Ist Kritik am Zionismus Antisemitismus?

Ist Kritik am Zionismus Antisemitismus?

Jede Kritik am Zionismus läuft Gefahr, dass man ihn als Antisemitismus abkanzelt. So macht die Bundeszentrale für Politische Bildung deutlich, dass der „Antizionismus“ im politischen Diskurs der BR Deutschland als eine „neuere Form des Antisemitismus“ gilt. Die Bundeszentrale beklagt zwar, dass es oft Unklarheit darüber gibt, was als Antisemitismus zu gelten habe, doch sie selbst gibt mit ihren Definitionen Raum für neue Unklarheit.

Durch die Einstufung des „Antizionismus als eine neue Form des Antisemitismus“ ermöglicht man es den Zionisten, den Holocaust und den Antisemitismus zu instrumentalisieren, um sich gegen jede Kritik zu immunisieren und auch jeden Kritiker an der Politik des Staates Israel als Antisemiten zu verunglimpfen. In Deutschland bedient sich die zionistische Lobby (mit der Springer-Presse an der Spitze) dankbar dieser Gleichsetzung um jede Kritik an der Politik des Staates Israel als Antisemitismus zu diskreditieren und damit bereits im Keim zu ersticken.

Der Begriff des „Antisemitismus“ ist in Europa entstanden, wobei man z.B. die dortige „rassisch“ bedingte Ablehnung der Juden vor Augen hatte. Dieser Begriff kann nicht einfach aus seinem kulturellen Kontext herausgerissen und auf einen anderen Kulturkreis übertragen werden, da er dann schlicht und einfach unsinnig ist.

UNO antisemitisch?

Während Antisemitismus jedoch bedeutet, Juden zu hassen, nur weil sie Juden sind, handelt es sich beim Zionismus um eine rassistische, menschenverachtende Ideologie, die eben nicht nur darauf abzielt, für die Juden in Palästina eine sichere Heimstatt zu errichten, sondern von Anfang an die Vertreibung der dort lebenden arabischen Bevölkerung vorsieht und sie als Menschen 2. Klasse betrachtet. Selbst der Wikipedia-Beitrag definiert den Zionismus als „nationalistische Ideologie“. Die Resolution 3379 der UN-Generalversammlung bezeichnet den Zionismus übrigens als eine Form des Rassismus. Dies wird man in den „Qualitätsmedien“ nicht hören und es ist daher hierzulande kaum bekannt. Ist die UNO somit antisemitisch?

Eine Gleichsetzung von Kritik am Zionismus und Antisemitismus kommt eigentlich einer Volksverhetzung gleich, da nicht jeder Mensch jüdischen Glaubens für die rassistische Ideologie des Zionismus verantwortlich ist. Dass Judentum und Zionismus nicht automatisch gleichgesetzt werden können, zeigt auch unser Bild. Darauf ist ein Schild am Eingang der Emanu-El Synagoge in New York zu sehen, auf dem zu lesen ist: „Das Judentum unterstützt nicht den Zionismus. In Solidarität mit unseren palästinensischen Brüdern und Schwestern.“

UN-Resolution – Deutschland stimmt gegen eine Verurteilung des Nationalsozialismus 

UN-Resolution – Deutschland stimmt gegen eine Verurteilung des Nationalsozialismus 

Bei der letzten UN-Resolution vom 16.12.2022 stimmte Deutschland gegen eine Verurteilung des Nationalsozialismus. Eine Erklärung, wieso man sich nicht dafür entschieden hat gibt es nicht. Genauso wenig berichten die Medien darüber.  

Fast alle US-treuen Länder stimmen gegen eine Verurteilung des Nationalsozialismus  

Seit 2012 bringt Russland jedes Jahr eine Resolution in die UN-Vollversammlung ein. Der Titel dieser Resolution lautet:

 „Bekämpfung der Verherrlichung des Nationalsozialismus, des Neonazismus und anderer Praktiken, die zur Eskalation gegenwärtiger Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, der Fremdenfeindlichkeit und der damit verbundenen Intoleranz beitragen.“

Vor dem Krieg in der Ukraine enthielt sich Deutschland stets bei der Abstimmung. Die einzigen Länder die 2020 und 2021 dagegen gestimmt hatten waren die USA und die Ukraine. Ukraine stimmt seit der Annexion der Krim 2014 gegen die von Russland eingebrachte Resolution.

In diesem Jahr haben aber fast alle europäischen Länder und auch andere US-treue Regierungen wie Japan und Australien gegen die Resolution gestimmt. Israel hat beispielsweise für die Resolution gestimmt.   

Medien schweigen über die Abstimmung und die Entscheidung Deutschlands

Die deutschen Qualitätsmedien schweigen über diese überaus wichtige Resolution. Bereits in den letzten Jahren versuchten Journalisten von RT-DE von den Sprechern der Bundesregierung auf der Bundeskonferenz zu erfahren, weshalb Deutschland nicht für diese Resolution gestimmt hat. 2020 wollte man noch eine Antwort nachreichen. Dies ist jedoch nie passiert. 2021 hieß es dann einfach nur noch: „Unser Stimmverhalten in den Vereinten Nationen kommentieren wir wie immer an dieser Stelle nicht.“

Russland will die Ukraine entnazifizieren

Russland soll seit Beginn des Krieges in der Ukraine das Ziel haben die Ukraine zu entnazifizieren. In der Ukraine gibt es eine verbreitete nationalsozialistische Szene. Jedoch werfen die europäischen Länder Russland vor, diese Resolution nur als Vorwand zu nutzen, um den Einmarsch in die Ukraine zu legitimieren.

Im Jahr 2020 begründete Jean-Yves Le Drian, der damalige französische Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten, die Enthaltung Frankreichs damit, dass er die russische Resolution bei den Vereinten Nationen als „einen reduzierenden Diskurs verurteilte, der darauf abzielt, die Europäer zu spalten, indem alle Gegner der sowjetischen Streitkräfte mit dem Nazi-Regime gleichgesetzt werden…“. Man würde nur für die Resolution stimmen, wenn eine gesonderte Verurteilung Russlands schriftlich festgehalten wird. Dies wurde von den anderen Ländern, darunter auch China, abgelehnt.

Es ginge nämlich allgemein bei dieser Resolution, um die Bekämpfung von nationalsozialistischen Ideologien und deren Verurteilung. Aus diesem Grunde haben gemessen an der Bevölkerungszahl, die die einzelnen Länder repräsentieren, mehr als 80% der Weltbevölkerung für die Verurteilung gestimmt. Die Tatsache, dass Deutschland, gegen diese Resolution gestimmt hat und dass diese überaus wichtige Nachricht in den Medien gar keine Erwähnung findet, zeigt, wie sehr die Politiker etwas behaupten, aber gegensätzlich handeln und wie stark die Informationen gefiltert werden und nur das durchgelassen wird, was in das eigene Narrativ passt.

Nationalsozialismus

Beweislastumkehr – Schuldig bis das Gegenteil bewiesen ist

Beweislastumkehr – Schuldig bis das Gegenteil bewiesen ist

Nach der großen Razzia und PR-Aktion bei den Reichsbürgern möchte Innenministerin Faeser die Gunst der Stunde nutzen, um die Beweislastumkehr gesetzlich zu etablieren.

Beweislastumkehr bedeutet Abbau der Rechtsstaatlichkeit

In der Sendung bei Maischberger vom 7.12.2022 ging es um die große Razzia gegen die Reichsbürger. Dabei filzten 3000 Polizisten 54 Personen. Man vermutete einen Staatsreich dieser Personen, welcher bei genauerem Hinsehen absurd erscheint.

Dieses Momentum möchte nun die Innenministerin Nancy Faeser nutzen, um das Disziplinarrecht anzupassen. So sagte sie auf Twitter:

„Ich bin gerade dabei, das #Disziplinarrecht zu verändern, damit wir solche Verfassungsfeinde schneller loswerden“.

So soll es künftig sehr einfach sein, Staatsangestellte zu entfernen. Dabei reicht der bloße Verdacht auf Demokratiefeindlichkeit für eine Kündigung aus. Dies bedeutet, dass der Betroffene seine Unschuld beweisen muss, auch wenn keine Beweise für seine Schuld vorhanden sind. Zuvor musste der Staat die Schuld des Angeklagten beweisen, so wie es auch gesetzlich vorgegeben ist (unschuldig bis das Gegenteil bewiesen ist). Dies soll sich mit der Beweislastumkehr ändern, sprich schuldig bis das Gegenteil bewiesen ist. Das Grundprinzip der Rechtsstaatlichkeit wird aufgegeben, um die Möglichkeit zu haben „jemanden schnell rauszubekommen“, wie es die Innenministerin formulierte. Damit will man sicherstellen, dass der Staat handlungsfähig bleibt.

In der Talkshowrunde von „Anne Will“ versicherte Faeser jedoch, dass eine Beweislastumkehr nicht geplant sei. Sie habe sich bei Maischberger unglücklich ausgedrückt. Demnach soll künftig der Behördenleiter durch einen „Verwaltungsakt“ über den Rauswurf aus dem Staatsdienst entscheiden. Bislang ist ein aufwendiges Verwaltungsgericht notwendig. Kritiker, darunter auch NRW-Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Michael Mertens, sehen es trotz der Erklärung von Faeser als eine Beweislastumkehr.

Gesetz bereits früher geplant gewesen

Durch die aktuelle Reichsbürgerrazzia könnte man denken, dass der Vorschlag der Innenministerin erst neulich entstanden ist. Dabei hatte sie sich zu dieser Thematik bereits im März 2022 im Bundestag (Minute 52) geäußert. Der jetzige Zeitpunkt scheint einfach nur der optimalste zu sein, um dieses Gesetz ohne großen Gegenwind durchzusetzen. Gerade nach der PR-Aktion wird sich kaum ein Politiker trauen, gegen dieses Gesetz zu stimmen, um nicht ebenfalls als Verfassungsfeind abgestempelt zu werden.

Beweislastumkehr erinnert an Radikalenerlass

In der Sendung fragte Maischberger die Innenministerin berechtigterweise, ob die Beweislastumkehr nicht einfach die Rückkehr des Radikalenerlasses sei. Dies war ein im Jahre 1972 beschlossenes Gesetz, um die Beschäftigung sogenannter Verfassungsfeinde im öffentlichen Dienst zu verhindern. Beamte müssen sich durch ihr gesamtes Verhalten der freiheitlich demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennen und für deren Erhalt eintreten. Für jeden Bewerber oder Arbeitnehmer wurde dementsprechend eine Regalanfrage beim Verfassungsschutz durchgeführt. Ein Bewerber, der verfassungsfeindliche Aktivitäten entwickelte, wurde nicht eingestellt bzw. konnte aus dem Dienst entfernt werden.

Natürlich bestritt Nancy Faeser in der Sendung, dass die Beweislastumkehr etwas mit dem Radikalenerlass zu tun hat. Jedoch ist aus ihrer weiteren Erklärung des „neuen“ Gesetzes klar zu verstehen, dass es nichts anderes ist.   

Totalitäre Regierung im Deckmantel einer Demokratie

Ebenso wie bei dem Radikalenerlass, gibt es viele Argumente gegen eine Beweislastumkehr. Einerseits verletzt solch ein Gesetz das Grundrecht nach Art. 3 GG, wonach niemand wegen seiner politischen Anschauungen diskriminiert werden dürfe. Gerade eine Demokratie darf nicht mit Verboten auf grundsätzliche Kritik reagieren. Andererseits hat solch ein Gesetz eine stark einschüchternde Wirkung auf junge und kritische Menschen. Dadurch wird eine ganze Generation zu „Duckmäusertum“ und Anpassung gezwungen. Auch würde beispielsweise die Nichtanstellung oder Kündigung für Lehrer, Post- und Bahnbeamte einem „Berufsverbot“ gleichkommen, da es außerhalb des öffentlichen Dienstes praktisch keine Berufstätigkeit gebe.

Solche und andere Gesetze, wie beispielsweise das unter Strafe stellen der öffentlichen Leugnung und Verharmlosung von Völkermorden -natürlich die Völkermorde die der Staat als solche definiert- deuten immer mehr darauf hin, dass sich der demokratische Staat immer mehr zu einem totalitären Staat im Denkmantel einer Demokratie entwickelt. Ziel ist es alle gleichzuschalten und jede kritische Meinung sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Auch das Vorhaben eine bargeldlose Gesellschaft zu etablieren, dient letztendlich nur dazu, jedem Kritiker die Geldkonten einfrieren zu können und ihn damit faktisch handlungsunfähig zu machen. Während man also in den Medien Scheindebatten über Armbinden und gehobenem Zeigefinger führt, arbeitet man im Hintergrund an Gesetzesentwürfen, um die Menschen gefügig zu machen.

Beweislastumkehr

USA interessiert es nicht wie viele Ukrainer sterben

USA interessiert es nicht wie viele Ukrainer sterben

In einem Interview vom 27.06.2022 mit dem ehemaligen US-Amerikanischen Politiker Richard H. Black äußerte er sich über die Herangehensweise der Russen vor und während des Krieges mit der Ukraine und den Einfluss der USA in diesem Krieg.

„Putin versuchte verzweifelt den Krieg zu vermeiden“

Richard Hayden Black (78) ist ein ehemaliger amerikanischer Politiker, der unter anderem von 2012-2020 im Senat des Bundesstaates Virginia tätig war. Er ist außerdem ein Kriegsveteran und war in Vietnam stationiert. In dem Interview, welches am 27.06.2022 veröffentlicht wurde, spricht er über einige Einzelheiten vor und während des Krieges zwischen Russland und der Ukraine.

So versuchte Putin bereits im Dezember 2021 verzweifelt den Krieg zu vermeiden, so Black. Er brachte Friedensangebote für die Nato auf Papier. Die Nato ging aber nie einen ernsthaften Dialog mit Russland ein.

Zu dieser Zeit ließ die Ukraine ihre Truppen marschieren, um den Donbass zu attackieren, denn der Donbass weigerte sich 2014 ein Teil der revolutionären Ukraine zu werden. Als Putin sah, dass bewaffnete ukrainische Soldaten an der Grenze Russlands waren, um russische Truppen zu attackieren, beschloss er zuerst anzugreifen. Offizieller Kriegsbeginn war der 24.2.2022. Die Russen wollten jedoch keine großen Kausalitäten erzeugen, da sie bis dahin die Ukrainer als slawische Brüder sahen.

Russland hat sehr bedacht attackiert und keine wichtige Infrastruktur zerstört

Weiter führte Black aus, dass die Russen sehr vorsichtig und zurückhaltend waren, in der Hoffnung Frieden erreichen zu können. Sie attackierten weder die Strom- oder Wasserversorgung noch die Medienstationen oder die Brücken. Sie versuchten so gut es ging die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Die Russen dominieren die Luft. Sie haben das Zugsystem nicht zerstört und ebenso wenig haben sie Kraftwerke attackiert. Außerdem haben sie nie das Parlament oder den Regierungssitz in Kiew angegriffen.

Es gibt ein bekanntes Video eines russischen Panzers, der von Zivilisten, die sich vor dem Panzer stellten, gestoppt wurde. Der Panzer hielt an. Wenn im Vietnamkrieg einige Leute sich einem anfahrenden US-Panzer in den Weg gestellt hätten, wäre der Panzer kein bisschen langsamer gefahren, so Black. Der Fahrer hätte kein Horn betätigt oder ein Warnschuss abgegeben, er wäre einfach weitergefahren. Und das ist auch die übliche Handlungsweise in einem Krieg. So kritisiert er keineswegs die Amerikaner, da er selbst in Vietnam war. Er gibt zu, dass wenn er der Fahrer des Panzers gewesen wäre, so wäre er auch wahrscheinlich einfach weitergefahren.

Friedensentscheidung liegt nicht bei der Ukraine

Richard H. Black glaubt nicht, dass die Ukraine irgendwas mit der Entscheidung über Frieden oder Krieg zu tun hat.

„Ich denke, dass die Entscheidung über Frieden oder Krieg in Washington DC getroffen wird. Solange wir wollen, dass der Krieg weitergeht, werden wir Ukrainer als Stellvertreter nutzen und diesen Krieg bis zum letzten toten Ukrainer weiterführen.“

„Wir, die USA und die NATO interessiert es nicht wie viele Ukrainer sterben. Weder Zivilisten, Frauen, Kinder oder Soldaten. Es interessiert uns nicht.“

Und genauso wenig interessiert es die deutschen Politiker, was ihre Wähler denken und welche Opfer sie bringen müssen, um den Interessen der USA und NATO dienlich zu sein. 

USA
Alice Schwarzer – Frauen im Westen sollen Kopftuch aus Solidarität zu den Iranern ablegen

Alice Schwarzer – Frauen im Westen sollen Kopftuch aus Solidarität zu den Iranern ablegen

In der letzten Ausgabe des Polittalks „maybrit illner spezial“, in der es um den Iran ging, äußerte sich die bekannte Feministen Alice Schwarzer über die mögliche Art der Solidaritätsbekundung der muslimischen Frauen im Westen für die iranischen Demonstranten. Dabei schlug sie vor, dass die Frauen im Westen ihr Kopftuch ausziehen sollen.

Polittalk über die iranische Regierung ohne Meinungsvielfalt

Das Thema bei „maybrit illner spezial“ im ZDF vom 1.12.2022 war „Heuchler oder Helfer – kuscht der Westen vor dem Iran?“. Dabei sollte herausgefunden werden, ob die deutsche Politik, aufgrund der Atomverhandlungen, nicht doch viel zu locker mit dem Iran umgeht.

Eine wirkliche Meinungsvielfalt unter den Gästen war nicht anzutreffen. Ein Polittalk, der nur eine Seite der Medaille beleuchtet, natürlich voll von Propaganda und Unterstellungen. Alle hatten die Meinung, dass die deutsche Regierung härtere Maßnahmen ergreifen müsse.

Omid Nouripour, Parteivorsitzender von B‘90/Die Grünen spricht von Massenvergewaltigungen und Schüssen mit scharfer Munition gegen Demonstranten. Er fordert die Revolutionsgarden im Iran auf die Terrorliste der EU zu setzen.

Friedrich Merz, CDU-Parteivorsitzender will den Iran so massiv unter Druck setzen, dass es nicht zum Bau der Atombombe kommen kann. Merz will, dass die Wirtschaftsbeziehungen beendet werden und härter auf Straftaten außerhalb des Irans – wie Morde oder Einschüchterungen gegen Oppositionelle – reagiert wird.

Alice Schwarzer und ihr Vorschlag für die Kopftuchträgerinnen im Westen

Und da war noch Alice Schwarzer, Publizistin und Feministin. Sie findet, dass der Westen seit über 40 Jahren in Bezug auf den Iran wegschaut. Dabei stehen wirtschaftliche Interessen des Westens über den Menschenrechten im Iran. Ihr Vorschlag:  

„Man sollte rigoros gegenüber dem Staat auftreten“: Botschafter ausweisen, Visa für Geflüchtete anbieten, Konten der Verantwortlichen sperren.

Abschließend schlug sie außerdem, aus Solidarität für die Iranerinnen, folgendes vor:

„Ich fände es einen großen Akt der Solidarität, wenn die Kopftuchträgerinnen im Westen, wo sie das freiwillig tragen, ablegen würden ihr Kopftuch, aus Solidarität mit den Iranerinnen, die dafür einfach ihr Haar zeigen können, ihr Gesicht zeigen können, ihren Stolz zeigen können, die dafür ihr Leben riskieren.“

Düzen Tekkal, ein weiterer Gast in dieser Runde schüttelte mit dem Kopf. „Das sind keine Kopftuchproteste“, rief sie Schwarzer zu.

Aussage Schwarzers zeigt die Gefahr solcher Gäste bei Polittalks

Das Kopftuch wird immer noch als Zeichen des politischen und radikalen Islams abgestempelt, dessen Pflicht so genau gar nicht im Koran verankert sein soll. Allein der Vorschlag Schwarzers zeigt, dass sie sich, so wie viele andere, gar nicht mit dem Islam und seinen Grundprinzipien auskennt. Das eigentliche Problem ist jedoch nicht, dass sich viele nicht mit dem Islam oder der Politik Irans auskennen. Sondern, dass man sich über ein hochkomplexes Thema so einfältig unterhält, ohne wirklich Ahnung von der Materie zu haben.

Die Grundstimmung im Land geht leider, auch aufgrund solcher Sendungen, immer mehr Richtung Islamhass und Abneigung gegenüber praktizierender Muslime. Dies ist so, weil man den Islam und die praktizierenden Muslime stets mit dem Bild im Kopf verbindet, welches man durch die Politiker und die Medien vorgegeben bekommt. Die Konsequenz solch einer Stimmung ist das Erschweren des Lebens für Muslime, angefangen mit Schließungen ihrer Moscheen, so wie aktuell bei dem Islamischen Zentrum Hamburg gefordert wird.   

Alice Schwarzer
Von Manfred Werner (Tsui) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6639934
WM2022: Kulturimperialismus des Westens und anhaltende politische Berichterstattung über die iranische Nationalmannschaft 

WM2022: Kulturimperialismus des Westens und anhaltende politische Berichterstattung über die iranische Nationalmannschaft 

Die WM2022 in Katar ist so politisch wie selten zuvor. Neben der Debatte um die One Love Binde und des Bildes der deutschen Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Japan, fallen vor allem die politischen Kommentare bei und nach den Spielen der iranischen Nationalmannschaft auf.

„Menschenrechte sind nicht verhandelbar“

Vor dem Spiel gegen Japan hatte sich die deutsche Nationalmannschaft die Hand vor dem Mund gehalten. Dies sollte eine Protestaktion gegen das Verbot, die One Love Binde bei der WM2022 in Katar tragen zu dürfen, sein.

Der DFB bezog zu der Aktion wenig später Stellung. Bei der „One Love“-Binde gehe es nicht um eine politische Botschaft, hieß es. „Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Das sollte selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht.“

Der deutschen Nationalmannschaft und allgemein der Antihaltung des Westens gegenüber Katar und seiner Moral- und Wertevorstellung bezüglich der LGBTQ+ Community wird Heuchelei vorgeworfen.

So äußerte sich Dr. Naif bin Nahar (Katarischer Staatsbürger) auf Twitter wie folgt:

Katar auf die eine oder andere Weise zu kritisieren, ist kein Thema, sondern ein Grundrecht. Das Problem hier ist Heuchelei. Habt ihr dasselbe getan, als ihr nach Frankreich, welches den Reichtum Afrikas gestohlen hat, gegangen seid? Oder Amerika, das eine Million Iraker Hunger leiden ließ?

Genauso kritisieren viele, dass der Westen eine Art Kulturimperialismus betreibt. Sie sind nicht in der Position, anderen Ländern vorzuschreiben, wie sie leben bzw. welche sexuelle Orientierung und Identitäten sie akzeptieren sollen.

Berichterstattung bei der WM2022 über die iranische Nationalmannschaft stets verbunden mit den Demonstrationen im Iran

Die Berichterstattung über die iranische Nationalmannschaft bei der WM2022 ist stets überschattet von den Demonstrationen im Iran. Selbst nach dem die Spieler, anders als im ersten Spiel gegen England, im Spiel gegen Wales die Nationalhymne mitgesungen haben, wurde es so dargestellt, als hätten sie nur ihre Lippen bewegt bzw. nur so gehandelt, da ihnen sonst nicht tragbare Konsequenzen im Iran erwarten würden.

Selbst der Nationaltrainer Irans, Carlos Queiroz ist sichtlich genervt über die anhaltenden politischen Fragen. So sagt er einer BBC-Journalisten, die einem Spieler eine Frage über die Proteste im Iran stellte: „Warum stellt ihr uns andauernd solche Fragen? Warum fragt ihr nicht Southgate (Gareth Southgate, Nationaltrainer Englands, Anm. d. Red.), was er davon hält, dass England und die USA Afghanistan verlassen haben“, bevor er den Raum verließ, ohne eine Antwort abzuwarten.

Nur „Regimetreue“ Iraner feiern nach dem Sieg gegen Wales

Viele Iraner gingen nach dem Sieg gegen Wales auf die Straßen Irans, um ausgiebig zu feiern. Masih Alinejad, eine Exil-Iranerin und Journalistin in den USA, die sich stets bemüht ein negatives Bild über den Iran zu zeichnen, sagte über die Feiern der Iraner nach dem Sieg:

„Nur unsere Gefängniswärter, Vernehmer und Mörder feiern den Sieg der Fußballmannschaft der Islamischen Republik bei der Weltmeisterschaft“. Daraufhin teilte sie ein Video von Sicherheitskräften im Iran, wie sie den Sieg gegen Wales feierten.

„Die Iraner trauern um mehr als 500 Demonstranten, darunter 50 Kinder, die von diesen Sicherheitskräften während des anhaltenden Aufstands getötet wurden“, fügte sie hinzu.

Dabei teilte sie nicht die ganzen Videos, die Menschenmassen in den verschiedensten Städten Irans zeigen, die den Sieg ihrer Nationalmannschaft feierten.

Iraner feiern den Sieg gegen Wales in Isfahan (Hintergrundmusik wurde entfernt)

Ständig versucht man die Menschen zu manipulieren und es so darzustellen, als würde die Mehrheit der Iraner gegen die Regierung sein. Solch ein Verhalten des Westens und ebenso ihr Auftreten als seien sie moralisch den anderen Ländern überlegen, so als ob der Rest der Welt ein Dschungel sei, sorgt dafür, dass viele dieser betroffenen Länder sich früher oder später immer mehr vom Westen distanzieren werden, auch auf geschäftlicher Ebene. Und gerade das rohstoffarme Deutschland, kann sich sowas in der heutigen Zeit nicht erlauben, wobei das katarische Gas Stand jetzt immer noch gut genug ist.  

WM2022