2022 – tödlichste Jahr für die Palästinenser

2022 – tödlichste Jahr für die Palästinenser

Menschenrechtsorganisationen und Journalisten fassten zum Jahresende teils unabhängig voneinander zusammen, dass das Kalenderjahr 2022 das zahlenmäßig tödlichste Jahr für die Palästinenser im Westjordanland seit der Zweiten Intifada war. Die Mehrheit der Opfer waren Zivilisten. Darunter Frauen und 48 Kinder. Auch Journalisten, so wie die in der arabischen Welt hochgeschätzte Reporterin Shireen Abu Akleh, fielen der Gewalt der israelischen Besatzungsmacht zum Opfer.

2022 ist das tödlichste Jahr seit 2005

Eine Höchstzahl von mindestens 220 Menschen seien bei israelischen Angriffen im Jahr 2022 in den besetzten Gebieten gestorben, darunter 48 Kinder. Von der Gesamtzahl der Todesopfer stammten 167 aus dem Westjordanland und Ostjerusalem und 53 aus dem Gazastreifen. Zudem töteten sie im gleichen Zeitraum weitere fünf palästinensische Bürger des Staates Israel. In mindestens fünf Fällen verdächtigte man Siedler, Palästinenser getötet zu haben, während die Besatzungsarmee für die überwältigende Mehrheit der Todesfälle verantwortlich ist. Nach UN-Angaben haben sie im gleichen Zeitraum fast 9.500 Palästinenser aus dem Westjordanland verletzt.

UN-Resolutionen können Gewalt nicht stoppen

UN-Experten halten fest: „Bewaffnete und maskierte israelische Siedler greifen Palästinenser in ihren Häusern an, greifen Kinder auf dem Weg zur Schule an, zerstören Eigentum und brennen Olivenhaine ab und terrorisieren ganze Gemeinden völlig ungestraft“.

Die Zahl der Angriffe israelischer Siedler im besetzten Westjordanland nehme seit sechs Jahren kontinuierlich zu, trotz einer Resolution des UN-Sicherheitsrates von 2016, die ausdrücklich darauf abzielt, die Siedlungsaktivitäten zu stoppen. Über die entschieden aggressivere Siedlungspolitik, welche die aktuelle Regierungskoalition Israels umsetzen möchte, haben wir kürzlich geschrieben. Eine Eindämmung der Siedlungsaktivitäten liegt politisch ebenso fern, wie die Aussicht auf autonomes, palästinensisches Land. Auch dies ist den UN-Experten bewusst:

„Beunruhigende Beweise dafür, dass israelische Streitkräfte häufig Siedlerangriffe erleichtern, unterstützen und daran teilnehmen, machen es schwierig, zwischen israelischen Siedlern und staatlicher Gewalt zu unterscheiden. Die Straflosigkeit des einen wird durch die Straflosigkeit des anderen verstärkt.“

Israel verletzt jährlich mehrere international geltende Rechte

Der Einsatz von Schusswaffen durch staatliche Sicherheitskräfte ist laut internationalem Menschenrechtsgesetz nur gegen Personen erlaubt, bei denen eine unmittelbare Gefahr für das Leben oder für eine schwere Verletzung besteht. Bei der israelischen Besatzungsarmee setzt sich immer stärker die „Shoot-to-kill“-Politik durch. So seien auch unter den 2022 Getöteten in mindestens 95 Fällen jene gewesen, die von israelischen Besatzungssoldaten als Anwesende bei Armeerazzien oder bei der Teilnahme an Demonstrationen gegen die Besatzung erschossen worden. Zudem ergaben Analysen, dass die Mehrheit der Opfer unbewaffnete Zivilisten waren.

Diese Anwendung tödlicher Gewalt als erstes und nicht als letztes Mittel gegen Palästinenser, die keine unmittelbare Bedrohung für das Leben oder eine ernsthafte Verletzung darstellen, ist einer außergerichtlichen Hinrichtung gleichzusetzen. Sie verletzen das Recht auf Leben von hunderten Palästinensern und ignorieren das Verbot der vorsätzlichen Tötung. Die Morde bleiben unbestraft. Die israelische Rechtsgruppe „Yesh Din“ veröffentlichte, dass weniger als ein Prozent der Soldaten, die zwischen 2017 und 2021 beschuldigt wurden, Palästinensern Schaden zugefügt zu haben, jemals eines Verbrechens angeklagt wurden. Hierfür werde vonseiten der militärischen Strafverfolgungsbehörden systematisch vorgegangen.

Das internationale Schweigen

Das Schweigen der vermeintlichen „Verfechter von Menschenrechten“ aus westlicher Politik und Öffentlichkeit zu dieser jährlich ansteigenden, tödlichen Gewalt gegenüber den Palästinensern, ist ein weiterer Beweis ihrer Doppelmoral. Während der Tod eines einzelnen Menschen in einem anderen Land, dem gegenüber man politisch oppositionell gestimmt ist, wochenlang als Topthema in den Medien gehalten werden kann – wo plötzlich jeder sonst so unpolitische Mensch sich als Verteidiger der Freiheit und Menschenrechte öffentlich positioniert und eine zu teilende Meinung hat– trifft die nahezu tägliche vorsätzliche Tötung eines palästinensischen Menschen im Apartheidsstaat Israel auf ein schmerzhaftes Schweigen. Besser gesagt: Verschweigen.

Der israelische Staat und seine kriminelle Regierungsspitze werden von den Westmächten als einzige Demokratie des Nahen Ostens gepriesen und als Verbündete vorgeführt. Und mit der zunehmenden Gewalt, welche von dem Besatzerstaat ausgeht, steigen die Bemühungen der zionistischen Lobby, die wenige Kritik an diesen Verbrechen unter dem Vorwand des Antisemitismus mundtot zu machen. Es braucht mehr mutige Menschen auf internationaler Ebene, die sich nicht vom Unrecht einschüchtern lassen.

2022





Prinz Harry gibt den Kriegsverbrecher

Prinz Harry gibt den Kriegsverbrecher

Da die Memoiren des britischen „Prinzen“ Harry mit dem Titel «The Spare» in Spanien fünf Tage vor dem eigentlichen Erscheinungstermin in die Geschäfte kamen, wurden bereits zahlreiche Details daraus verbreitet. Diese Memoiren dürften nicht nur dafür sorgen, dass der Herzog von Sussex viele Sympathien verliert und der König und seine restliche Familie (vorläufig?) mit ihm bricht. Die von ihm ausgebreiteten Details über sein Sexleben sind auch nicht nur zum Fremdschämen.

Einige Aussagen werfen vielmehr ein bezeichnendes Bild auf die im Westen verbreitete Doppelmoral. So prahlt Prinz Harry in seinen Memoiren damit, während seiner Dienstzeit als Soldat in Afghanistan 25 Taliban-Kämpfer mit einem Hubschrauber getötet zu haben. Die Art und Weise, wie der „Prinz“ über Menschenleben spricht, lässt erahnen, dass er Muslime als Menschen 2. Klasse betrachtet. Doch dies interessiert die deutschen „Qualitätsmedien“ bezeichnenderweise weniger als andere schlüpfrigen Details aus dem Privatleben des Prinzen.

Der britische Generalmajor Chip Chapman bezeichnete Prinz Harrys Prahlereien lediglich als „naiv“ und „dumm“. Aus den Reihen der Taliban und von afghanischen Bürgern wurden Harry inzwischen Kriegsverbrechen vorgeworfen, wobei der Verdacht plausibel erscheint, dass die getöteten Menschen – wie so oft bei derartigen Einsätzen – keine Taliban-Kämpfer waren, sondern Zivilisten gewesen sind: „Wir haben es überprüft und festgestellt, dass es an den Tagen, an denen Prinz Harry die Tötung von 25 Mudschaheddin erwähnte, keine Opfer in Helmand gab“, sagte das hochrangige Taliban-Mitglied Anas Haqqani am Freitag im Gespräch mit Al Jazeera.

Während westliche Politiker fast täglich von einer „regelbasierten Ordnung“ schwafeln und sich als „die Guten“ und moralische Saubermänner darstellen, wird wieder einmal deutlich, für wen die „regelbasierte Ordnung“ gilt und für wen nicht.

USA pfeift aufs Völkerrecht

Die USA beantragten am 12. September 2001 zwar beim UN-Sicherheitsrat ein Mandat für einen Angriff auf Afghanistan, doch der Sicherheitsrat verweigerte eine derartiges Mandat. Damit fehlte auch dem Beschluss der NATO am 12. Oktober, mit dem sie den Bündnisfall nach Art. 5 NATO-Vertrag ausrief, die rechtliche Grundlage. Die USA waren von Afghanistan nicht militärisch angegriffen worden, die NATO konnte sich also nicht auf die Legitimation „kollektiver Selbstverteidigung“ nach Art. 51 UNO-Charta berufen. Am 28. September 2001 versuchte George W. Bush noch einmal, die Zustimmung des UN-Sicherheitsrates zur Anwendung militärischer Gewalt zu bekommen, scheiterte aber erneut. Am 7. Oktober teilte Botschafter Negroponte dem Sicherheitsrat mit, dass die USA nunmehr ihr „Recht auf Selbstverteidigung“ ohne Zustimmung des Sicherheitsrates „wahrnehmen würden“, d.h. sie erklärten im Klartext, dass sie auf das Völkerrecht pfeifen, wenn die UNO ihnen nicht folgt (wie auch ca. 2 Jahre später gegen den Irak).

Dass sich ein britischer Prinz heute damit brüstet, 25 Menschen – womöglich unschuldige Zivilisten – bei einem völkerrechtswidrigen Einsatz getötet zu haben und es dabei keinen Aufschrei und die Überstellung an die Justiz gibt, ist nur bezeichnend für die Arroganz der Herrscher der jetzigen Weltordnung.

In zwei oder drei Jahren könnte Israel iranische Atomanlagen attackieren

In zwei oder drei Jahren könnte Israel iranische Atomanlagen attackieren

Der ehemalige israelische Verteidigungsminister Benny Gantz äußerte sich in einer Rede über einen zeitnahen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen. Die Gefahr einer iranischen Atommacht legitimiert jegliches Mittel, um den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt Irans einzudämmen.

Angriffe auf iranische Atomanlagen simuliert

Israelische und US-amerikanische Luftstreitkräfte haben Ende November eine zweitägige Übung durchgeführt, bei der sie Angriffe auf iranische Atomanlagen simulierten.

Der Chef des militärischen Nachrichtendienstes der israelischen Streitkräfte, Generalmajor Aharon Haliva äußerte sich davor, dass der Iran bald damit beginnen werde, zumindest eine “symbolische” Menge Uran auf 90 % anzureichern. Diesen Prozentsatz bräuchte man für die Herstellung einer Atombombe. Er fügte jedoch hinzu, dass es unwahrscheinlich sei, dass das Land zurzeit die Bombe anstrebe. Für den Bau eines tauglichen Sprengkopfes bräuchte das Land vermutlich noch Jahre.

Währenddessen äußerte sich der ehemalige Verteidigungsminister Benny Gantz konkret über eine mögliche Attacke auf iranische Atomanlagen.

»In zwei oder drei Jahren könnten Sie den Himmel Richtung Osten überqueren und an einem Angriff auf Nuklearanlagen in Iran teilnehmen«, sagte Gantz in einer Rede, die er später auf Twitter veröffentlichte.  

Seit mehr als zehn Jahren droht Israel damit, die Atomanlagen von Iran anzugreifen, falls die Diplomatie der Weltmächte mit Teheran aus seiner Sicht in eine Sackgasse geriete. Bereits 2009 sagte der damalige Vize-Präsident und aktueller Präsident der USA Joe Biden, dass die US-Regierung Israel nicht im Wege stehen würde, wenn sie sich dafür entscheiden, iranische Nuklearanlagen zu attackieren, auch wenn dies seiner Meinung nach eine destabilisierende Wirkung hätte.

Iranische Nuklearwissenschaftlicher wurden bereits in der Vergangenheit ermordet

Zwischen 2010 und 2012 ermordete man vier iranische Nuklearwissenschaftler. Im November 2020 kam es zu einer weiteren Ermordung des bekannten Wissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh. Iran beschuldigte Israel und die USA hinter den Ermordungen zu stecken. Israel hatte weder seine Beteiligung bestätigt noch negiert. Der israelische Verteidigungsminister zwischen 2013-2016 Moshe Ya’alon sagte bezüglich der Ermordungen Anfang der 2010er:

„Wir werden auf jeglicher Art und Weise agieren und wir sind nicht gewillt einen mit Nuklearwaffen ausgestatteten Iran zu tolerieren. Wir bevorzugen, dass dies durch Sanktionen erreicht wird, aber schlussendlich sollte Israel in der Lage sein sich zu verteidigen.“

Oberste Führer Irans Ayatollah Khamenei verbietet den Bau von Massenvernichtungswaffen

Der oberste Führer Irans Ayatollah Khamenei äußerte sich bereits in der Vergangenheit über das Verbot des Baus von Massenvernichtungswaffen jeglicher Art.

„Unser islamisches Denken besagt, dass eine Waffe, die unbewaffnete Zivilisten und gewöhnliche Menschen tötet, verboten ist. Diese Waffe ist verboten. Nun, ob es nuklear oder chemisch oder etwas anders als das ist; Diese Waffe ist verboten. Wir verfolgen aufgrund der islamischen Sichtweise solche Waffen nicht.“

Diesen Worten schenkt man im Westen natürlich keinen Glauben. Im Februar 2022 äußerte sich Ayatollah Khamenei über die Gründe der Sanktionen gegen den Iran.

Sie erlassen Sanktionen wegen unserer nuklearen Energie, während sie wissen, dass es für friedliche Zwecke gedacht ist. Nun sie sagen, dass der Iran weit davon entfernt ist eine Atombombe zu bauen. Das sind sinn- und bedeutungslose Bemerkungen. Sie selbst wissen, dass wir keine Atombombe anstreben. Wir wollen die Nuklearenergie für friedliche Zwecke nutzen. Sie verstehen und realisieren das. Sie möchten nicht, dass die iranische Nation diesen großartigen und signifikanten wissenschaftlichen Fortschritt macht. Sie üben Druck auf uns aus, weil die Nation diese (Nuklearenergie) in Zukunft brauchen wird und sie wollen nicht, dass diese Bewegung fortgeführt wird.

In Zeiten, in denen fossile Energieträger immer weniger werden und man nach Alternativen sucht, stellt die Hinderung des Irans, Nuklearenergie zu produzieren, einen großen Rückschlag für die zukünftige Entwicklung des Landes dar.

Israels Atomwaffenbesitz ist ein offenes Geheimnis

Das Israel Atomwaffen besitzt, auch wenn sie es bestreiten, ist längst bekannt. Im Gegensatz zum Iran ist Israel kein Unterzeichner des freiwilligen Atomwaffensperrvertrags von 1970, der den Zugang zu zivilen Nukleartechnologien im Austausch gegen den Verzicht auf Atomwaffen vorsieht.

Aufgrund der aktuellen Situation im Iran und der Antihaltung des Westens gegen das Land ist ein Atomabkommen immer unwahrscheinlicher. Hinzu kommt die neue rechtsorientierte Regierung Netanjahus, die sicherlich keinen Rückzieher machen wird, weiterhin gegen den Iran zu hetzen und alles Erdenkliche zu tun, um das Land daran zu hindern sich weiterzuentwickeln.

Atomanlagen
Benjamin Netanjahu bei einer Rede vor den Vereinten Nationen über das iranische Atomprogramm (2012)

Bundesregierung liefert Panzer an die Ukraine

Bundesregierung liefert Panzer an die Ukraine

Bei der Lieferung des Flugabwehrpanzers „Gepard“ an die Ukraine hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Bundestag noch behauptet, dass der Flugabwehrpanzer Gepard gar kein Panzer sei, weil er „ein Rohr“ habe und in die „Luft schieße“ (O-Ton). Derartige blamable Täuschungsversuche kann man sich jetzt ersparen.

Mit der beschlossenen Lieferung des Schützenpanzers des Typs „Marder“ an die Ukraine fällt ein weiteres militärpolitisches Tabu. Seit dem direkten russischen Eingreifen in den Ukraine-Krieg hatte sich das Kanzleramt gegen die Lieferung von Schützen- und Kampfpanzern gewehrt. Es war wie so oft vorhersehbar: Die radikalen Transatlantiker treiben die „Zögerer“ mit Unterstützung der von den transatlantischen Netzwerken durchsetzten Mainstream-Medien so lange vor sich her, bis diese einknicken. Und so fällt in der Eskalationsspirale ein Tabu nach dem anderen. Verhandlungsbereitschaft wird als Schwäche ausgelegt, vorgeschlagene Feuerpausen abgelehnt. Die russische Botschaft in Berlin sprach in einer Stellungnahme prompt von „einem weiteren Schritt hin zur Konflikteskalation“.

Der „Heimatfront“ erzählen die Propaganda-Medien, dass der ukrainische Sieg kurz bevorstünde, Putin todkrank sei oder kurz vor dem Sturz stehe. Das sind durchschaubare Durchhalteparolen, all das wird nicht eintreten. Radikale Transatlantiker wie Andreas Hofreiter schwatzen von der Befreiung der besetzten Gebiete – einschließlich der Krim. Der Haken ist nur, dass neuen Meldungen zufolge geplant sein soll Atomwaffen auf der Krim zu stationieren. Außerdem stellt sich die Lage an der Front doch etwas anders dar als in den deutschen Mainstream-Medien dargestellt. Als Ursula von der Leyen von 100000 getöteten ukrain. Soldaten sprach, nahm man kurze Zeit später das Video wieder runter. Dem US-Analysten Oberst Douglas McGregor zufolge hat die ukrain. Armee derzeit noch eine Stärke von 195000 Soldaten mit wenig Kriegsgerät, die nicht mehr in großem Umfang verstärkt werden kann, da die Ukraine bei der Rekrutierung inzwischen auf die über 45-jährigen zurückgreifen müsse. Dem stehen 540000 russ. Soldaten gegenüber, die jederzeit fast beliebig verstärkt werden können. Die Zerstörung der ukrain. Infrastruktur nehme dem Land immer mehr die Fähigkeit zum Widerstand, immer mehr mehr Mensch müssten das Land verlassen. Seinen Analysen zufolge werden all die Waffenlieferungen den Zusammenbruch der ukrain. Armee nur verzögern.

Wann ist man eine Kriegspartei?

Was aber passiert im Westen, wenn sich das nicht mehr verheimlichen lässt? Wird dann die nächste Stufe der Eskalation betreten, bis zum direkten Eingreifen? Nach den ungeheuren Ressourcen, die der Westen in die Ukraine gepumpt hat – wird man dies einfach so aufgeben, zumal dann auch viele Fragen in der Öffentlichkeit gestellt werden dürften?

Bereits am 16.3.2022 hat der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages ein 12-seitiges Gutachten herausgegeben, in dem dargelegt wird, ab wann ein Staat im russisch-ukrainischen Konflikt in völkerrechtlicher Hinsicht zu einer Kriegspartei wird. Waffenlieferungen allein machen einen Staat demnach nicht zu einer Kriegspartei, „erst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei bzw. Ausbildung an solchen Waffen in Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung verlassen.“

Nun werden in Deutschland sowohl von der US-Armee als auch von der Bundeswehr ukrainische Soldaten ausgebildet – bald wohl auch mit den Marder-Panzern. Nach den im Gutachten genannten Bedingungen sind somit längst erfüllt, Deutschland ist längst Kriegspartei. Deutschland verstrickt sich als Kriegspartei nur immer mehr in diesem Konflikt. Anfang Oktober 2022 berichte die „Zeit“, dass auch der deutsche Geheimdienst (BND) die Ukraine mit Geheimdienstinformationen versorgt.

Rote Linie erreicht?

Die Bundesregierung geht mit diesem Kurs ein erhebliches Risiko ein. Völkerrechtlich ist die rote Linie bereits überschritten. Im russischen Parlament, der Duma, werden immer häufiger Forderungen laut, die Stützpunkte mit Raketen zu beschießen, wo ukrainische Soldaten an Waffen ausgebildet werden. Dies wäre nach dem wissenschaftlichen Gutachten des Bundestags durch das Völkerrecht gedeckt.

Man überlässt es der Entscheidung des russischen Präsidenten, wann er die rote Linie für überschritten hält – in der Hoffnung darauf, dass das atomare Potential der NATO ihn davon abhalten möge. Das heißt aber ganz klar gesagt, dass die Bundesregierung volles Risiko fährt und es offenbar nur noch eine Zeitfrage ist, bis sich Deutschland in einem direkten Krieg mit Russland befindet.

Wer ist Annalena Baerbock wirklich?

Wer ist Annalena Baerbock wirklich?

Diese Frage dürfte sich jeder stellen, der sich etwas näher mit ihrem Lebenslauf und ihren Wurzeln beschäftigt hat. Die zahlreichen Ungereimtheiten in ihrem immer wieder überarbeiteten Lebenslauf sind geradezu unglaublich und in der Tat merkwürdig. Selbst die den „Grünen“ nahestehende linksalternative „taz“ schrieb dazu: „Es geht um mehr als ein paar Versehen. Es ist eine peinliche Fehlerserie“ (taz online v. 6.6.22). Baerbock sah sich immerhin einmal genötigt, sich für die Korrekturen zu entschuldigen.

Die „Münchner Abendzeitung“ machte darauf aufmerksam, dass über ihre Kindheit und Jugend so gut wie nichts bekannt ist. In ihrer Heimatstadt Pattensen kann sich niemand an sie erinnern, über ihre Eltern auf dem Bauernhof ist nichts bekannt; man findet auch den Namen Baerbock auch nicht im örtlichen Telefonbuch. Bestsellerautor Gerhard Wisnewski schrieb dazu in seinem jüngsten Jahrbuch „2023“, dass „die ganze Baerbock nach falschem Hasen riecht – oder nach einem von Angloamerikanern zusammengezimmerten Pinocchio.“ In ihrem Lebenslauf falle nur „ein starker angloamerikanischer und israelischer Hintergrund auf“.

Verbindungen werfen Fragen auf

In der Tat ist die deutsche Außenministerin in allen transatlantischen Netzwerken aktiv. Mit 16 Jahren war sie Austauschschülerin im US-Bundesstaat Florida, dann Studentin an der von George Soros finanzierten London School of Economics. Sie gehört zu den Young Global Leaders des World Economic Forum, ist Mitglied des German Marshall Fund, im Marshall Memorial Fellowship of the German Marshall Fund, in der Atlantik-Brücke, im Ableger des US-CFR European Council on Foreign Relations und im Stiftungsrat der jüdischen Leo-Baeck-Stiftung.

In Washington hat man sich US-Medienberichten zufolge über das starke Wahlergebnis der „Grünen“ und ihre Berufung zur Außenministerin hocherfreut gezeigt. Inzwischen müsste es jedem klar sein, warum dies der Fall war. Sie entpuppte sich schnell als konsequente Interessenvertreterin der US-Eliten, auch wenn dies zu Lasten des deutschen Volkes geht.

Daraus macht die Außenministerin aber auch keinen Hehl, sagte sie doch etwa selbst, dass sie ihre Ukraine-Politik fortsetzen wird, „egal was meine deutschen Wähler denken“.

Israels neue Regierung will Siedlungsbau im besetzten Palästina vorantreiben

Israels neue Regierung will Siedlungsbau im besetzten Palästina vorantreiben

Die neue rechtsorientiere Regierung Israels plant den Siedlungsbau im besetzten Palästina voranzutreiben. US-Präsident Biden bekräftigt, im Zuge seiner Gratulationsnachricht an Netanjahu, das Ziel einer Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt. Offene Kritik an der neuen Regierung fehlt aber aus Washington, Berlin oder Brüssel.

Biden mahnt, während Scholz lediglich gratuliert

Die neugewählte Regierung in Israel ist, wie bereits in früheren Artikeln erwähnt, die bis dato am weitesten rechtsstehende Koalition. Eines ihrer Leitlinien ist es den Siedlungsbau auch in Gebieten voranzutreiben, die die Palästinenser für einen künftigen Staat beanspruchen.

“Das jüdische Volk hat ein exklusives und unveräußerliches Recht auf alle Teile des Landes Israel”, heißt es in einem Dokument, welches die Regierung Netanjahus veröffentlichte. “Diese Regierung wird die Besiedlung aller Teile des Landes Israel fördern und entwickeln – in Galiläa, im Negev, auf den Golanhöhen und in Judäa und Samaria.”

US-Präsident Biden, der seit Jahrzehnten mit Netanjahu befreundet ist, freut sich dennoch „gemeinsam die zahlreichen Herausforderungen und Chancen anzugehen, denen sich Israel und die Region des Nahen Ostens gegenüberstehen, einschließlich der Bedrohungen durch den Iran“. Jedoch schrieb er abschließend, anders als beim letzten Regierungswechsel im Juni 2021: „Wie wir es während der Amtszeit meiner Regierung immer getan haben, werden die Vereinigten Staaten weiterhin die Zwei-Staaten-Lösung unterstützen und sich Politik entgegenstellen, die ihre Realisierbarkeit gefährdet oder unseren gemeinsamen Interessen und Werten zuwiderläuft.“

Auch US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich zu dem Verhalten Israels, ohne sich jedoch direkt auf Netanjahu zu beziehen. So warnte er vor der „Ausweitung von Siedlungen, Bestrebungen zur Annexion des Westjordanlandes, Beeinträchtigung des historischen Status quo der heiligen Stätten, Abrissen (von Häusern) und Zwangsräumungen sowie der Anstachelung zur Gewalt“.

Bundeskanzler Scholz hingegen verzichtete auf jegliche Kritik und gratulierte bloß der neuen Regierung. Außerdem hob er die besondere und enge Freundschaft zu Israel hervor. Auch EU-Kommissionpräsidenten von der Leyen beglückwünschte per Twitter. Sie hofft auf einen weiteren Ausbau der Partnerschaft zwischen der EU und Israel.

Rechte der Palästinenser werden durch die Politik Israels immer weiter eingeschränkt

Im Jahre 1967 hat Israel während des Sechs-Tages Krieges unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Rund 600.000 Israelis leben heute dort in mehr als 200 Siedlungen. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete diese Siedlungen 2016 als Verletzung des internationalen Rechts und forderte alle Siedlungsaktivitäten einzustellen. Die Palästinenser wollen in den besetzten Gebieten einen eigenen Staat errichten.

Mit der neuen Regierung Netanjahus wird man die Rechte der Palästinenser noch weiter einschränken. Es ist aber schon immer so gewesen, dass jüdische Israelis Rechte besitzen, die Palästinenser nicht besitzen. Und darüber, dass Israel nicht vor hat ein pluralistischer Staat für alle seine Bürger zu werden, sind sich alle in dieser und den letzten Regierungen einig.

Der neue Polizeiminister Ben-Gvir, der bereits in der Vergangenheit wegen Anstiftung zu Terrorismus verurteilt wurde, möchte am liebsten die Palästinenser aus der Westbank deportieren und diejenigen Palästinenser, die innerhalb Israels leben, zum nationalen Sicherheitsrisiko erklären. Sein politischer Kollege, der neue Finanzminister Bezalel Smotrich, befürwortet ganz offen eine Annexion der palästinensischen Gebiete durch Israel. Dabei sollen die dort lebenden Palästinenser keine Staatsbürgerschaft erhalten. Er erhielt im Koalitionsabkommen die Vollmacht über die Besetzung jener Gebiete. Dies bedeutet, dass er den Neubau und die Erweiterung von Siedlungen in der Westbank genehmigen lassen kann. Dazu gehört auch die Befugnis palästinensische Häuser abreißen zu lassen.  

„Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten“

Die oft getätigte Aussage, dass Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten sei, war noch nie haltbar. Jetzt jedoch mehr denn je. In Deutschland ist man immer noch zurückhaltend. Beispielsweise wies das Auswärtige Amt die Bezeichnung der neu gewählten Koalition als „rechtsradikal“ zurück. Israel darf sich so einiges erlauben, ohne mit Repressalien rechnen zu müssen. Anders sieht es bei Russland oder Iran aus. Hier hat man schnell ein Urteil gefällt. Anschuldigungen und Sanktionen folgen prompt auf Kosten der eigenen Bevölkerung. Diese Doppelmoral sorgt dafür, dass das Vertrauen in die deutsche Politik immer weiter sinkt, sei es auf Bundes- oder Weltebene. Dies wird sich auch nicht bessern, solange Deutschland Politik für andere Mächte macht und nicht für das eigene Volk.