noch drastischere Schritte gegen Palästinenser und Andersdenkende erwartet, als ohnehin schon vorhanden sind. Israels Apartheidpolitik, die seit Jahrzehnten die Palästinenser unterdrückt, wird von der internationalen Gemeinschaft mehrheitlich hingenommen. International geltendes Recht gilt nicht für die Verbrechen des israelischen Staates und findet auch dementsprechend keine Anwendung. Nur die wenigsten Staaten haben den Mut, sich gegen die Unterdrückung Israels auszusprechen. Sie zahlen dafür den Preis in Form von international auferlegten Sanktionen und Regime-Change Kampagnen, wie wir es in erster Linie am Beispiel der Islamischen Republik Iran sehen können.

Das Ziel: Eine israelisch-jüdische Theokratie

Die zwei bekanntesten Gesichter des extremistischen Parteienblocks, welcher in dieser Wahl den größten Zuwachs an Stimmen verzeichnete, sind Bezalel Smotrich und Itamar Ben Gvir. Smotrich, mit ukrainischen Wurzeln, ist in verschiedenen illegalen Siedlungsgebieten der besetzten Golanhöhen und Palästinas aufgewachsen. Zuvor war er bereits in der israelischen Politik aktiv und soll u.a. eine Schlüsselrolle bei der israelischen Gesetzgebung zur Legalisierung der Annexion palästinensischer Länder gespielt haben. In der Vergangenheit sagte er, er strebe eine israelische Theokratie an. In der kommenden Legislatur möchte er ebenfalls bei der Gesetzgebung mitmischen: An der Auswahl der Richter beteiligt sein, weitreichende Straffreiheit für Politiker sichern, Richtern verbieten, antidemokratische Gesetze niederzuschlagen und die Abschaffung der Anklage wegen „Betrugs und Vertrauensbruch“ zu bewirken, die allen drei Fällen gemeinsam ist, für die Netanjahu vor Gericht steht. Zufrieden wird er nur mit einem hohen Ministerposten sein.

Ben Gvir unterscheidet sich ideologisch nicht von Smotrich. Beide teilen einen Hass auf Araber und befürworten eine „Shoot-to-kill“-Politik für die Besatzungstruppen, wenn es um Steine werfende Palästinenser geht. Beide wollen ein Israel, in dem keine Palästinenser verbleiben. Unterscheiden tut sich Ben Gvir von Smotrich nur durch seine ungehemmtere Auslebung des Extremismus. Erst kürzlich stürmte er mit einem gewaltbereiten Mob an Siedlern, geschützt durch die Besatzungskräfte und mit einer Pistole bewaffnet das palästinensische Viertel Sheikh Jarrah. Dort rief er dazu auf, auf Palästinenser zu feuern, die sich den Besatzungstruppen widersetzen. Ben Gvir, der in der Vergangenheit mehrere Anklagen wegen Hetze und Terrorunterstützung erhalten hat, möchte Minister für Öffentliche Sicherheit werden. Hierfür fordert er Sondervollmachten und finanzielle Mittel.

Welche Ministerposten beide erhalten werden, stehen noch nicht fest. Was feststeht ist, dass eine Eskalation der Gewalt gegenüber Palästinensern und Andersdenke vorprogrammiert ist.

Gratulationen aus aller Welt – Wölfe im Schafspelz

Selbst dieser neue, entschieden extremere Weg der Koalition wird von ranghohen Politikern aus der ganzen Welt begrüßt. So gratulierten u.a. die rechten MPs Ungarns und Italiens, Orbán und Meloni, Indiens MP Modi, Polens Regierungschef und weitere kleinere europäische Staatschefs. Sowie die altbewährten Freunde und internationalen Verteidiger freiheitlicher, demokratischer Werte (Ironie-off). Hierunter Kanadas Trudeau und Frankreichs Macron, der die ohnehin starken bilateralen Verbindungen zu Israel weiterhin bestärken möchte. Der neu-amtierende, Multimillionen-schwere PM Großbritanniens, Rishi Sunak, sprach seine bereits bekannte Israelphilie auch in einem Glückwunschs-Tweet aus.

Die Sprecherin vom Weißen Haus gab u.a. bekannt, dass US-Präsident Biden in einem Telefonat mit Netanjahu u.a. die „unerschütterliche Unterstützung für die israelische Sicherheit“ zusprach. Ebenfalls wurden die gemeinsamen Werte und Interessen betont. Interessant ist, dass ein hebräisches Statement des Büros von Netanjahu bekannt gab, dass Biden zu Netanjahu gesagt haben soll, dass „wir Brüder sind“ und „wir gemeinsam Geschichte schreiben werden“. Wie viel Blut in der vergangenen Geschichte des US-Imperialismus geflossen ist, lässt erahnen, dass die kommenden Pläne sicherlich nicht durch diplomatische Gespräche getragen werden. Und in diesem Zusammenhang ist auch der Tweet des ukrainischen Präsidenten Zelensky zu erwähnen:

„Herzlichen Glückwunsch an @netanyahu zum Wahlsieg. Es ist immer wichtig, echte Demokratie in Aktion zu sehen. UA & IL teilen gemeinsame Werte und Herausforderungen, die jetzt eine effektive Zusammenarbeit erfordern. Wir hoffen, in Zusammenarbeit mit der neuen IL Regierung eine neue Seite zum Nutzen von UA & IL aufschlagen zu können!“

Russland bleibt der große Feind, während Israel ungeschoren davonkommt

Während sich Netanjahus Vorgänger zurückhaltender im Ukraine-Russland Krieg benahm, erwartet man, dass Netanjahu sich mit Waffenlieferungen klar auf die Seite der Ukraine schlagen wird. Das Groteske an diesem Bündnis: Wegen Okkupation, Unterdrückung und Ermordung von Unschuldigen wird Russland als großer Feind der Westmächte angeklagt und die vermeintliche Befreiung der Ukraine ohne Kompromisse als oberste Prämisse in diesem Krieg gesetzt. Während selbst Israels Staatsgründung und nicht zuletzt die jüngst verstärkten Aggressionen gegen die Palästinenser auf Okkupation, Unterdrückung und Ermordung von Unschuldigen basieren.

Koalition
Quelle: Flash90, Bezalel Smotrich (rechts) und Itamar Ben-Gvir (links)




Parlamentswahlen in Israel – Rechtsextreme gehen als Sieger hervor

Am 01. November fanden im vom Westen als „einzige Demokratie im Nahen Osten“ bezeichneten Israel zum fünften Mal in vier Jahren Parlamentswahlen statt. Das Ergebnis entspricht dem jüngst erneut eskalierendem, unterdrückerischem Vorgehen des Besatzungsstaates. Während das finale Ergebnis der Auszählungen erst morgen erwartet wird, zeigt sich bereits deutlich, dass die Partei „Religiöser Zionismus“ unter Führung von den Rechtsextremisten Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich voraussichtlich die drittgrößte Partei in der Knesset wird. Der rechte Block von Benjamin Netanjahu, der noch immer wegen Korruption angeklagt ist, erhielt die Mehrheit der Stimmen. Gefolgt von der Partei des amtierenden Premierministers, Yair Lapid. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem fand im Vorfeld zu den Wahlen bereits die entsprechende Bewertung: „Das ist keine Demokratie. Das ist Apartheid.“

Höchste Wahlbeteiligung seit 2015, aber Palästinenser dürfen nicht wählen

Die Wahlbeteiligung sei die Höchste seit 2015 gewesen. Die Abstimmung unter den palästinensischen Bürgern hingegen die Niedrigste in den letzten 20 Jahren. Hierbei muss man erwähnen, dass nur wenige palästinensische Israelis wählen dürfen und von diesen wiederum viele die Wahlen boykottieren. Während Israelis in den seit 1967 offiziell illegal besetzten palästinensischen Gebieten ihr Wahlrecht ausüben dürfen, ist es den rund 5,5 Millionen Palästinensern dort nicht einmal erlaubt zu wählen. Sie werden politisch nicht repräsentiert. Ihre Rechte spielen keine Rolle im Wahlkampf, währenddessen ihr gesamtes Leben von der Besatzungsmacht eingeschränkt wird. Es zeigte sich abermals deutlich, dass ein sehr gewaltbereiter, feindlicher Kurs gegenüber den Palästinensern und ihren Unterstützern zu Wahlerfolgen führt. Die Besatzungsmacht forderte sogar alle israelischen Waffenbesitzer auf, zu den Parlamentswahlen und darüber hinaus ihre Waffen mit sich zu tragen. Somit erklärten sie indirekt alle Andersdenkenden für vogelfrei.

Parlamentswahlen finden in dem tödlichsten Jahr für Palästinenser seit Beginn der Aufzeichnungen statt

So fanden die Wahlen auch inmitten der jüngsten Wellen der Gewalt statt. Die Norwegische Flüchtlingshilfe klärt mit den folgenden Daten auf: Das israelische Militär hat im besetzten Westjordanland, seit es seine neue Operation am 31. März gestartet hat, 118 Palästinenser getötet. Darunter sind mindestens 29 Kinder unter 18 Jahren. Diese Zahl macht 2022 zum tödlichsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen für Palästinenser in der West Bank. Unzählige Verletzte und Inhaftierte kommen hinzu.

Ferner haben israelischen Behörden in den ersten 10 Monaten des Jahres 2022, 697 Gebäude im Westjordanland abgerissen, darunter Häuser, zivile Infrastruktur und landwirtschaftliche Einrichtungen. Diese Handlungen stellen Verletzungen des internationalen Völkerrechts dar.

In Gaza, das seit 15 Jahren unter israelischer Belagerung steht, wurden im August mindestens 48 Palästinenser während einer dreitägigen Eskalation der Feindseligkeiten zwischen israelischen Streitkräften und dem Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) getötet. Dieser Teufelskreis der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten wird nicht aufhören, solange Israel seine Besatzung nicht beendet. Doch Israels aktuelle Wahlergebnisse prognostizieren erneut keinen Weg dahin. Im Gegenteil. Eine Koalition zwischen der Partei Netanjahus und den Religiösen Zionisten wäre noch offenkundiger in seiner Apartheidspolitik. Netanjahu stellte selbst in Aussicht, den verurteilten Rassisten, Itamar Ben-Gvir zum „Minister für öffentliche Sicherheit“ zu ernennen, sofern er die neue Regierung bilden würde.

USA steht in jedem Fall hinter Israel

Es gäbe Kritik an einer solchen Koalition vonseiten der USA und den VAE, jedoch wird sich Netanjahu sicher nicht davon einschüchtern lassen. Um Berichten, die eine mögliche politische Uneinigkeit zwischen Israel und den USA unterstellen, zu entkräften, sagte Joe Biden bereits jetzt: „Wir freuen uns darauf, weiterhin mit der israelischen Regierung an unseren gemeinsamen Interessen und Werten zusammenzuarbeiten.“

Jenes gemeinsame Interesse und jene gemeinsamen Werte fußen auf besetzten palästinensischen Gebieten und Generationen von Menschen, die mit dem geringsten Lebensstandard von der israelischen Besatzungsmacht unterdrückt werden. Wie jede Verletzung von Menschenrechten und des Völkerrechts muss man Israel für seine Taten zur Rechenschaft ziehen. Das Land, an dessen Spitze die Menschen angeklagte Kriminelle wählen, darf seine Gewalt nicht weiter anhand von Wahlergebnissen legitimieren.

Parlamentswahlen
von links nach rechts: Itamar Ben-Gvir, Benjamin Netanjahu, Bezalel Smotrich, Michael Ben-Ari